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0:2 in Polen : Der Weltmeister ist geschlagen

Wo ist die Lösung? Mario Götze weiß sie bei der Niederlage in Polen auch nicht Bild: dpa

Deutschland verliert erstmals seit sieben Jahren ein Qualifikationsspiel: Polen gewinnt mit 2:0 - und das nicht einmal wegen Lewandowski. Wie 2012 im EM-Halbfinale ist Warschau kein gutes Pflaster. Nun steht die deutsche Nationalmannschaft am Dienstag gegen Irland unter Druck.

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          Es gibt nicht viele Stadien, die so schön sind wie das von  Warschau. Für die Deutschen ist es aber bislang mit ziemlich unschönen  Erinnerungen verbunden. Hier verlor Joachim Löws Team bei der EM 2012 das  Halbfinale gegen Italien. Und um sich daran zu erinnern, wie sich eine  Pflichtspielniederlage anfühlt, musste die zwischenzeitlich zum Weltmeister avancierte Fußball-Nationalmannschaft offenbar erst ein weiteres Mal nach Warschau kommen. Dass es am Samstagabend nach gut  zwei Jahren wieder einmal so weit kam, war ärgerlich, weil unnötig. Beim 0:2  gegen Polen waren die Deutschen trotz verletzungsbedingten Ausfällen das bessere Team, brachten sich aber durch miserable Chancenverwertung und einen folgenschweren  Aussetzer in der Defensive um den möglichen Erfolg.

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Beim polnischen Führungstor  durch Arkadiusz Milik in der 51. Minute hatten Jerome Boateng und Torwart  Manuel Neuer nicht die nötige Orientierung. Kurz vor Schluss sorgte Sebastian Mila sogar noch für den zweiten Treffer der Polen (88.) - es bedeutete die  erste deutsche Niederlage gegen diesen Gegner überhaupt.

          Polnischer Jubel: Torschütze Arkadiusz Milik (r.) Bilderstrecke
          Polnischer Jubel: Torschütze Arkadiusz Milik (r.) :

          Fürs Erste also wird  Löws Team den Polen in der EM-Qualifikation hinterherlaufen - ein ungewohntes  Gefühl, das allerdings noch nicht tief beunruhigend sein muss. Zum einen stimmte die Leistung im Großen und Ganzen, zum anderen ist der Qualifikationsmodus alles in allem ja recht komfortabel. Am Dienstag aber sollte in Gelsenkirchen gegen Irland die volle Punktausbeute zu Buche  stehen. Sonst würde aus dem von Teammanager Oliver Bierhoff prophezeiten  „schweren Oktober“ ein ziemlich heißer Herbst.

          „Klar, bin ich enttäuscht. Aber eigentlich kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Höchstens den, dass wir mit unseren Chancen zu fahrlässig umgegangen sind“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. „Jetzt müssen wir die Kräfte sammeln und dann werden wir das Spiel am Dienstag gegen Irland gewinnen.“

          Ohne Podolski, mit Bellarabi

          Löw ließ am Samstagabend ohne Lukas Podolski, aber mit Karim Bellarabi beginnen  - das war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Im Fall Podolski entschied Löw  sich für dessen Qualitäten als später Dampfmacher - auch wenn das für den  gebürtigen Polen die bittere Erkenntnis beinhaltete, selbst in einem  dezimierten Nationalteam nicht erste Wahl zu sein; auf der linken Außenbahn  begann André Schürrle.

          Der Leverkusener Bellarabi durfte gleich bei seiner ersten Berufung durchstarten. Der Sohn eines Marokkaners und einer Deutschen  ist für Löw ein Spieler, „der die freien Räume gut erkennt“ - und dank seines  Tempos und seiner technischen Möglichkeiten einen allzeit gefährlichen Faktor  darstellt, bevorzugt von rechts. Bellarabi begann fast ein wenig überdreht,  fand aber dann aber zügig das richtige Tempo und hatte ein paar markante  Momente - ein Tor allerdings, so musste man nach 90 Minuten feststellen, hätte  er angesichts einiger Möglichkeiten der gehobenen Kategorie doch gut und gerne  machen dürfen.

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