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Volleyball : Schwerin entzaubert Münster

  • -Aktualisiert am

Nach dem 3:0-Sieg über Titelverteidiger Münster ist Meister Schwerin klarer Favorit im Finale um den den deutschen Volleyballpokal gegen die Frauen von Bayern Lohhof.

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          Einmal an diesem für ihn so trostlosen Nachmittag hat Axel Büring dann doch mal lachen müssen. Das war, als Thilo von Hagen, Pressesprecher des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), die Pressekonferenz nach dem ersten Halbfinale um den Pokal der Frauen in Münster mit den Worten beendete: "Wenn keiner mehr Fragen hat, dann entlasse ich jetzt die Trainer."

          Büring, Trainer des USC Münster, deutete feixend auf den Kollegen Mike Schöps vom Schweriner SC und sagte, "den müssen Sie doch nicht entlassen, der hat doch gewonnen!" Und wie Schöps mit seinem Team gewonnen hatte. Mit 3:0 (25:15, 25:23, 25:17) hatte der Meister aus Schwerin im vorweggenommenen Finale den Titelverteidiger aus Münster entzaubert, die Begegnung wurde zu einer Lehrstunde. "Wir haben heute in allen Elementen sehr gut gespielt", sagte Schöps sichtlich gut gelaunt, "für mich war es ein einfacher Tag."

          Geister auf dem Platz

          Dagegen werden Büring und sein Team an der Art und Weise der Niederlage zu knabbern haben. Zu desolat war die Leistung des Champions-League-Viertelfinalisten über weite Strecken. Am Ende kam das Pokal-Aus einem Debakel gleich. "Wir sind im ersten Satz über den Platz gegeistert", analysierte Büring, und Götz Moser, DVV-Vizepräsident Sport, wunderte sich über die Verfassung der Nationalspielerinnen in Münsteraner Reihen: "Die haben derzeit so große Defizite in der Athletik, da wird einem Angst und Bange."

          Deutliche Kritik an der Arbeit von Büring, der bei seinen Schützlingen zudem "technische Defizite" ausmachte. Für den Erfolgstrainer, der den USC Münster zuvor dreimal zum Pokalsieg geführt hatte, war das Scheitern auch eine Folge der großen Erwartungshaltung: "Der Anspruch von Umfeld, Mannschaft und Zuschauern ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, das konnten wir bislang nicht umsetzen." Büring zeigte sich hernach selbstkritisch und ging mit sich und seinem Team hart ins Gericht: "Eine Entwicklung war bei uns bis Januar nicht erkennbar, dafür bin ich als Trainer verantwortlich."

          Lohhof zurück auf die große Bühne

          Im Finale trifft der Schweriner SC nun auf Bayern Lohhof. Das zweite Halbfinale gewann das Team aus Bayern gegen den Zweitligisten TV Fischbek nach hartem Kampf mit 3:2 (22:25, 25:15, 25:17, 12:25, 15:5). Die Lohhoferinnen, die in den 80er Jahren vier mal den Pokal gewinnen konnten, der in Szenekreisen unter dem Spitznamen "Kuhglocke" firmiert, kehren damit nach langen Jahren mal wieder auf die große Volleyball-Bühne zurück.

          Dennoch ist das Team von Trainer Peter Nonnenbroich gegen Schwerin krasser Außenseiter. Bange muß dem Aufsteiger indes nicht sein. Schließlich hat Schwerin im vergangenen Jahrzehnt keine gute Erfahrungen gemacht. Fünfmal stand das Team aus Mecklenburg nach der Wende im Finale, fünfmal scheiterte es - und verspielte dabei gleich vier mal eine 2:0-Satzführung. Das soll dieses Mal anders werden: "Wir denken nicht an die Vergangenheit", sagt Schöps, "uns interessiert nur das nächste Spiel."

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