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Weltumseglung : Das junge Mädchen und das Meer

  • -Aktualisiert am

Mit 14 Jahren startet Laura Dekker eine Weltumseglung Bild: REUTERS

Die erst 14 Jahre alte Laura Dekker ist auf dem Weg, die jüngste Weltumseglerin zu werden. Bis zu ihrem 17. Geburtstag muss die Niederländerin dafür zurück sein. Es ist ein Weltrekord auf Kosten der Kindheit.

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          Jetzt segelt sie also. Einmal um die Welt, ganz allein, mit vierzehn Jahren. Die Niederländerin Laura Dekker will die Jüngste sein, die diese Solotour je geschafft hat. Andere wollten das nicht, sie zogen vor Gericht, um sie zu schützen. Ohne Erfolg. Laura und ihre Familie haben sich durchgesetzt, jetzt sind die Leinen los. Sie hat am Mittwoch in Den Osse mit einem elf Meter langen Boot abgelegt, segelt erst einmal mit ihrem Vater bis Portugal und dann ohne Begleitung weiter. Westwärts über die Kanaren, die Galapagos-Inseln, Australien, Thailand, den Golf von Aden. Hier wurde im vergangenen Jahr ein deutscher Segler von Piraten entführt und 52 Tage gefangen gehalten. „Es ist ein bisschen wie Selbstmord“, sagte er damals – und segelte wieder dort. Der Mann war zweiundsechzig.

          Laura Dekker bekommt ihren Rekord nur dann, wenn sie vor ihrem siebzehnten Geburtstag wieder da ist. Das ist im September 2012. Mädchen mit vierzehn dürfen natürlich unvernünftig sein, übermütig, ein bisschen verrückt. Aber sie sollten nicht zwei Jahre lang auf Ozeanen verschwinden, sie sollten mit anderen die Schule besuchen, ins Kino gehen, Freundinnen treffen.

          Laura Dekker hat einen Hund, er heißt „Spot“. Ihn werde sie am meisten vermissen, sagt sie. Was für ein Mädchen wäre sie, würde sie mit all dem Wind, dem Salzwasser, der Einsamkeit und der Angst nicht auch mal ihr ganzes altes Leben an Land vermissen? Aber sie möchte doch die Welt kennenlernen, sagt sie. Und sie liebe das Segeln nun mal so sehr. Jemand hätte ihr natürlich auch den Weg in ein Reisebüro zeigen oder ihr sagen können, dass diese Liebe nicht da beginnen muss, wo kein Land mehr zu sehen ist, dass auch die Nordsee groß und weit ist. Aber ihr Vater bringt sie lieber nach Portugal. Dann gibt er ein Mädchen dem Meer und nimmt es zwei Jahre später als junge Frau wieder zurück, wenn alles gut geht. Ihr Segelboot heißt „Guppy“. Das sind bunte Aquariumfische – klein und verletzlich.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

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