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Wasserball : Anstrengend aber nicht brutal

  • -Aktualisiert am

Athletischer Sport: Wasserball Bild: dpa

Es ist die anstrengenste Mannschaftssportart, schnell und attraktiv. Das Wichtigste über Wasserball.

          Eishockeyspieler und Wasserballer streiten sich gern darüber, wessen Sport anstrengender ist. Pausen zum Verschnaufen gibt es in beiden schnellen Mannschaftssportarten kaum. Doch während die Kufencracks auch einmal locker über das Eis gleiten können, müssen die Wasserballer immer mit den Beinen strampeln, um sich über Wasser zu halten. Auf dem Eis sind fliegende Wechsel erlaubt, im Wasser muss das Spiel unterbrochen sein. Der Vergleich dürfte also knapp zu Gunsten der Wasserballer ausfallen.

          Spielzeit:
          Die Spielzeit ist in vier Abschnitte unterteilt. Jeweils sieben Minuten dauert ein Viertel. Bei Spielunterbrechungen wird die Uhr angehalten. Von einer viertelstündigen Pause wie etwa beim Fußball können die Spieler nur Träumen. Gerade einmal zwei Minuten bleiben ihnen, bis einer der beiden Schiedsrichter den knallgelben Kunststoffball wieder in die Mitte des Spielfeldes legen lässt.

          Anpfiff:
          Alle Spieler liegen an ihrer Tor-Ausline. Wenn der Schiedsrichter das Spiel anpfeift und der kleine Schwimmring, auf dem der Ball genau in der Mitte des etwa 20 Meter langen Spielfeldes ruht, auf den Beckengrund gezogen wird, sprinten die besten Schwimmer der Teams, um als erster an den Ball zu gelangen. Geschwommen wird Kraul oder bei einem Rückzug manchmal Rücken, weil die Spieler so Bal und Gegner im Blick halten können. Nationalspieler schwimmen die 100 m Kraul meist deutlich unter einer Minute und können oft mit guten Schwimmern mithalten.

          Mannschaft:
          Sechs Feldspieler und ein Torwart sind in jeder Mannschaft. Sechs Auswechselspieler warten am Beckenrand. Fünf der sechs Feldspieler bauen sich meist in einem Halbkreis vor dem gegnerischen Tor auf, der sechste schwimmt als Center in die Mitte bis etwa zwei Meter vor das Tor. In der Verteidigung gibt es wie im Fußball eine Mann- oder Zonendeckung. Bundestrainer Hagen Stamm lies sein Team gegen Griechenland Zonendeckung spielen.

          Er blieb daheim: Marc Politze

          Torwart:
          Für die deutsche Mannschaft „steht“ der gebürtige Russe Alexander Tschigir im Tor. Der 32-Jährige ist der Herausragende Spieler im Team, er bringt die Erfahrung aus 364 Länderspielen für die frühere Sowjetunion und Russland mit. Vor der WM spielte er bereits 71 Mal für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV). Tschigir ist beim deutschen Abonnementsmeister Wasserfreunde Spandau 04 unter Vertrag und der einzige Profi im Team. Gute Torleute können mit ihrer Beinarbeit für kurze Zeit so weit aus dem Wasser kommen, dass die Badehose über der Wasseroberfläche ist.

          Fouls:
          Wasserball gilt zu Unrecht als brutale Sportart. Sie ist eher wie Fußball und Handball einzuordnen. Die Spieler tragen eine reißfeste Badehose und eine Badekappe mit Ohrenschützern aus Plastik, die unter dem Kinn festgebunden wird, viele Spieler tragen einen Tiefschutz. Verletzungen sind selten, weil die Tritte vom Wasser abgebremst werden. Das es natürlich auch unfair zugehen kann, zeigt die tiefe Bisswunde, die ein griechischer Spieler Tim Wollthan im Auftaktmatch im Finger zugefügt hat.

          Bei einem Foul wird ein Spieler für 20 Sekunden vom Feld gestellt, die Mannschaft spielt in Unterzahl weiter. Nach drei persönlichen Fouls ist das Spiel für den Sünder beendet. Die Mannschaft darf ihn aber im Gegensatz zur Roten Karte im Fußball ersetzen. Ein Strafwurf wird aus vier Metern ausgeführt.

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