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Volleyball-Bundesliga : Friedrichshafen zum fünften Mal in Folge Meister

  • -Aktualisiert am

Angriff abgewehrt: Friedrichshafen verteidigt den Titel Bild: dpa

Nur das erste Finalspiel verlor der VfB, dann machte der Topfavorit ernst und besiegte die Volleyballer des SCC Berlin drei Mal.

          3 Min.

          Langweilig wird höchstens den anderen, Stelian Moculescu nie - im Erfolg. „Ich genieße jede Meisterschaft“, gehört zum Standardvokabular des Trainers, der neben dem VfB Friedrichshafen auch die Nationalmannschaft betreut.

          Mit dieser muss er erst noch an seine Erfolge im Vereinsvolleyball anknüpfen. Und das wird schwierig genug, denn in Deutschland ist sein Klub das Maß aller Dinge. Durch ein 3:0 (25:20, 25:19, 25:23) gegen den SCC Berlin im vierten Playoff-Endspiel gewannen die „Häfler“ ihren fünften Meistertitel in Folge - das ist Bundesligarekord.

          Viertes Double für den VfB

          Nach dem sensationellen 2:3 zum Auftakt und den beiden Siegen in Berlin (3:2, 3:1) genügte Friedrichshafen der Heimerfolg in der Bodenseehalle, um die Finalserie nach dem Modus „best of five“ für sich zu entscheiden. Da die Schwaben im Januar auch den DVV-Pokal gewonnen hatten, holten sie zum insgesamt vierten Mal das Double.

          Nicht zuletzt deshalb sprach Moculescu gerührt: „Es war ein wunderschönes Jahr, und ich möchte noch mehr davon erleben.“ Auch und gerade, weil es „eine der schwersten Meisterschaften“ gewesen sei. Er habe ja schon einige feiern dürfen, aber diese sei auf Grund der nicht immer einfachen Begleitumstände „eine der schönsten“.

          Mehr Mühe als in früheren Jahren

          Das war in dieser Saison nicht selbstverständlich. In der Liga gab es mehr Niederlagen, als erwartet (nämlich auswärts in Mendig, Unterhaching und Dachau), zudem die erste und einzige Heimpleite ausgerechnet im ersten Endspiel gegen Berlin. „Du hörst von überall her, du bist der Beste, Größte und Schönste", sagt Moculescu. Da sei es schwer, „die nötige Spannung aufzubauen."

          Das ist dem hohen Favoriten gerade noch rechtzeitig gelungen. Im zweiten Finalspiel in Berlin hatte der VfB bei 0:2-Satzrückstand und dann noch einmal 12:14 im Tie-Break eigentlich schon verloren.

          Doch dann brachten Glück und Können den Umschwung. Der SCC vergab zwei Matchbälle, Friedrichshafen nutzte kurz darauf seinen zweiten. Damit war die Serie im Prinzip entschieden: Die beiden letzten Partien gingen klar und verdient an den Abonnementmeister.

          Umzug in die Messehalle I?

          Das letzte Heimspiel sahen 2000 Zuschauer in der Bodenseehalle, die künftig möglicherweise ausgedient hat. Denn der VfB gedenkt, auch für der Bundesliga in die Messehalle I umzuziehen, die in dieser Saison bereits Schauplatz der spekatkulären Champions-League-Heimspiele war.

          Dafür kassierten Geschäftsführer Klaus Kolley und Manager Bernd Hummernbrum vom Meistermacher persönlich höchstes Lob: „Ich widme ihnen diesen Titel. Ohne die beiden wäre es in der Champions League und mit der Messehalle nicht so gelaufen.“

          Ob sich das Konzept auch auf nationale Wettbewerbe übertragen lässt, wird geprüft. Einen prominenten Fürsprecher gibt es jedenfalls schon: Werner von Moltke. Der Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), der einmal mehr die Siegerehrung vornahm, plädiert für einen baldigen Umbau der Halle zu einer reinen Sportarena, die dann ein Fassungsvermögen von 3000 bis 4000 Zuschauern haben soll: „Dann verspreche ich, internationale Veranstaltungen nach Friedrichshafen zu holen.“

          Nationalmannschaft soll vom VfB profitieren

          Wie etwa Teile der Männer-Europameisterschaft, die 2003 in Deutschland stattfindet. Dann könnte die DVV-Auswahl mit einem Team antreten, das im Kern aus Friedrichshafener Akteuren besteht. Gesetzt scheinen VfB-Kapitän Bogdan Jalowietzki, der als einziger Spieler bei allen fünf Meisterschaften dabei war, sowie die jungen Angreifer Björn Andrae und Christian Pampel. Außerdem gehören Talente wie Norbert Walter und Ilja Wiederschein zum Kader.

          Im Verein werden sie von Routiniers wie Jalowietzki oder Ljubo Ristic geführt, der Moculescu für „den besten Coach, den ich je hatte“, hält. Dessen Qualitäten sollen auch die Nationalmannschaft vorwärts bringen, in der es zurzeit aber nur wenige Führungsfiguren wie Stefan Hübner gibt, der bei Montichiari in der italienischen Liga brilliert.

          Dennoch glaubt Moculescu an einen Entwicklungsprozess auch auf internationaler Ebene: „Aus den Weltliga-Niederlagen im Vorjahr haben wir gelernt.“ Heuer möchte er „schon die eine oder andere Partie gewinnen“. Auf dieses Ziel wird konsequent hingearbeitet - nach einer Verschnaufpause. Die VfB-Meisterspieler und die anderen Auswahlakteure dürfen sich bis zum 11. Mai ausruhen, ehe der erste DVV-Lehrgang ansteht. Natürlich in Friedrichshafen.

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