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Reggae-Rhythmen beim BVB : Bolt am Ball

  • Aktualisiert am

Das Kopfballungeheuer aus Jamaika Bild: dpa

Show-Time in Dortmund-Brackel. Sprintstar Usain Bolt nimmt am Fußball-Training der Borussia teil. Der Jamaikaner joggt, schießt, köpft und schreibt vor allem Autogramme.

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          Sprintstar Usain Bolt hat am Freitag unter großem Jubel und Trubel mit den Fußballprofis von Borussia Dortmund trainiert. Der zurückgetretene Supersprinter aus Jamaika nahm am Vormittag wie angekündigt an der Übungseinheit unter Trainer Peter Stöger teil. Pünktlich um halb elf betrat der schnellste Mann der Welt den Trainingsplatz an der Adi-Preißler-Allee. Dutzende Kamerateams verfolgten, was der 31 Jahre alte Superstar der Leichtathletik da versuchen wollte: Fußball spielen üben, gemeinsam mit den Profis von Borussia Dortmund.

          Unter dem Applaus der gut 1400 Besucher absolvierte der 31-Jährige – in schwarz-gelber Kluft nur deshalb auffallend, weil der 1,95-Meter-Hüne die eher klein gewachsenen Fußballer um Haupteslänge überragte – zunächst eine lockere Laufeinheit zu Reggae-Rhythmen auf dem Trainingsgelände in Dortmund-Brackel. Dehnungsübungen und einige Ballpassagen mit Mario Götze. Nuri Sahin sowie einer handvoll Jugendspieler schlossen sich an.

          Im Spielchen 5-gegen-2 offenbarte Bolt dann leichte technische Mängel, mehrfach versprang ihm der Ball. Etwas hölzern und hüftsteif wirkte der Mann, der als Sprinter stets so geschmeidig erschien.  Auch im Spiel acht-gegen-acht auf kleine Tore wirkte der Star eher wie eine Randfigur, allerdings wurde viel gelacht. Und immerhin erzielte Bolt ein Tor – mit dem Kopf!

          Sein Kopfballtreffer wurde mit viel Jubel bedacht, auch ein Elfmeter, den er kurz vor dem Ende souverän verwandelte. Nach einer knappen Stunde durfte der achtmalige Olympiasieger sich dann zurückziehen und seinen Lieblingsbeschäftigungen nachgehen: Autogramme schreiben und Interviews geben. „Es war ganz okay“ - so kommentierte Bolt nach getaner Arbeit seinen Auftritt, der von 137 akkreditierten Medienvertretern beäugt wurde.

          Es war alles angerichtet für einen Top-PR-Termin, der laut Bolt keiner sein sollte. Dass er aber wirklich testen wollte, ob er das fußballerische Vermögen zum Profi aufweist, darf getrost bezweifelt werden. Eher ist anzunehmen, dass seine Lust auf Spielchen und der gemeinsame Ausrüster von BVB und Bolt den Fußball-Kick passend initiiert haben.

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          Kommt Jungs, lasst den Usain auch mitspielen... :

          Tags zuvor hatte der Jamaikaner bereits hinter verschlossenen Türen mit dem Team trainiert, das lag ihm zumindest wettertechnisch besser. Am Freitag zog er sich bei nur fünf Grad Außentemperaturen immer wieder den Halswärmer ins Gesicht. Dass er sich mit dieser Geste verstecken wollte, ist angesichts seines übermäßigen Sendungsbewusstseins eher nicht wahrscheinlich. „Usain ist ein unglaublich lässiger Typ, total bodenständig. Es hat ihm, glaube ich, Spaß gemacht. Und er hat eine Plattform bekommen, von der er geträumt hat“, sagt BVB-Trainer Peter Stöger nach dem Show-Kick.

          Auf das fußballerische Potential des Jamaikaners angesprochen, meinte er: „Er ist in einem Alter, wo ich sage, er ist nicht mehr so wahnsinnig entwicklungsfähig.“ Aber immerhin lobte der Österreicher auch: „Man sieht, dass er das Spiel versteht. Er ist talentiert.“

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