https://www.faz.net/-gtl-p5o4

VfB Stuttgart : Cacau trifft dreimal - Kuranyi „muß strampeln“

  • Aktualisiert am

Bankdrücker Kevin Kuranyi Bild: dpa/dpaweb

Kevin Kuranyi muß beim VfB Stuttgart um seinen Stammplatz kämpfen. Während Cacau drei Tore zum 4:2-Sieg gegen Mainz beisteuerte, bliebt der 28-Minuten-Einsatz des Nationalstürmers torlos.

          2 Min.

          Bankdrücker Cacau ist neuer Hoffnungsträger im Sturm des VfB Stuttgart, Nationalspieler Kevin Kuranyi hingegen muß um seinen Stammplatz kämpfen. Matthias Sammer hat gleich zu Beginn seiner Amtszeit als VfB-Trainer die Angreifer-Hierarchie des schwäbischen Fußball-Bundesligisten zumindest in Frage gestellt.

          „Gut, daß wir etwas Konkurrenz haben“, kommentierte Sammer seine überraschende Maßnahme, die Nationalspieler Kuranyi und Philipp Lahm beim 4:2 (2:0) gegen Aufsteiger FSV Mainz 05 nicht von Beginn an spielen zu lassen.

          Extratraining für Kuranyi

          Der 36jährige stärkte jedoch Kuranyi den Rücken: „Er hat nach der EM noch etwas Rückstand, die anderen haben noch etwas Vorsprung. Kevin muß strampeln, aber wer gut ist, setzt sich durch, und ich bin überzeugt, daß er gut ist.“ Kuranyi, der im Anschluß an seinen 28minütigem Einsatz nach dem Spiel noch ein Training mit den Ersatzspielern absolvieren mußte, gab zu: „Vielleicht fehlt mir noch etwas die Spritzigkeit.“

          Cacau schoß drei der vier Stuttgarter Tore

          Auf den Punkt topfit war Kuranyis Konkurrent Cacau: Mit seinen drei Treffern (20., 29., 78. Minute) - zudem traf Silvio Meißner (58.) - versetzte er die 45.000 Zuschauer im Daimlerstadion in Verzückung. Er habe nun eine ganz andere Einstellung als in der vergangenen Saison. „Ich war früher zu früh zufrieden. Jetzt habe ich gemerkt, daß ich in jedem Training etwas tun muß und gebe immer Gas“, sagte Jeronimo Barreto Claudemir, den alle nur Cacau nennen.

          „Hätte auch schiefgehen können“

          Worte, die der Arbeit liebende Sammer gern vernommen haben wird. Und falls der 23jährige Brasilianer doch einmal die Zügel schleifen lassen sollte, „dann hat er ein Problem mit mir“, kündigte Sammer vorsorglich an. Denn Cacaus Geschichte soll sich nicht wiederholen. In der vergangenen Saison feierte der Stürmer mit zwei Toren an den ersten vier Spieltagen einen Einstand nach Maß, fiel dann aber in ein Tief und aus dem Team.

          Mit seiner Maßnahme, die EM-Fahrer Lahm und Kuranyi zunächst auf der Bank zu lassen, traf Sammer eine nach den Trainingseindrücken für ihn „logische Entscheidung, die auch hätte schief gehen können“. Nach einer verhaltenen Begrüßung zu Spielbeginn jubelten die VfB-Fans ihrem ehemaligen Mittelfeld-Antreiber nach dem Schlußpfiff frenetisch zu. Da Sammer alles andere als ein Selbstdarsteller ist, mußte er zu einem Gang in die Fankurve erst überredet werden. „Ich freue mich, wenn die Leute meinen Namen rufen, aber ich schäme mich auch ein wenig, da als Trainer herauszugehen.“

          Klopp: „Wir können das besser“

          Unterstützung hatte auch VfB-Torwart Timo Hildebrand nötig, dem bei den Mainzer Treffern durch Christof Babatz (48.) und Tamas Bodog (75.) zwei Patzer unterliefen. „Die muß ich beide halten. Wenn ich so spiele, habe ich es nicht verdient, dabei zu sein“, kommentierte
          er die Aussagen von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der ihm neben Oliver Kahn und Jens Lehmann gute Chancen für einen Platz im deutschen Tor einräumt. Sammer betonte, daß Hildebrand zu Wochenbeginn noch 40 Grad Fieber gehabt habe und sein „absolutes Vertrauen“ genieße.

          Mainz nahm die Niederlage nicht allzu tragisch. „Wir können das besser und wir werden das auch besser machen“, sagte FSV-Trainer Jürgen Klopp und setzte augenzwinkernd hinzu: „Beim Spitzenreiter kann man verlieren.“

          Weitere Themen

          FC Bayern trifft auf Olympiakos Video-Seite öffnen

          Champions League : FC Bayern trifft auf Olympiakos

          Am dritten Spieltag müssen die Bayern nach Griechenland zu Olympiakos Piräus, dem Tabellen-Dritten in der Gruppe B. Trainer Niko Kovac warnte auf der letzten Pressekonferenz vor der Partie und vor dem Gegner.

          Topmeldungen

          Die typische Landschaft des Teufelsmoor bei Worspwede bei Bremen.

          Bedrohte Moorgebiete : Die unterschätzten Klimaretter

          Die Moore sind gefährdet. Immer mehr dieser Feuchtgebiete trocknen aus. Dabei sind sie für das Erdklima mindestens so wichtig wie unsere Wälder, wie zwei aktuelle Studien belegen.
          Mario Draghi und seine Nachfolgerin Christine Lagarde.

          Wechsel an der EZB-Spitze : Draghi und die Deutschen

          Nirgendwo ist EZB-Präsident Mario Draghi, der am 31. Oktober abtritt, auf so viel Protest gestoßen wie in Deutschland. Am Ende hat er die Macht der Europäischen Zentralbank überdehnt. Eine Bilanz.

          Video-Filmkritik: „Terminator 6“ : Killermaschinistinnen vor!

          Der sechste Film der „Terminator“-Reihe ignoriert die Teile drei, vier und fünf zugunsten einer gigantischen Karambolage zahlreicher Gegenwartsprobleme und Zukunftsaussichten: „Terminator: Dark Fate“ ist ein Katalog der Körperpolitik für Menschen und Maschinen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.