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Volleyball : „Selten einen Gegner so verprügelt“

  • -Aktualisiert am

Schlagende Argumente: Marco Liefke Bild: dpa

Der SC Charlottenburg hat das erste Finalspiel um die deutsche Meisterschaft im Volleyball überraschend deutlich 3:0 gegen Bayer Wuppertal gewonnen. Für Bayer war es mehr als eine Niederlage.

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          Der SC Charlottenburg hat das erste Finalspiel um die deutsche Meisterschaft im Volleyball mit 3:0 (25:15, 25:17, 25:13) gegen den SV Bayer Wuppertal gewonnen.

          Das einseitige Spiel dauerte nur eine Stunde. "Ich kann mich nur an wenige Spiele erinnern, in denen wir eine Mannschaft so verprügelt haben", sagte Marco Liefke, der Hauptangreifer des SCC. "Ich glaube aber nicht, daß Wuppertal jetzt gebrochen ist. Die kommen wieder."

          Unerklärlich schwache Wuppertaler

          Der SC Charlottenburg benötigt nun noch zwei weitere Siege, um erstmals seit 1993 wieder den Titel zu gewinnen. Die deutliche Niederlage der Wuppertaler war um so überraschender, als sie noch im Halbfinale für eine große Überraschung gesorgt hatten. Das Team von Trainer Michael Mücke hatte den VfB Friedrichshafen mit 3:2 Siegen geschlagen - und am sechsten Titelgewinn in Folge gehindert.

          Friedrichshafen, das von Bundestrainer Stelian Moculescu betreut wird, hatte den deutschen Volleyball in den vergangenen Jahren im Alleingang dominiert. Die Bundesliga bedeutete für den VfB nur tristes Tagesgeschäft; ebenbürtige Gegner fand die Mannschaft nur in der Champions League. Die Vorherrschaft ist nun beendet. Friedrichshafen hofft jetzt auf eine Absage des neuen Meisters für die Champions League, die ein kostspieliges Zuschußgeschäft ist. Dann könnte der betuchte VfB den deutschen Platz einnehmen.

          Ob Wuppertal, das Friedrichshafen die empfindlichste Niederlage seit 1998 beibrachte, dem VfB als Titelträger nachfolgen wird, muß bezweifelt werden. Am Mittwochabend jedenfalls hinterließ das Bayer-Team keinen meisterlichen Eindruck. Die Spielsysteme waren für den SC Charlottenburg leicht ausrechenbar gewesen. Vor allem der Angriff verlief zu schematisch. Diagonalspieler Lars Dinglinger bekam immer wieder den Ball zugespielt. Darauf hatte sich der Block des SCC schnell eingestellt und ließ seine Angriffe abprallen.

          Mit hängenden Schultern aufs Feld

          Bereits nach wenigen Minuten führten die Berliner mit 13:3. Diesen hohen Rückstand konnte Wuppertal durch taktische Umstellungen zwar etwas mildern, doch die Aufholjagd blieb unbelohnt. Der SCC siegte im ersten Durchgang mit 25:11.

          Auch der zweite Satz lag von Beginn an in den Händen der Berliner, die auf Eugen Bakumovski verzichten mußten. Bakumovski hatte sich bei einem Zusammenprall mit Lars Dinglinger am Sprunggelenk verletzt. Für ihn spielte Vincent Lange, der mit seinen Schmetterbällen über die Außenposition maßgeblich am 25:17-Satzgewinn der Berliner beteiligt war.

          Die Körpersprache der Wuppertaler Spieler verriet, daß sie sich für den dritten Satz nicht mehr viel zutrauten. Mit hängenden Schultern schlichen sie aufs Feld - und ebenso geknickt verließen sie es ein paar Minuten später wieder. Beim 0:3 war das Bayer-Team ohne echte Chance. Doch dem Meister von 1997 bleiben noch zwei Spiele, um die Pleite vom Mittwoch wieder wettzumachen. Der Titel wird nach dem Modus "Best-of-five" ausgespielt. Meister ist, wer zuerst drei Partien gewonnen hat. Ein Bewährungschance hat das Bayer-Team bereits am Ostersamstag. Dann spielt der SC Charlottenburg in Wuppertal.

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