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Volleyball-Bundesliga : Friedrichshafen - und wer dann?

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Hechtet ein paar Monate in der Halle: Jörg Ahmann Bild: dpa

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          Haushoher Favorit ist erneut Titelverteidiger Friedrichshafen. Dahinter wird ein Sechskampf um fünf Play-Off-Plätze erwartet, die drei restlichen Teams dürften die beiden Absteiger unter sich ausmachen.

          VfB Friedrichshafen: Alles andere als der fünfte Meistertitel in Folge wäre eine Sensation. Wie immer gab es große Fluktuation beim VfB, wie immer wird Coach Stelian Moculescu eine bärenstarke Mannschaft aus dem Zehnerkader formen. Neu ist nur, dass Moculescu, in Personalunion Bundestrainer, verstärkt auf deutsche Talente und Nationalspieler setzt: Gleich sechs davon tummeln sich zurzeit in Friedrichshafen.

          Bayer Wuppertal: Maßvoll hat der zweifache Meister eingekauft. Warum auch nicht? Das Gerüst mit Starzuspieler Rajko Jokanovic, Angreifer Haroldas Cyvas und Libero Frank Bachmann steht, darum baut Trainer Michael Mücke behutsam an einer Mannschaft, die mindestens den Finaleinzug aus der Vorsaison wiederholen soll - und kann.

          SCC Berlin: Das Berliner Modell ist gescheitert: Ausschließlich mit deutschem Nachwuchs Titel zu holen, hat sich in der Praxis als kaum realisierbar erwiesen. Jung-Nationalspieler wie Ilja Wiederschein oder Norbert Walter sind daher nach Friedrichshafen abgewandert, neue Korsettstangen im Kader sind Ausländer wie der aus Wuppertal gekommene Finne Nisse Huttunen. Das Halbfinale ist somit Pflicht für Berlins neuen Trainer Mirko Culic.

          Aufsteiger im Nationalteam, Leistungsträger in Unterhaching: Michael Mayer
          Aufsteiger im Nationalteam, Leistungsträger in Unterhaching: Michael Mayer : Bild: DVV

          evivo Düren: Nicht nur der Name des einstigen TV Düren ist neu, auch Mannschaft und Trainerstab präsentieren sich mit frischen Gesichtern. Düren setzt weiter auf kanadisches Know-How: Brian Gavlas ist nach Frank Enns und Keith Hansen der dritte College-Coach, den sich die Rheinländer für ein Jahr aus Nordamerika ausleihen. Wie seine ebenso beliebten wie erfolgreichen Vorgänger, strebt auch Gavlas mindestens Platz vier an.

          ASV Jets Dachau: Der Vorjahresfünfte hat noch einmal kräftig investiert: Nur ein Leistungsträger ging, dafür kommen gleich sechs Neue zum zweimaligen Meister. Und Brian Watson - für den Kanadier ist es nach Fellbach und Berlin bereits die dritte Trainerstation in der Bundesliga. Er soll die zuletzt vermisste Professionalität bei den Jets garantieren, die endlich wieder ins Halbfinale vorstoßen wollen.

          VV Leipzig: Nach Meinung vieler Experten könnte der schlafende Riese in dieser Saison richtig aufwachen. Schon im Vorjahr führten Trainer Frank Pietzonka und die Nationalspieler Mark Siebeck und Steffen Busse den Aufsteiger in die Play-Offs - weniger darf es auch diesmal nicht sein. Denn die Sachsen hielten ihren kompletten Kader zusammen, verstärkten ihn sogar durch den finnischen Nationalzuspieler Aki Rijhimäki.

          VC Eintracht Mendig: Vor drei Jahren war Mendig bester Aufsteiger aller Zeiten, erreichte seitdem stets die Play-Offs - nur in der Vorsaison nicht. Konsequenz: Verkrustete Strukturen wurden aufgebrochen, die Mannschaft weiter verjüngt, der Trainer gewechselt. Bernd Werscheck, zuvor Co-Trainer in Düren, übernahm das Amt und will um den tschechischen Nationalzuspieler Petr Zapletal ein Team aufbauen, das wieder in die Meisterrunde einzieht.

          TSV Unterhaching: Dem letztjährigen Aufsteiger, der sich erst in der Relegation den Klassenverbleib sicherte, steht eine schwierige Spielzeit bevor. Der Hauptsponsor und etliche Stammspieler sprangen ab, namhafte Zugänge blieben Mangelware. Coach Mihai Paduretu muss im Abstiegskampf also noch mehr auf Kapitän und Nationalspieler Michael Mayer setzen. Der 21-Jährige war heftig von Friedrichshafen und ausländischen Klubs umworben worden, entschied sich aber für das familiäre Hachinger Umfeld.

          SV Fellbach: Nur nicht als Fahrstuhlmannschaft etablieren, ist das Ziel von Trainer Karl-Heinz Striegel. Den Fellbachern, einst deutscher Vizemeister, gelang nach dem Abstieg 2000 zwar gleich wieder die Rückkehr ins Oberhaus, doch dort dürften sich die Stuttgarter erneut in niederen Tabellengefilden wiederfinden. Prominente Verstärkung gab es kaum. Einzige Ausnahme: Jörg Ahmann, Beachvolleyballer des Jahres 2000, heuerte beim SV als Libero und Co-Trainer an.

          VC Bottrop: Als Absteiger Nummer eins wird - wie schon bei der Premiere 1998 - der Aufsteiger aus der zweiten Liga Nord gehandelt. Wegen großer finanzieller Probleme hatten Manager Wolfgang Donat und Trainer Andreas Künkler sogar an einen Rückzug gedacht, dann aber doch gemeldet. Auch, weil mit Ex-Nationalspieler Alexander Wedler wenigstens ein überdurchschnittlicher Zugang präsentiert werden konnte. Für den Klassenverbleib vermutlich immer noch zu wenig.

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