https://www.faz.net/-gtl-oloj

Vierschanzentournee : Ahonen dominiert Qualifikation - Hannawald verzichtet

  • Aktualisiert am

Die Bergiselschanze in Innsbruck Bild: AP

Dem Finnen Janne Ahonen ist bei der Qualifikation für das dritte Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck der weiteste Sprung gelungen. Sven Hannawald verzichtete abermals und wurde ausgepfiffen.

          2 Min.

          Mit einem gellenden Pfeifkonzert haben die Fans in Innsbruck den Verzicht von Sven Hannawald bei der Qualifikation für das dritte Springen der Vierschanzentournee quittiert. Als der Stadionsprecher dessen erneute Nichtteilnahme bekannt gab, war der Hinterzartener bereits aus dem Stadion verschwunden.

          „Er soll seinen Weg gehen. Er will gegen die Besten springen. Jetzt muß er zeigen, was er drauf hat“, sagte Bundestrainer Wolfgang Steiert. Als Letztplatzierter muß sich Hannawald am Sonntag im K.o.-Duell wie in Garmisch-Partenkirchen mit dem Finnen Janne Ahonen messen, der mit 129,5 m Bester der Qualifikation war.

          Thoma: „Die Flucht ist nicht immer das Beste“

          Bei Hannawald geht das Rätselraten weiter. Dabei sollte gerade in Innsbruck nach zuletzt schwachen Leistungen der Knoten platzen. Doch auch am Bergisel gelang dem DSV-Adler im Training nicht die erhoffte Befreiung. „Ich möchte meine Kräfte sparen. Außerdem hatte ich nicht den Eindruck, daß ich in der Qualifikation meine Form wesentlich weiterentwickeln kann“, begründete der 29jährige seine Entscheidung.

          Training ja, Qualifikation nein: Sven Hannawald hadert weiter mit sich

          Die stieß bei „Altmeister“ Dieter Thoma auf ein wenig Unverständnis. „Die Flucht ist nicht immer das Beste in so einer Situation. Sven zieht sich zu sehr in sein Schneckenhaus zurück. Angriff ist die beste Verteidigung, aber er muß wissen, was er tut“, meinte Thoma.

          Späth bester deutscher Springer

          Die deutschen Hoffnungen ruhen wieder einmal auf Georg Späth (Oberstdorf) und Michael Uhrmann (Rastbüchl). Die Zimmergenossen überzeugten mit Sprüngen auf 126 m beziehungsweise 123,5 m und meldeten beide den Anspruch auf einen Platz unter den ersten zehn an. „Ich denke nicht über meine gute Ausgangssituation nach und verspüre auch keinen Druck. Ich will einfach nur gut springen“, so Späth, der in der Gesamtwertung auf Platz 3 rangiert. „Georg hat mit einem mittelmäßigen Sprung gezeigt, was er drauf hat“, freute sich Steiert über seinen neuen Vorflieger.

          Uhrmann selbst war die Weite egal, „Hauptsache das Gefühl für die Schanze ist wieder da“, erklärte der 25jährige. Der Bayer hat nach wie vor Geschwindigkeitsprobleme, fährt der Konkurrenz im Anlauf hinterher. Auf Chefpräparierer Peter Lange wollte es der Gesamtvierte aber nicht schieben: „Peter tut mir leid. An ihm liegt es nicht, eher an meiner Anlaufposition.“

          Schmitt nur Mittelmaß

          Abermals nur Mittelmaß bot Martin Schmitt (Furtwangen). „Ich war zu spät am Absprung. Die Weltspitze ist schon noch ein bißchen weit weg“, war der 25jährige nach seinem Sprung auf 119,5 m unzufrieden. Ein wenig mehr hatte sich bestimmt auch Geburtstagskind Maximilian Mechler (20) erhofft, der im Sommer beim Grand-Prix an gleicher Stelle seinen ersten Sieg gefeiert hatte. Mit 119 m rangierte der Youngster diesmal nur im Mittelfeld.

          Ein gutes Comeback in Innsbruck gelang Stephan Hocke. Der Oberhofer hatte sich Anfang September bei einem schweren Sturz auf der Bergisel-Schanze einen Haarriß im Brustwirbel zugezogen und mußte sechs Wochen pausieren. Mit 114 m qualifizierte er sich diesmal sicher. „Den Sturz habe ich abgehakt. Ich bin ganz normal hochgegangen wie auf jede andere Schanze auch“, sagte der Mannschafts-Olympiasieger. Sein Vereinskollege Jörg Ritzerfeld und Alexander Herr (Schonach-Rohrhardsberg) schieden dagegen aus.

          Weitere Themen

          Gigantische Olympische Ringe Video-Seite öffnen

          Sommerspiele in Japan : Gigantische Olympische Ringe

          Die Installation ist 32,6 Meter breit und 15,3 Meter hoch. Sie soll in der Bucht von Tokio vor Anker gehen, in der Schwimm- und Triathlonwettbewerbe stattfinden. Die Olympischen Sommerspiele beginnen am 24. Juli.

          Topmeldungen

          Demonstranten in Lausanne, einige Tage bevor sich die Wirtschafts- und Politikelite in Davos trifft. Nicht nur die Klimapolitik steht im Fokus der Protestler – auch der Kapitalismus.

          „Trust-Barometer“ : Deutsche zweifeln am Kapitalismus

          Nur noch jeder achte Deutsche glaubt, dass er von einer wachsenden Wirtschaft profitiert. Viele blicken pessimistisch in die Zukunft. Mehr als die Hälfte ist der Meinung, dass der Kapitalismus in seiner jetzigen Form mehr schadet als hilft.
          Die Weichen werden gerade neu gestellt, es geht raus aus der Kohleförderung.

          „Soziale Wendepunkte“ : Wenn der Klimaschutz ansteckend wird

          Irgendwann kippt das gesellschaftliche Klima, dann kann es doch noch klappen mit dem Stopp der Erderwärmung. Eine Illusion? Forscher haben sechs „soziale Wendepunkte“ ausgemacht, die allesamt bereits aktiviert sind – und ein Umsteuern einläuten könnten.

          F.A.Z. Podcast für Deutschland : Die neue deutsche Rolle im Libyen-Konflikt

          Kann es wirklich Frieden geben in Libyen? Der politische Herausgeber Berthold Kohler und Nahost-Korrespondent Christoph Ehrhardt sprechen darüber mit Moderator Andreas Krobok. Außerdem: Wikipedia-Gründer Jimmy Wales über Fakenews und Sportwissenschaftler Professor Daniel Memmert über immer jüngere Fußballstars.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.