https://www.faz.net/-gtl-35hr

Volvo Ocean Race : „illbruck“ kämpft sich nach Kollision auf Platz drei

  • Aktualisiert am

Assa Abloy segelt vor der illbruck Bild: Volvo Ocean Race

Die „illbruck“ hat sich vor der brasilianischen Küste auf Platz drei vorgekämpft. Skipper Kostecki kritisierte erneut wegen der Kollision die „SEB“.

          Die Taktiker standen vor einer verzwickten Entscheidung: Je früher sie nach Norden wenden ließen, desto eher wären sie auf dem kürzesten Weg. Weiter im Osten auf See herrscht jedoch mehr Wind, reicht dieser aber, um den Umweg wett zu machen?

          „News Corp“ zeigte am Dienstag, dass die Entscheidung der anderen Teams, weiter auf See hinaus zu fahren, die richtige war. Der Pulk überholt im Osten, „News Corp“ verlor den Vorsprung von zwischenzeitlich 25 Seemeilen und muss nun sogar bangen, den Anschluss zum Hauptfeld nicht zu verlieren.

          „SEB“ segelt hinterher

          Die ersten fünf Boote liegen nur drei Seemeilen auseinander, segeln also in Sichtweite zueinander und es kann nicht von einem echten Führenden gesprochen werden. Neun Meilen zurück liegt die Frauencrew der „Amer Sports Too“, 13 Meilen zurück, aber eben viel weiter im Westen unter Land und mit weniger Wind liegt „News Corp“.

          Einziger echter Nachzügler ist „SEB“. Die Schweden segelten zuletzt sogar etwas weiter westlich, was nach den Erfahrungen der „News Corp“ nur als verzweifelter Versuch gewertet werden kann, durch einen Alternativkurs zum Feld aufzuschließen.

          „Ausweichmanöver erst im letzten Augenblick“

          Von Bord der „illbruck“ meldete sich Skipper John Kostecki und schilderte die Kollision mit der „SEB“ aus seiner Sicht: „Aus irgendeinem Grund ist der erste Tag einer Etappe immer berüchtigt dafür, dass uns etwas seltsames passiert. In der zweiten Etappe sind wir kurz hinter Kapstadt beinahe gesunken. In der dritten Etappe segelten wir durch einen Tornado und jetzt in der fünften Etappe rammte uns SEB, als sich die Wege kreuzten.

          An diesem Tag hatte sich unser Weg bereits etwa drei- oder viermal mit SEB ziemlich dicht gekreuzt. Beide Boote hatten schmale, nicht-überlappende Focks gesetzt. Es war also leicht, den anderen klar zu sehen. Wir dachten, sie werden gleich routinemäßig hinter uns vorbeifahren. Aber als sich ihr Bug uns näherte, tauchte dieser nicht wie üblich hinter uns ein. Ich war besorgt, denn zu dem Zeitpunkt sah ich ihren Bug direkt auf uns zuhalten, und ich dachte, sie werden uns mittschiffs treffen. Erst im letzten Moment starteten sie das Ausweichmanöver.

          Doppelter Strafkringel nicht genug

          Sie trafen uns etwa ein Meter vor dem Heck an backbord, rissen ein Loch in unser Boot und die hinterste Doppelrelingstütze ab. Es war seltsam, weil der Wind nur mit 13 Knoten wehte, kein anderes Boot in der Nähe war und wir keine unerwartete Böe hatten. Wir zeigten ihnen sofort an, dass wir gegen sie protestieren, und sie drehten einen doppelten Strafkringel (720 Grad). Aber ist ein 720er ausreichend als Strafe bei so einem Fehler? Ich denke nicht. Ich denke, wer ein Hochseerennen von 4.500 Seemeilen segelt, muss sein Boot nicht in so eine enge Situation bringen wie SEB es tat. Der ganze Vorfall hat uns Zeit gekostet und wird uns das ganze restliche Rennen verfolgen.“

          Weitere Themen

          Arsenal bei Özil-Comeback düpiert

          Premier League : Arsenal bei Özil-Comeback düpiert

          Mesut Özil erlebt eine enttäuschende Rückkehr auf den Platz für den FC Arsenal. Gegen den Tabellenletzten liegen die „Gunners“ eigentlich sicher in Führung. Doch dann gelingt gar nichts mehr.

          Roglic stürmt auf den Radsport-Gipfel

          Sieg bei Vuelta : Roglic stürmt auf den Radsport-Gipfel

          Der frühere Skispringer Roglic fährt seinen größten Triumph auf dem Fahrrad ein. Trotz vieler Attacken ist er in Spanien nicht zu bezwingen. Sein Team wird auch ein ernster Tour-de-France-Anwärter.

          Topmeldungen

          Braunkohlekraftwerk Jänschwalde hinter dem ehemaligen Braunkohletagebau Cottbus-Nord

          Details des Klimapakets : Wer hat’s erfunden?

          Kommenden Freitag soll das Klimapaket beschlossen werden. Um die entscheidenden Details wird bis zuletzt gerungen: Offen ist vor allem die Frage, wie viel die Tonne CO2 kosten soll.
          Der frühere türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu trat am Freitag mit fünf anderen Politikern aus der AKP aus.

          Austritte aus der AKP : Rebellion gegen Erdogan

          Einige prominente Politiker sind aus der türkischen Regierungspartei AKP ausgetreten, um ihre eigenen Bewegungen zu gründen. Für den türkischen Präsidenten Erdogan könnte es eng werden.
          Christian Pirkner, Chef des Bezahldienstes Blue Code

          Angriff auf Google Pay : „Ich liebe unmögliche Missionen“

          Bisher zahlt kaum jemand mit dem Smartphone. Doch der Unternehmer Christian Pirkner will dem mobilen Bezahlen in Europa zum Durchbruch verhelfen – und legt sich dabei sogar mit Google und Apple an.
          Schild vor dem Trump Hotel in Washington, 21. Dezember 2016

          Klage von Hoteliers : Hat Donald Trump die Verfassung gebrochen?

          Trump schädige ihr Geschäft, indem er Diplomaten nötige, in seinen Hotels abzusteigen, monieren Gaststättenbetreiber. Damit haben sie vor einem New Yorker Gericht einen Etappensieg errungen. Nun könnte der Surpreme Court den Fall an sich ziehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.