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Völler im Interview : „Wir sehen nicht alles durch eine rosa-rote Brille“

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Teamchef Völler: „Natürlich müssen wir noch Dinge verbessern” Bild: AP

Rudi Völler analysiert im Interview den Leistungsstand der deutschen Nationalelf nach dem 3:0-Sieg im Testspiel gegen Belgien und spricht über seine Leistungsträger und Sorgenkinder.

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          Das 3:0 gegen Belgien war der zweite Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Jahr der Europameisterschaft. Doch der schwache Gegner läßt nur wenig Rückschluß über den tatsächlichen Leistungsstand zu. Rudi Völler analysiert im Interview das Testspiel und spricht über seine Leistungsträger und Sorgenkinder.

          Wo steht die DFB-Elf nach dem zweiten Länderspiel 2004?

          Vor allem in der jetzigen Phase - die Monate März und April sind immer am schwierigsten - haben wir schon gegen Kroatien eine ordentliche Leistung gebracht. Jetzt haben wir 3:0 gewonnen. Die wichtigste Erkenntnis ist: Wir haben hinten gut gestanden, relativ wenige Chancen zugelassen.

          Wie ordnen Sie den Sieg ein?

          Wie ich nach einer Niederlage nicht alles schlecht rede, werde ich jetzt nicht alles gut sehen. Natürlich müssen wir noch Dinge verbessern bis zur EM. Wir werden jetzt nicht alles durch eine rosa-rote Brille sehen. Natürlich sind wir heute nicht so gefordert worden. Aber Belgien hat vor einigen Wochen in ähnlicher Formation 0:2 gegen die Franzosen verloren. Auch die Belgier müssen erst einmal 3:0 geschlagen werden.

          Wie wichtig ist das Duo Hamann/Ballack für Ihre Pläne?

          Ich habe ja schon in der Vergangenheit gesagt, daß das meine wichtigsten Spieler sind und daß das funktionieren muß. Ich freue mich nicht nur, daß beide ein Tor erzielt haben. Die Art und Weise ihres Zusammenspiels hat mich ein bißchen an Zeiten erinnert, wie sie bei der WM harmoniert hatten.

          War der schnelle Freistoß vor dem 2:0 regulär?

          Der Schiedsrichter hat es gegeben. Es war eine ähnliche Situation wie 2000 im Wembley-Stadion. Didi ist nicht umsonst Stratege auf dem Feld, das sind die Dinge, die er sehr schnell erkennen kann und ausnutzen kann. Drei Tore aus Standards - die zählen genauso wie andere Tore.

          Wie sehen Sie das Spiel von Jens Novotny, der ja in Leverkusen zuletzt nicht gespielt hatte?

          Das ist eine blöde Situation für ihn. Gerade Spiele wie dieses sind wichtig. Es ist ein Anfang, aber er ist auch einen Tick zu wenig gefordert worden.

          Hat auch Michael Ballack einen Schritt nach vorn getan?

          In den ersten 20 Minuten ist es nicht so gelaufen, da war insgesamt zu wenig Bewegung drin. Vor allem in der zweiten Halbzeit hat er ein paar tolle Aktionen gehabt. Da konnten wir schon wieder den Michael Ballack erkennen, den wir sehen wollen. Er hat das Heft des Handelns in die Hand genommen.

          Und Kevin Kuranyi hat getroffen, wie auch immer...

          Für Kevin Kuranyi habe ich mich besonders gefreut. Ich weiß, wie es ist, wenn man mal eine Durststrecke hat. Das hat er sich verdient, er hat viel gearbeitet. Da wird man gelobt und bemitleidet, aber das Wichtigste sind die Tore. Jetzt geht es voran.

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