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Volleyball-Champions-League : „Mithalten mit den Großen"

  • -Aktualisiert am

Grund zur Freude: Trainer Stelian Moculescu Bild: dpa

Großer Erfolg für den VfB Friedrichshafen: Der deutsche Meister steht nach dem 3:1 in Istanbul im Viertelfinale der Champions League.

          2 Min.

          Erfolgreich ist der deutsche Abonnementmeister schon in der Vergangenheit in der europäischen Königsklasse aufgetreten, doch diesmal hat sich Grundlegendes geändert.

          1999 war der VfB Friedrichshafen Dritter in der Champions League, ein Jahr später erreichte der deutsche Meister sogar das Finale, wo er Italiens Topteam Sisley Treviso knapp unterlag. Beide Male bildeten hauptsächlich ausländische Akteure das Gros der Stammformation.

          Erfolg durch Blockbildung

          Weil VfB-Coach Stelian Moculescu aber auch Bundestrainer ist, protegiert er seit der letzten Saison verstärkt junge deutsche Talente und Nationalspieler am Bodensee. Erfolg in Klub und Nationalteam durch Blockbildung wird angestrebt. Das ist kein neues Konzept, aber beileibe auch kein schlechtes. Einmal mehr gewann Friedrichshafen 2001 das Double, das auch heuer angestrebt wird.

          Nationale Meriten (wie bei der DVV-Pokalendrunde am kommenden Wochenende in Riesa) sind Pflicht, internationale erwünscht - und nach dem Vorrunden-Aus in der Vorsaison diesmal wieder in Reichweite.

          Denn durch ein souveränes 3:1 (25:18, 30:28, 23:25, 25:18) bei Arcelik Istanbul erreichte der VfB das Viertelfinale in der Champions League. „Ein großer Erfolg“, konstatierte Moculescu, „und wichtig, weil die Jungs jetzt endgültig wissen, dass sie mithalten können mit den Großen.“

          VfB ohne Pampel mit Problemen

          Eigentlich wussten sie das schon nach dem zweiten Spieltag in der stark besetzten Vorrunden-Gruppe C. Da siegten sie mit 3:1 bei Lube Banca Macerata (Italien), das derzeit in aller Bescheidenheit als bestes Vereinsteam der Welt firmiert und in der Tat einen Kader unterhält, der dem einer Weltauswahl gleicht.

          Zwei weitere Siege in der Vorrunde gab es, ehe das Missgeschick passierte: Friedrichshafen verlor 1:3 beim spanischen Konkurrenten Unicaja Almeria und zwei Tage später Schlüsselspieler Christian Pampel durch eine Trainingsverletzung. Die Diagnose: dreifacher Bänderriss im Sprunggelenk. Ein Operation war unumgänglich, Pampel wird frühestens Ende März wieder ins Geschehen eingreifen können.

          Arsov aggressiv

          Ohne den 22-jährigen Nationalspieler, der bis dahin zum zweitbesten Angreifer der europäischen Königsklasse avanciert war, verlor Friedrichshafen trotz guter Gewinnchancen zu Hause 1:3 gegen Macerata und musste plötzlich wieder um die Qualifikation fürs Viertelfinale bangen. Moculescu: „Christian ist eben sehr schwer zu ersetzen.“

          Irgendwie gelang es dann doch. Weil der während der Saison vorsorglich verpflichtete Bulgare Radoslav Arsov in Istanbul einen guten Job als Vertreter des deutschen Diagonalangreifers machte. „Radoslav kommt immer besser ins Spiel“, lobte Moculescu.

          Neues Interesse am Produkt „Volleyball"

          Der Erfolgstrainer darf sich nicht nur über die Leistung der Seinen freuen, sondern auch über die Begleitumstände. Denn seit dieser Saison überträgt das DSF die Champions-League-Partien des VfB live oder zeitversetzt in voller Länge. Quoten mit bis zu 200.000 Zuschauern im Schnitt zeigen, dass das Produkt Volleyball, das zuletzt im überregionalen Fernsehen kaum stattfand, tatsächlich ein vorsichtiges öffentliches Interesse geweckt hat.

          Dafür zeichnen die sportlichen Erfolge des VfB ebenso verantwortlich wie die Event-artige Aufbereitung der Übertragungen. „Die sind sehr gut, und Volleyball ist ja auch eine telegene Sportart“, lobt Moculescu den TV-Partner aus München. Immerhin trägt der Klub selbst einen erheblichen Teil der Produktionskosten.

          „Aber auch unsere Organisation in der Messehalle bekommt vom Europäischen Verband Bestnoten", so Moculescu weiter. „Außerdem haben wir mit die meisten Zuschauer.“ Kein Wunder, dass der VfB- und Nationaltrainer eine gewisse Zuversicht verbreitet: „Wir haben eine echte Chance.“

          Viertelfinal-Auslosung: Nur nicht Moskau

          Ob das auch für Friedrichshafen in der Champions League gilt, wird sich am 14. Februar (und beim Rückspiel am 20. Februar) weisen. Dann spielt der VfB in heimischer Messehalle gegen einen der drei verbleibenden Vorrunden-Gruppensieger. Als Gegner fürs Viertelfinale kommen die Griechen von Iraklis Thessaloniki (Gruppe A), Mostostal Kedzierzyn aus Polen (B) und das russische Topteam Luschniki Moskau (D) in Frage.

          Für die Auslosung am kommenden Samstag in Luxemburg hegt Stelian Moculescu nur einen Wunsch: „In dieser Phase gibt es nur noch schwierige Gegner, das ist klar. Aber Moskau muss es ja nicht unbedingt sein.“

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