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Ärger um Corona in Amerika : New Yorker Trotzköpfe

Im Fokus: die US Open, hier mit Tennisprofi Rafael Nadal im Jahr 2019 Bild: AFP

Geht es nach den Veranstaltern, findet das berühmte Tennisturnier US Open Ende August statt. Dabei haben andere bereits vor dem Virus kapituliert, Stars kokettieren mit ihrer Absage. Wann haben die New Yorker ein Einsehen?

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          Die US Open befinden sich derzeit in der Trotzphase. Während ihr Land immer tiefer im Corona-Chaos zu versinken droht, klammern sich die Veranstalter des Tennis-Grand-Slams zunehmend zwanghaft an ihren Plan. Dieser sieht von Ende August an ein zweiwöchiges Turnier in New York vor. Mit mehr als 300 Spielerinnen und Spielern, dazu Trainern, Betreuern, Offiziellen, Schiedsrichtern, Ballkindern und Medienvertretern in der Quarantäne-Blase. Selbst ohne Zuschauer ist dies unter den gegebenen Umständen eine organisatorische Mammutaufgabe. Zusätzliche Störfaktoren müssen ausgeschlossen werden.

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          Auch die Absage des ATP-Turniers in Washington soll deshalb „keinerlei Auswirkungen“ auf die eigene Planung haben. Das zumindest teilten die Veranstalter der US Open am Dienstagabend mit, kaum dass der Traum vom lang ersehnten Wiederbeginn der Männer-Tour jäh zerplatzt war. Das zugehörige Statement ist allerdings mehr Durchhalteparole als realistische Selbsteinschätzung. Denn mit den Problemen, die nun das Restart-Event in Washington in die Knie zwangen, hat natürlich auch das Major-Turnier zu kämpfen.

          Dabei ist die Corona-Lage im Bundesstaat New York zurzeit etwas entspannter als in vielen anderen Teilen der Vereinigten Staaten. Doch das vereinfacht die Sache nur bedingt. Denn das Hauptproblem sind die Reisebeschränkungen für die Protagonisten des Wettbewerbs. Tennis ist nun mal eine besonders globale Sportart. Und weil derzeit global völlig unterschiedliche Zustände und Bedingungen herrschen, erscheint es nahezu unmöglich, alle Teilnehmer am Turnierort zu versammeln und danach ohne Probleme wieder in ihre Heimat zu entsenden.

          Zumal immer unklarer ist, ob die Sportler angesichts der aktuellen Situation überhaupt kommen wollen. Immer mehr von ihnen hatten in den vergangenen Wochen ihre Bedenken zum Ausdruck gebracht. Selbst Stars der Branche kokettierten unlängst damit, die US Open nicht zu spielen. Rafael Nadal etwa oder Stan Wawrinka, beide mehrmalige Grand-Slam-Sieger, trainierten öffentlichkeitswirksam auf Sand und mit den offiziellen Bällen der French Open. Die sollen direkt im Anschluss in Paris stattfinden. Bei den Frauen hat unter anderen die Weltranglistenzweite Simona Halep ihren Verzicht bereits angekündigt. Der sportliche Wert eines Turniers ohne die Besten wäre überschaubar.

          Die Trotzphase der US Open dauert dennoch an. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Ein ganz normaler Prozess im Jahr 2020, nachzufragen etwa beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) oder bei der Europäischen Fußball-Union (Uefa). Auch die taten sich mit der Verschiebung der Olympischen Spiele und der Fußball-Europameisterschaft lange schwer – und mussten sich letztlich doch der Realität des Virus beugen. Diese bittere Erkenntnis steht nun auch den US Open bevor. Allen Durchhalteparolen zum Trotz.

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