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Van Vleutens Horror-Sturz : „Ich dachte, dass sie tot ist“

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Hart im Nehmen: Annemiek van Vleuten Bild: AP

Bei einer MRT werden keine weiteren Verletzungen bei Annemiek van Vleuten festgestellt. Ihre Mutter erlebte dennoch einen schrecklichen Geburtstag - schon zum zweiten Mal.

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          Ria van Vleuten durchlitt den furchtbarsten Geburtstag ihres Lebens. Als sie gemeinsam mit der ganzen Familie im Fernsehen mitansehen musste, wie ihre Tochter Annemiek beim olympischen Straßenradrennen brutal auf eine Bordsteinkante krachte und regungslos liegen blieb, befürchtete sie das Schlimmste. „Ich dachte, dass sie tot ist. Sie lag da so komisch. Und wir haben einfach nichts gehört, wie es ihr ging“, sagte Ria van Vleuten am Montag „RTL Nieuws“. „Es war echt eine Grabesstimmung.“

          Nach bangen Minuten und „Totenstille“ dann die Erlösung: „Als Anna im Ziel war, haben wir im Fernsehen den Kommentator sagen hören, wie es mit Annemiek aussieht“, berichtete die Mutter. Später habe ihre Tochter dann aus dem Krankenhaus angerufen und gesagt, dass soweit alles okay ist. Wobei alles okay in dem Fall heißt: drei Knochenabsplitterungen an der Lendenwirbelsäule und eine schwere Gehirnerschütterung.

          Annemiek van Vleuten selbst gab am späten Sonntagabend (Ortszeit) via Twitter Entwarnung: „Ich bin jetzt im Krankenhaus mit ein paar Verletzungen und Brüchen, aber alles wird gut.“ Bei einer Kernspintomographie wurden am Montag keine weiteren Verletzungen festgestellt, aber die 33-Jährige sollte im Krankenhaus bleiben. „Das Wichtigste, was sie im Moment braucht, ist absolute Ruhe“, sagte der niederländische Teamarzt Cees Rein van den Hoogenband. Van Vleuten selbst trauerte der Chance auf Gold hinterher. „Zu wissen, dass man eine solche Chance nur alle vier Jahre hat, macht es nicht einfach.“

          Schon einmal hatte die 33-Jährige das Schicksal herausgefordert. Mit drei geknacksten Rippen, einem gebrochenen Schlüsselbein und Schrammen im Gesicht kam die Niederländerin bei einem Sturz in Livigno damals ins Krankenhaus. Sie war mit einem Auto kollidiert. Auch die Lunge wurde in Mitleidenschaft gezogen. Es bestand das Risiko eines Pneumothorax, noch in Italien wurde sie operiert. Nach ihrem Horrorsturz ließ sie wissen: „Ich hatte viel Glück, dass es nur das war und ich noch am Leben bin.“ Das schier Unglaubliche: Sie sagte dies an einem 7. August - aber schon 2015.

          Nun, auf den Tag genau ein Jahr später, lag van Vleuten wieder im Krankenhaus. Wieder an einem 7. August, am Geburtstag ihrer Mutter. Und wohl alle Kolleginnen im Peloton und Radsport-Fans wünschen ihr, dass sie auf die Tour zurückkehren und wie 2015 wieder sagen wird: „Das ist etwas, womit ich umgehen kann und wieder okay werden wird und seine Zeit braucht.“

          Nach ihrem Sturz vor einem Jahr stieg van Vleuten für ihr Schweizer Bigla Pro Cycling Team drei Wochen später bei der Boels Rental Ladies Tour schon wieder aufs Rad und wurde 17. Ob und wann die 33-Jährige diesmal zurückkehrt, ist ungewiss. Mama Ria wird aber sicher darauf pochen, dass sie am 7. August 2017 zu ihrem Geburtstag kommt und nicht in einem Krankenhaus liegt.

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