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Weltfußballer : Zinedine Zidane zum Zweiten

  • Aktualisiert am

Beckenbauer: Zidane ist eine großartige Wahl Bild:

Der Weltfußball-Verband Fifa hat Maradona und Pele zu Jahrhundertfußballern gekürt. Ohne faulen Kompromiss wurde dagegen Zinedine Zidane zum zweiten Mal nach 1998 „Fußballer des Jahres“.

          Bei der Wahl zum „Fußballer des Jahrhunderts“ hat sich der Weltverband FIFA für einen faulen Kompromiss entschieden. Bei der Gala am Montag in Rom wurden mit Pele und Maradona gleich zwei herausragende Kicker geehrt. Der dreimalige Weltmeister aus Brasilien nahm die Auszeichnung für den Sieg bei der FIFA-Wahl in Empfang, der argentinische Star setzte sich bei einer Abstimmung im Internet durch. Als „Fußballer des Jahres“ wurde zum zweiten Mal nach 1998 der Franzose Zinedine Zidane von Juventus Turin ausgezeichnet. „Das ist eine großartige Wahl“, meinte Michel Platini. Real Madrid darf sich künftig mit dem Titel „Mannschaft des Jahrhunderts“ schmücken. Bayern München landete hinter Manchester United auf Rang drei.

          Den Spagat bei der Entscheidung, gleich zwei Jahrhundert-Fußballer zu küren, übte die FIFA, um beide Ausnahmespieler bei der Veranstaltung am Montagabend präsentieren zu können. Im Vorfeld hatte der 40-jährige Maradona einen verbalen Kleinkrieg angezettelt und mit dem Boykott der Gala gedroht. „Das ist etwas unglücklich gelaufen. Man sollte sich auf eine Wahl mit festgelegten Kriterien einigen“, übte der designierte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder leise Kritik.

          2004 nur ein Jahhundertfußballer

          FIFA-Präsident Joseph Blatter kündigte bereits an, dass anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Weltverbandes im Jahre 2004 ein einziger „Fußballer des Jahrhunderts“ ausgezeichnet werden soll. Der 60 Jahre alte Pele gewann 1958, 1962 und 1970 mit Brasilien den Weltmeistertitel. Insgesamt bestritt er 92 Länderspiele für sein Land und erzielte in seiner einzigartigen Karriere über 1.000 Tore. „Pele war der Größte der Fußball-Geschichte und er ist es auch immer noch“, hatte sich Franz Beckenbauer schon zum 50. Geburtstag des Super-Technikers, dessen bürgerlicher Name Edson Arantes do Nascimento lautet, festgelegt. Der „Kaiser“ belegte bei den Umfragen die Plätze vier (FIFA) und acht (Internet).

          Peles Landsmann Rivaldo, „Fußballer des Jahres“ 1999 und in diesem Jahr hinter Zidane und dem Portugiesen Luis Figo Dritter, begrüßte die Wahl der FIFA. „Maradona war ein großartiger Spieler. Aber Pele ist eben Pele. So einen gibt es nur einmal.“ Maradona war am Montag in Rom mit seinem gesamten Familienclan im Gefolge eingetroffen, hatte sich aber sofort an einen geheim gehaltenen Ort begeben. Der Argentinier hatte im Vorfeld getönt: „Ich habe zwölf Jahre in Europa gespielt, und Pele hat bei zwei Weltmeisterschaften frühzeitig aufgegeben. Ich bin der Beste.“

          Wahl zum Fußballer 2000 so knapp wie nie

          Dabei unterschlug Maradona jedoch, dass auch er bei zwei Weltmeisterschaften einen unrühmlichen Abgang hatte. 1986 sah er im Zwischenrundenspiel gegen Italien die Rote Karte, Argentinien schied nach einem 1:2 aus. Acht Jahre später sorgte er bei der Endrunde in den USA für einen Skandal, als er bei einer Dopingkontrolle nach dem Vorrundenspiel gegen Nigeria positiv getestet und vom weiteren Turnierverlauf ausgeschlossen wurde.

          Ohne Zwist, aber so eng wie noch nie ging es bei der Wahl zum „Fußballer des Jahres“ zu. Europameister Zidane setzte sich mit 370 Stimmen vor Figo (329) und Rivaldo (263) durch. Etwas überraschend kam die Wahl daher, weil der 28-Jährige im Herbst für eine Reihe von Negativ-Schlagzeilen gesorgt hatte, als er innerhalb eines Monats gleich zwei Feldverweise erhielt. Wegen seines Kopfstoßes gegen Jochen Kientz im Champions-League-Spiel gegen den Hamburger SV (1:3) wurde Zidane von der UEFA-Disziplinarkommission für fünf internationale Spiele gesperrt. „Zidane ist ein herausragender Fußballer mit einer Technik, wie sie eigentlich nur Nicht-Europäer haben können“, hob Mayer-Vorfelder die Vorzüge des Franzosen hervor, die beim EM-Sieg der „Equipe Tricolore“ zum Tragen gekommen waren. Auch der deutsche Fußball ging nicht ganz leer aus. Stellvertretend für die Frauen-Nationalmannschaft nahm Doris Fitschen den Fair-Play-Preis der FIFA in Empfang. Zu „Fußballerinnen des Jahrhunderts“ wurden die Amerikanerin Michelle Akers (FIFA-Wahl) und die Chinesin Sun Wen (Internet-Wahl) gekürt.

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