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Nach Einzug ins Achtelfinale : Zverev: „Es war politisch“

Alexander Zverev zieht nach seinem Match gegen den Franzosen Mannarion ins Achtelfinale der US Open ein. Bild: EPA

Für Alexander Zverev war die dritte Runde der US Open eine zeitaufwendige Angelegenheit mit unklarem Ausgang. Es ging nicht nur um Tennis. Nun aber ist der Deutsche ein Favorit auf den Titel – genauso wie Angelique Kerber.

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          Der Platz im Louis Armstrong Tennis-Stadion von New York blieb leer. Keine Spieler, keine Ballkinder, kein Schieds- und keine Linienrichter in Sicht. Zuschauer schon einmal gar nicht, die sind bei der diesjährigen Ausgabe der US Open ja ohnehin verboten. Doch wo waren Alexander Zverev und der Franzose Adrian Mannarino, die nun eigentlich ihr Drittrundenmatch gegeneinander austragen sollten?

          Pirmin Clossé
          Sportredakteur.

          Gerade noch hatte Angelique Kerber hier auf dem Court die Amerikanerin Ann Li 6:3, 6:4 geschlagen und damit den Einzug ins Achtelfinale perfekt gemacht. Nun wollte Zverev es ihr gleichtun. Stattdessen sah man ihn oberkörperfrei in der Sonne fläzen. Direkt vor seiner Spieler-Loge im benachbarten Arthur Ashe Stadion schien sich der 23-jährige Deutsche keineswegs darauf einzustellen, bald Tennis spielen zu müssen.

          „Es war politisch“, sagte er hinterher. „Sie haben uns gesagt, dass die Chance, dass wir spielen, sehr gering ist.“ Die Verwirrung war groß, allerlei Gerüchte machten die Runde. Mannarino hatte zu den insgesamt sieben identifizierten engen Kontaktpersonen seines Landsmanns Benoit Paire gehört, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der 32-Jährige musste seitdem ein strenges Sicherheitsprotokoll verfolgen, durfte nur noch zu den Spielen und zum Training sein Hotelzimmer verlassen. Dennoch hatten gegen dieses nun offenbar die Gesundheitsbehörden des Bundesstaates New York Einspruch eingelegt und wollten Mannarinos Einsatz untersagen. Es wurde diskutiert, es gab heftige Proteste hinter den Kulissen. Nach mehr als drei Stunden Wartezeit tauchten die beiden Protagonisten dann plötzlich doch auf. Es wurde also doch noch Tennis gespielt, Zverev siegte nach verschlafenem Start klar mit 6:7 (4:7) 6:4, 6:2, 6:2.

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          Mannarino darf New York nach eigener Aussage nun erst am kommenden Freitag verlassen, sein Coach müsse sogar noch einen Tag länger in seinem Hotelzimmer verharren. „Das war das letzte Mal, dass er sein Hotelzimmer verlassen durfte für eine lange Zeit“, sagte Zverev deshalb: „Er hat auf eine Art auch um seine Freiheit gespielt.“

          Zverevs nächster Gegner im Achtelfinale ist nun der Spanier Alejandro Davidovich Fokina, Nummer 99 der Weltrangliste. Kerber spielt gegen die Amerikanerin Position 28 gesetzte Jennifer Brady.

          Für einen anderen Deutschen ist das Turnier dagegen beendet. Jan-Lennard Struff war in seinem Drittrundenmatch gegen den Weltranglistenersten und Turnierfavoriten Novak Djokovic chancenlos, verlor 3:6, 3:6, 1:6. „Da war absolut gar nichts drin heute, seine Leistung war überragend“, sagte Struff. „Er hat kaum Fehler gemacht und hatte auf alles eine Antwort.“ Struffs Kontrahent Djokovic jedenfalls hatte vor dem Match sogar die Zeit, sich wegen des positiven Coronabefunds einzuschalten, versuchte nach eigenen Angaben, mit New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo über die Situation zu sprechen – vergeblich.

          Nun sind es nur noch zwei Deutsche in New York. Die allerdings gehören inzwischen beide zum Kreis der Titelanwärter. Wenn sie denn weiter spielen dürfen.

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