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Leichtathletik : Dem perfekten Sprung ein Stückchen näher

Ihr erster Sieg bei der Diamond League: Mailaika Mihambo springt 6,90 Meter weit Bild: Reuters

Über Ballett und Turnen kam sie zum Weitspringen. Dort ist Malaika Mihambo einer magischen Grenze schon sehr nahe gekommen. Nun gewinnt die Kurpfälzerin in der Diamond League.

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          Seit ihrem achten Lebensjahr trainiert Malaika Mihambo für den perfekten Sprung. Nun ist die Weitspringerin ihm wieder ein Stückchen näher gekommen. Beim Diamond-League-Meeting am Donnerstagabend in Lausanne gewann die 24-Jährige mit 6,90 Metern den Wettbewerb. Es war ihr erster großer internationaler Erfolg.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          „Ich musste alles in meinen letzten Versuch packen. Nun bin ich glücklich, dass es geklappt hat“, sagte die Springerin von der LG Kurpfalz. Der Sieg in der Schweiz gelang ihr mit dem letzten Versuch, und er kam ein bisschen glücklich zustande, denn Europameisterin Ivana Spanovic aus Serbien hatte schon im ersten Durchgang ebenfalls 6,90 geschafft. Deshalb mussten die zweitbesten Leistungen verglichen werden, und in diesem Kriterium lag Mihambo mit 6,70 um drei Zentimeterchen voraus.

          Für die Europameisterschaft in Berlin Anfang August gilt sie längst als Medaillenkandidatin, zumal die Heidelbergerin, deren Vater aus Sansibar stammt, bereits Ende Mai in Weinheim mit einem Satz auf 6,99 Meter hauchdünn an die magische Grenze von sieben Meter heran gesprungen war. In der Weltbestenliste rangiert sie auf Rang zwei, nur Lorraine Ugen kam mit 7,05 Metern in diesem Jahr weiter hinaus. In Lausanne belegte die Britin mit 6,48 aber nur den enttäuschenden Rang sieben.

          „Mal steht man auf der Glücksseite, mal nicht“

          Malaika Mihambo gewann schon mit 22 Jahren ihre erste EM-Medaille, 2016 in Amsterdam sprang sie mit 6,65 Metern zu Bronze. Zwei Jahre zuvor in Zürich hatte ihr die gleiche Weite dagegen nur zu Rang vier genügt – gleichauf mit der Russin Daria Klishina, für die damals der bessere zweitbeste Versuch den Ausschlag gab. „Mal steht man auf der Glücksseite, mal nicht“, meinte Mihambo weise.

          Persönliche Bestleistung bei den Olympischen Spielen von Rio: 6,95 Meter
          Persönliche Bestleistung bei den Olympischen Spielen von Rio: 6,95 Meter : Bild: AFP

          Ballett, Judo und Turnen waren die ersten Sportarten, die sie ausprobierte, ehe sie sich der Leichtathletik widmete und dort den Weitsprung als ihr Metier ausmachte. Ihre Eleganz beim Anlauf ist sicher auch ihren frühkindlichen Bewegungserfahrungen geschuldet. „Erfolge sind wichtig, aber mein Antrieb kommt von innen“, erklärt die selbstbewusste Studentin über ihre Motivation: „Zuallererst mache ich die Leichtathletik für mich selbst.“

          Ihr bislang größter Erfolg gelang der jungen Springerin bei den Olympischen Spielen von Rio. Dort steigerte sie ihre damalige persönliche Bestleistung auf 6,95 Meter – zu Bronze fehlte bei dem hochwertigen Wettbewerb allerdings 13 Zentimeter. „Ich bin mir sicher, ich kann noch weiter springen“, sagt sie danach.

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