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Volvo Ocean Race : "illbruck" als erste im Nordostpassat

  • Aktualisiert am

Der Flautengürtel ist Vergangenheit: „illbruck” Bild: Volvo Ocean Race

Die „illbruck“ kommt damit ihrem vierten Etappensieg auf dem fünften Abschnitt der härtesten Hochseeregatta der Welt immer näher.

          Das Spitzentrio mit „illbruck“, „Assa Abloy“ und „Tyco“ hat die Doldrums hinter sich und segelt im Nordostpassat knapp einen Knoten schneller als der Rest der Flotte, schafft in 24 Stunden mit rund 350 Seemeilen etwa 20 Seemeilen mehr als die Konkurrenz.

          John Kostecki, Skipper der „illbruck“, schrieb am Dienstag per e-mail von Bord: „Wir haben endlich den Nordostpassat erreicht, der für schnelleres Segeln und kühlere Bedingungen an Deck sorgt. Die Passatwinde bieten eine konstantere Brise sowohl in der Stärke, als auch in der Richtung. Das hebt auch die Moral der Crew, denn durch den Passat haben wir unsere Führung auf einige der Verfolger ausgebaut. Zudem segeln wir schneller, wodurch die erwartete Ankunft in Miami nach vorne rückt. Heute sind wir bei 15 bis 20 Knoten Wind mit Reaching-Spinnaker unterwegs gewesen - so wurden die Meilen nur so aufgefressen.“

          Hitzeschlacht hat Spuren hinterlassen

          „Wir sind immer noch dicht bei Tyco und Assa Abloy, so dass jede Kursbewegung, die wir machen, perfekt sein muss. Heute haben wir unsere Führung ausgedehnt, was sich direkt in unseren Segeltests vor der Regatta begründete. Es ist schön, die Vorteile unseres Zwei-Boot-Testprogramms zu sehen, weil das viel Mühe und Arbeit des gesamten Teams gekostet hat. Es wäre schön, wenn wir diesen kleinen Vorteil gegenüber unseren härtesten Konkurrenten fortsetzen könnten, aber das ist ziemlich unwahrscheinlich. Wir erwarten ein spannendes Rennen bis zum Schluss. Hoffentlich halten diese Passatwinde lange an, damit wir bald nach Miami kommen. Ich freue mich sehr auf die amerikanischen Lebensqualitäten.“

          Die Hitzeschlacht in den Doldrums hat Spuren hinterlassen. Knut Frostad, Skipper beim Schlusslicht „Djuice“, das in Rio noch als Zweiter eingelaufen war, schrieb: „Die Doldrums gehen mir auf die Nerven.“ Er machte seinen Jungs schon kostspielige Versprechen für jedes Boot, das sie im Endspurt doch noch überholen.

          Spitzentrio 100 Seemeilen weg

          Ihm fehlen schon 240 Seemeilen auf „illbruck“, und die Frauen der „Amer Sports Too“ sind als nächste Gegner auch schon 50 Seemeilen voraus. Andere gaben einen „sinnlichen“ Eindruck von Bord: Jez Fanstone, Skipper der „News Corp“ beschrieb die Gerüche unter Deck wie von „zwölf nassen Labradors in der Sauna“.

          Jason Carrington („Assa Abloy“) fehlten die Worte für die „Atmosphäre in der Kevlarschwitzbox“, nachdem „zwölf Mann seit zwölf Tagen die Boxershorts und Shirts nicht gewechselt haben“.

          Spannende Konstellation

          Das Spitzentrio ist mit über 100 Seemeilen auf die nächstgelegene „SEB“ schon so weit weg, dass es derzeit nach einem Zwei-Klassen-Rennen aussieht. Sollte das Führungstrio nicht noch in einer großen Flaute einparken, macht es die Plätze unter sich aus. Dabei ist es für die „illbruck“-Crew wichtig, vor „Assa Abloy“ zu bleiben, denn diese sind im Gesamtklassement auf Platz drei und könnten im Falle eines Sieges und eines dritten Platzes von „illbruck“ bis auf sieben Punkte herankommen.

          „Tyco“, derzeit fünfte, könnte mit einem Sieg punktgleich mit „Amer Sports One“ (so diese fünfte werden) auf den dritten Platz vorfahren. Die beiden Boote, die die „illbruck“ jagen, wollen also unbedingt gewinnen, während „illbruck“ nur wenig zu verlieren hat. Eine spannende Konstellation für die Hatz nach Miami.

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