https://www.faz.net/-gtl-6l93u

Wesley lernt die Härten im deutschen Fußball kennen und schätzen : „Ich versuche, verspielt zu bleiben“

  • Aktualisiert am

In Bremen angekommen: Wesley (mit Claudio Pizarro) Bild: dapd

Wesley ist derzeit der einzige Bundesliga-Brasilianer im Kader der Selecao. Im Interview spricht er vor dem Spiel gegen Champions-League-Spiel gegen Enschede am Dienstagabend über brasilianische Ausgelassenheit und

          2 Min.

          Werder Bremen hat in der Champions League noch kein Spiel gewonnen und liegt in seiner Gruppe auf dem letzten Platz. Was muss die Mannschaft gegen Twente Enschede besser machen?

          Wir arbeiten hart unter der Woche, alle Spieler sind sehr konzentriert und jeder weiß, was er zu tun hat. Wir müssen das nur auf dem Spielfeld umsetzen, dann haben wir alle Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen. Und weil die Gruppe so eng ist, haben wir sicher auch noch eine große Chance weiterzukommen.

          Würden Sie sich nach dem Verkauf von Özil die vakante Position des Spielmachers zutrauen?

          Im Mittelfeld habe ich eigentlich schon auf allen Positionen gespielt, am liebsten spiele ich aber ein bisschen weiter hinten.

          „Werder ist ein großer Verein, eine Mannschaft mit Tradition”

          Beim FC Santos haben Sie als Stürmer angefangen, dann sind Sie ins Mittelfeld gewechselt, bei Bremen spielen Sie im Mittelfeld, haben aber schon in der Abwehr ausgeholfen. Wo fühlen Sie sich denn am wohlsten?

          Am erfolgreichsten spiele ich im defensiven Mittelfeld, hinter dem Spielmacher. Ich helfe in der Abwehr und tauche dann als Überraschungs-Mann im Sturm auf.

          Bremen ist Ihr erster Verein außerhalb Brasiliens, Sie sind jetzt gut zwei Monate in Deutschland. Ist es schwer, sich an den europäischen Fußball zu gewöhnen?

          Vor allem an den deutschen Fußball; der größte Unterschied ist die Umsetzung der Taktik, alle Spieler müssen in der Raumdeckung mithelfen, alle müssen sehr viel arbeiten während des Spiels. Ich denke, das ist für einen brasilianischen Spieler das Schwierigste hier.

          Bedeutet das auch weniger Freiheit für den Spieler auf dem Feld?

          Das kommt ein bisschen darauf an; für mich ist das nicht so, weil ich gerne in einer gut organisierten, taktisch aufgestellten Mannschaft spiele. Ich bin einer, der viel rennt. Für mich ist das kein Problem.

          Auch andere europäische Mannschaften wie Benfica Lissabon und Schachtjor Donezk waren an Ihnen interessiert. Warum haben Sie sich für Bremen als erste Station in Europa entschieden?

          Werder ist ein großer Verein, eine Mannschaft mit Tradition und einer guten Infrastruktur. Ich habe vor meinem Wechsel auch mit Diego gesprochen, und er hat mir gesagt, dass ich hier keine Probleme haben würde, dass Bremen eine Mannschaft ist, die ganz vorne mitspielt.

          Haben Sie in Deutschland Kontakt zu anderen brasilianischen Fußballprofis?

          Ja, vor allem zu Zé Roberto. Wir sind gut miteinander befreundet, er ist mein Vorbild, ich bin ein großer Fan von ihm. Er hat so viel erreicht in Deutschland. Ich werde versuchen, seinem Weg zu folgen.

          Bei den brasilianischen Testspielen gegen die Ukraine und Iran standen Sie als einziger Bundesligaspieler im Aufgebot. Was hat das für Sie bedeutet?

          Das war eine große Befriedigung für mich. Ich hoffe, dass ich noch öfter diese Möglichkeit haben werde, aber die Plätze in der Seleção sind natürlich sehr umkämpft. Der neue Trainer Mano versucht, den brasilianischen Fußball mit seiner Freude, seiner Fröhlichkeit und der Lust am Spielen wiederzufinden - und ich bin mir sicher, dass Brasilien damit Titel gewinnen kann.

          Fehlt Ihnen diese brasilianische Ausgelassenheit in Bremen?

          Der deutsche Fußball ist komplett anders, und ich muss noch viel lernen hier. Aber die Freude am Spielen, die kann einem niemand nehmen. Ich versuche, einfach der Gleiche zu bleiben, immer glücklich, immer fröhlich und immer verspielt. Dafür wurde ich ja auch verpflichtet.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Klimapaket : Weg frei für billigere Bahntickets

          CO2-Preis und Pendlerpauschale sollen steigen. Dafür werden Bahnfahrten günstiger. Die Bundesregierung und die Bundesländer haben sich jetzt doch weitgehend auf einen Kompromiss beim Klimapaket verständigt.

          Nach Wahlsieg : Die Heldengeschichten der Tories

          Nach dem Sieg in der Unterhauswahl will Boris Johnson die Bürokratie stärker auf seine Politik ausrichten, munkelt man – in Westminster löst das Unruhe aus. Wer zum Erfolg des Premiers entscheidend beigetragen hat, ist hingegen glasklar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.