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Vierschanzentournee : Hannawald Chef auf der Baustelle Innsbruck

  • Aktualisiert am

Flieger über Innsbruck: Sven Hannawald Bild: AP

Tournee-Spitzenreiter Sven Hannawald hat die neue Bergisel-Schanze fest im Griff. Nach der Trainingsbestweite von 132,5 m ließ er zum dritten Mal die Qualifikation aus.

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          Tournee-Spitzenreiter Sven Hannawald hat die neue Bergisel-Schanze fest im Griff. Der Hinterzartener präsentierte sich am Donnerstag bei seinen ersten Sprüngen auf dem umgebauten Bakken in Innsbruck erneut in Top-Form und ließ nach Trainingsbestweiten von 132 und 132,5 m zum dritten Mal die Qualifikation aus.

          „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, auch wenn es wie eine Ausrede klingt“, meinte Hannawald, der den extrem harten Aufsprunghang kritisierte: „Das hat mir die Waden zusammengepresst, und weil die eh nicht so dick sind, habe ich lieber auf die Quali verzichtet." Ansonsten lobte der Schwarzwälder die neue Anlage: „Das ist eine geile Schanze, die sich sehr gut springen lässt und auf der man ins Fliegen kommt. Die Anlage ist perfekt.“

          Hannawald denkt von Sprung zu Sprung

          Der erste deutsche Sieg in Innsbruck seit 18 Jahren scheint möglich, selbst der erste Vierfach-Triumph der Geschichte beim Skisprung-Grand-Slam ist für den überragend fliegenden Hannawald in Reichweite. Doch der Hinterzartener stapelt tief: „Darüber grüble ich genauso wenig nach wie über den Gesamtsieg. Ich denke von Sprung zu Sprung.“

          Am Freitag in der K.o.-Runde tritt Hannawald erneut mit Startnummer 50 an und trifft auf Martin Höllwarth. Der Österreicher gewann die Qualifikation mit einem Sprung auf 130 Meter und 134,0 Punkten. Nur die Sieger der 25 Duelle und die fünf besten Verlierer kommen in den Finaldurchgang. In Partenkirchen war Hannawald der Beste dieser „lucky looser" und gewann schließlich den Wettbewerb.

          Bei Schmitt ist der Knoten geplatzt

          Martin Schmitt ließ nach zweimal 131 m im Training ebenfalls die Qualifikation aus. Er trifft am Freitag auf den Russen Ildar Fatkullin. Viel wichtiger als die Weiten war für den 23-Jährigen aus Furtwangen jedoch die Erkenntnis, dass das Gefühl in der Luft zurückgekommen ist. „Das habe ich mir gewünscht“, sagte der viermalige Weltmeister. Probleme bereitete ihm nur die Landung, bei der er Schmerzen im Knie verspürte. „Viel weiter kann und sollte man nicht springen, sonst tun einem die Füße weh“, meinte Schmitt.

          Alle acht gestarteten deutschen Flieger qualifizierten sich für das Springen auf der neuen Bergiselschanze. Neben den über ihre Weltcup-Platzierung vorqualifizierten Hannawald, Schmitt und Stephan Hocke (121 Meter) auch Alexander Herr (122), Michael Uhrmann (122), Christof Duffner (122), Dirk Else (121) und Georg Späth (119). Bundestrainer Reinhard Heß war zufrieden: „Zum Glück haben sie den alten Bock abgerissen. Die neue Schanze liegt uns viel besser, sie kommt unserem modernen Sprungstil und Material entgegen. Sven ist weiter in Topform, und bei Martin könnte der Knoten geplatzt sein.“ Auf der Uralt-Schanze hatte als letzter Deutscher Jens Weißflog im Jahr 1984 triumphiert.

          Ahonen ist aus dem Rennen

          Während Vorjahressieger Adam Malysz als Fünfter (126 m) einen akzeptablen Trainingseindruck hinterließ, ist der Tournee-Sieger von 1998/99 und zweifache Zweite der vergangenen Jahre, Janne Ahonen, völlig außer Form. Der Finne landete bei 107 Metern und wurde nur 72., womit er sich nicht für den Endkampf qualifizierte.

          Auch der Gesamtsieger von 1999/2000, Andreas Widhoelzl, verpatzte seinen Qualifikationssprung (110,5 Meter). Da er aber zu den Top-15 des Weltcups zählt, kann der aktuelle Tournee-Vierte am Freitag ins Geschehen eingreifen.

          Neuer Inhaber des Schanzenrekords ist der Russe Waleri Kobelew, der in der Qualifikation 130,5 m sprang und Platz drei belegte. Die Trainingssprünge von Schmitt und Hannawald waren zwar weiter, finden aber keinen Eingang in die offiziellen Wertungslisten. Somit haben die beiden Vorflieger am Freitag noch ein weiteres Ziel offen.

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