https://www.faz.net/-gtl-8frkp

Volleyball-Champions-League : Margareta Kozuch krönt ihre Karriere

Im Rosa Trikot des Champions-League-Gewinners: Kozuch (mit Pokal) und Mitspielerinnen bei der Siegesfeier Bild: Picture-Alliance

Die Kapitänin des deutschen Nationalteams ist eine Wanderin durch die Volleyball-Welt. Nun gewinnt sie mit ihrem italienischen Klub die Champions League. Doch schon lockt das nächste Ziel.

          2 Min.

          Ein bisschen heiser, aber glücklich, so beschrieb sich Margareta Kozuch am Montagmorgen: „Viel geschrien, viel gesungen“, habe sie am Vorabend. Was nicht verwunderte, denn es galt, ein rauschendes italienisches Volleyball-Fest zu feiern. In Montichiari, einer Kleinstadt in der Lombardei, gewann die deutsche Volleyball-Nationalspielerin am Wochenende mit Pomi Casalmaggiore, ihrem italienischen Klubteam, überraschend das Final-4-Turnier der Champions League. Einem glatten 3:0 (25:19, 25:18, 25:19) im Halbfinale gegen den russischen Favoriten Dinamo Kasan ließ das Gastgeberteam im Endspiel ein weiteres 3:0 (25:23, 25:23, 25:22) gegen Vakifbank Istanbul folgen.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Margareta Kozuch steuerte insgesamt 21 Punkte zum Erfolg bei und wurde als beste Diagonalangreiferin in das Turnier-Dream-Team gewählt. „Es ist unglaublich. Ich bin sehr stolz auf unsere Leistung“, sagte die gebürtige Hamburgerin, die erst als vierte Deutsche nach Susanne Lahme, Hanka Pachala und Christiane Fürst den wichtigsten Titel im Vereins-Volleyball gewann. Der Triumph ist die vorläufige Krönung ihrer Karriere als Wanderarbeiterin am Netz, denn die Kapitänin des deutschen Nationalteams war auch schon polnische Meisterin und chinesische Meisterschaftszweite.

          Jubel, Trubel, Casalmaggiore: „Viel geschrien, viel gesungen“
          Jubel, Trubel, Casalmaggiore: „Viel geschrien, viel gesungen“ : Bild: Picture-Alliance

          Seit 2007 reist die 1,88 Meter große Blondine durch die Volleyball-Welt. Sie versilberte ihr Können schon in Russland und Aserbaidschan, am liebsten aber in Italien, wo ihr Freund herkommt und sie auch schon für Sassuolo, Novarra und Piacenza angriff. Als Diagonalspielerin besetzt Margareta Kozuch die Königinnenposition auf dem Feld – sie muss nicht annehmen, sondern darf nur angreifen.

          Die 29-Jährige füllt diese Rolle mit jeder Faser ihres durchtrainierten Körpers aus. Sie drückt sich bei Aufschlägen am Rande des Feldes herum, beobachtet die Annahme, antizipiert die Vorarbeit und hat sich längst katzenhaft in Position gepirscht, wenn der Ball zum Verwandeln angeflogen kommt. Dazu kommentiert sie jeden Spielzug, freut sich über jeden Punkt, feuert an und ist noch immer von „Hunger nach Erfolg“ angetrieben, den sie mit positiver Ausstrahlung zu koppeln versteht.

          Margareta Kozuch mit Papa und Pokal: „Erfolg erst mal sacken lassen“
          Margareta Kozuch mit Papa und Pokal: „Erfolg erst mal sacken lassen“ : Bild: Kozuch

          Der große Erfolg mit dem Vereinsteam ist für sie auch Genugtuung nach der Enttäuschung mit dem Nationalteam. Zweimal war sie mit Deutschland EM-Zweite. Aber bei Olympia spielte sie noch nie. Und auch die Qualifikation für Rio ging Anfang des Jahres bei einem fragwürdigen Turnier in der Türkei für das deutsche Team verloren.

          Doch kein Blick zurück im Zorn, neue Aufgaben warten. Schon am Mittwoch beginnen die Playoffs in der italienischen Meisterschaft. Am Montag schoss Margareta Kozuch erst mal Erinnerungsfotos mit Papa und Pokal auf dem Marktplatz von Casalmaggiore. Danach hatte sie an ihrem einzigen freien Tag außer Massage noch nichts geplant: „Ich muss den Erfolg erst mal sacken lassen“.

          Weitere Themen

          Peking lockert ein wenig

          Corona-Tests bei Olympia : Peking lockert ein wenig

          Die Organisatoren der Olympischen Winterspiele haben den CT-Wert, ab dem ein PCR-Test eines Sportlers als negativ angesehen wird, von 40 auf 35 herabgesetzt. Wer dazwischen liegt, muss in Isolation.

          Einreise nur mit zwei negativen PCR-Tests Video-Seite öffnen

          Olympische-Spiele in China : Einreise nur mit zwei negativen PCR-Tests

          Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele versucht China die Ausbreitung von Corona-Fällen mit strikten Maßnahmen zu verhindern. 72 Corona-Infektionen im Zusammenhang mit den Spielen wurden bereits bestätigt. Die breite chinesische Öffentlichkeit wurden vom Kauf der Tickets ausgeschlossen.

          Zu schwach für starke Gegner

          Löwen in der DEL2 : Zu schwach für starke Gegner

          Ausgerechnet in den Spitzenspielen zeigen die Löwen Frankfurt große Schwächen in der Defensive. Deshalb verlieren sie selbst gegen dezimierte Gegner. Ein Rückkehrer soll helfen.

          Topmeldungen

          Hauptsache dagegen: Mehr als Zweitausend Impfgegner, Coronaleugner und Querdenker demonstrieren in der Innenstadt von Frankfurt am Main gegen die Corona-Maßnahmen.

          Corona-Proteste : Wo bleibt der Widerspruch?

          Seit Wochen bestimmen die Aufmärsche der „Querdenker“ die Bilder und Nachrichten. Dabei kann die große Mehrheit mit der Radikalopposition der Bewegung nichts anfangen. Warum sind die Besonnenen und Vernünftigen im Moment so still?
          Vorsichtig bleiben und die Impfungen vorantreiben: Die Ministerpräsidentenkonferenz am Montag, unter anderem mit Hendrik Wüst (CDU, vorne rechts), ging ohne neue Maßnahmen zu Ende

          Ministerpräsidentenkonferenz : Was Bund und Länder beschlossen haben

          Alles bleibt, wie es ist: Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsidenten der Länder setzen ihren bisherigen Corona-Kurs fort. Eine neue Kampagne soll die Impfquote steigern.
          Am Tatort: Spurensicherung

          Amoklauf in Heidelberg : Im Hörsaal getötet

          Ein Student dringt mit mehreren Waffen in einen Hörsaal ein, und eröffnet das Feuer. Eine Frau stirbt nach einem Kopfschuss. Hinter dem Angriff soll eine Beziehungstat stecken.