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VfL Wolfsburg : Effenberg: „Röber ist der richtige Mann“

  • Aktualisiert am

Dienstbeginn in Wolfsburg: Jürgen Röber Bild: dpa

Wolfgang Wolf gibt seinen Trainerposten beim VfL Wolfsburg auf, sein Nachfolger wird Jürgen Röber, der frühere Trainer von Hertha BSC Berlin. Der umstrittene Kapitän lobt die schnelle Entscheidung.

          Entnervt und entkräftet hat Wolfgang Wolf beim VfL Wolfsburg aufgegeben. Von den überzogenen Erwartungen, der sportlichen Talfahrt und den andauernden Querelen mit Teilen des Aufsichtsrates zermürbt, hat der Fußball-Lehrer nach fast fünf Jahren als Trainer des VfL dem Druck nachgegeben und Platz gemacht für Jürgen Röber.

          Der vor einem Jahr bei Hertha BSC entlassene Röber erhielt am Dienstag einen Vertrag bis 2006, der allerdings nur für die erste Liga Gültigkeit besitzt.

          Erste Wahl ist Röber nicht

          Als erste Wahl kann Röber kaum bezeichnet werden. Seit Wolf vor wenigen Wochen verkündet hatte, dass er den Verein zum Saisonende verlassen werde, war Manager Peter Pander auf der Suche nach einem prominenten Nachfolger. Der Druck erhöhte sich jedoch zusehends, weil der ambitionierte VfL Wolfsburg seit der Rückrunde nur fünf Punkte aus sechs Spielen holte und dabei überraschend sogar in Abstiegsgefahr geraten ist.

          Statt eines international renommierten Trainers - wie dem zuletzt gehandelten Dänen Morten Olsen - präsentierte der VfL Wolfsburg nun den 49-Jährigen Röber, der bei Hertha BSC in Berlin an den hohen Erwartungen gescheitert war. „Eine Lösung zum 1. Juli war nach den Turbulenzen bei uns nicht mehr denkbar. Von daher war es richtig, sich für einen Trainer jetzt zu entscheiden, der sofort anfangen kann“, meinte Pander zu der Verpflichtung.

          Im Berliner „Tagesspiegel“ sagte Stefan Effenberg zum neuen Trainer: „Er hat bei Hertha großartige Arbeit geleistet und den Verein ins Oberhaus geführt. Röber ist der richtige Mann für Wolfsburg.“

          Erste Bewährung gegen Cottbus

          „Ich freue mich wahnsinnig, das es wieder losgeht. Ich bin froh, dass ich wieder arbeiten kann. Ich habe in den vergangenen Monaten gemerkt, was mir in dieser Zeit gefehlt hat“, sagte Röber, der schon vor einem Jahr als Wolf-Nachfolger galt, bei seiner Vorstellung am Dienstag in der Volkswagen-Arena. Der frühere Profi vom SV Werder Bremen meinte zu seinem Vorgänger: „Irgendwann ist die Zeit einmal für jeden von uns als Trainer zu Ende.“

          Über seine Ziele mit dem VfL sagte er: „Kurzfristig gesehen müssen wir unsere nächsten Spiele gewinnen. Das fängt am Samstag mit drei Punkten gegen Cottbus an. Aber auf lange Sicht heißt das Ziel internationales Geschäft. Der VfL ist ein Klub mit hervorragender Perspektive. Hier lässt sich viel bewegen. So wie Bayer Leverkusen es geschafft hat, müsste auch Wolfsburg in den nächsten Jahren weit nach oben kommen.“

          Für VfL-Manager Peter Pander, der lange den Kontakt zu Röber dementiert hatte, kommt der Trainerwechsel zum richtigen Zeitpunkt: „Wir wollten vor allem die richtigen Signale in Richtung Mannschaft setzen. So wie bisher konnte es nicht weitergehen.“ Panders Vertrag wurde kürzlich bis zum 30. Juni 2008 verlängert.

          Wolf will für Ruhe sorgen

          „Mit Jürgen Röber haben wir einen Trainer gewinnen können, der bereits erfolgreich in der Bundesliga gearbeitet hat“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Lothar Sander: „Dabei hat er sich als qualifizierter Fachmann gezeigt, der zudem eine Mannschaft motivieren und führen kann.“ Röber war in der Bundesliga Trainer beim VfB Stuttgart und bei Hertha BSC.

          Wolf, der in seiner fast fünfjährigen Tätigkeit immer wieder in Frage gestellt worden war, gab dem zuletzt wachsenden Druck nach und sorgte für den vierten Trainerwechsel der laufenden Saison. Die Fans forderten seit Wochen seine Ablösung. Teile des Aufsichtsrates demontierten ihn, und die Mannschaft um den umstrittenen Starspieler Effenberg präsentierte sich immer mehr als Ansammlung von Einzelspielern.

          Erfolg sei nur möglich, „wenn Ruhe einkehrt und die Jungs sich auf die anstehenden Aufgaben voll konzentrieren können“, wird Wolf in einer Mitteilung des Vereins zitiert: „Die anhaltende Diskussion in der Öffentlichkeit um meine Person ist diesem Ziel nicht förderlich.“

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