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Zverevs Niederlage in New York : Die dunkle Seite der Achterbahn

  • -Aktualisiert am

„Da hatte ich viele Chancen und hab nichts daraus gemacht“: Alexander Zverev Bild: AFP

„Ich war so nah dran, ein Grand-Slam-Champion zu sein“: Alexander Zverev gibt im Finale alles, doch es reicht nicht aus. Nach dem Showdown mit Dominic Thiem blickt der Deutsche ins Leere.

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          War es nicht eines jener Spiele, an dessen Ende eine Hälfte des Herzens für den unendlich erleichterten Sieger schlug und die andere für den Verlierer, dessen leerer Blick mehr sagte als jeder Kommentar? Ja, war es, aber so ist das nun mal in diesem schrecklich schönen Sport. Nach fünf Sätzen in vier Stunden hatte der Sieger nur vier Punkte mehr gewonnen als der andere, der nicht gewonnen hatte, und deshalb blieb den beiden Hälften des Herzens nichts anderes übrig, als sich in die Arme zu nehmen wie die beiden auf dem blauen Tennisplatz. Wie Dominic Thiem aus Österreich, der im vierten Finale seiner Karriere in New York endlich den ersten Grand-Slam-Titel gewann (2:6, 4:6, 6:4, 6:3, 7:6), und der deutsche Herausforderer Alexander Zverev, der in seiner Enttäuschung am Ende im großen, leeren Stadion schmerzhaft verloren wirkte.

          Als 1970 bei den US Open der Tiebreak installiert wurde, das verkürzte Spiel beim Stand von 6:6 im entscheidenden Satz, hatten sie vermutlich im Sinn, dass eines Tages auch ein Finale auf diese Art entschieden werden könnte; New York steht auf Nervenkitzel. Aber es dauerte dann doch 50 Jahre bis zum ultimativen Showdown zwischen Zverev und Thiem in einem Spiel, das die beiden wie in einer überdimensionalen Achterbahn erlebten, wenn auch nicht im selben Wagen; war der eine oben, rauschte der andere mit Karacho bergab.

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