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US Open : Kerber und Zverev auf der Suche nach der Klasse

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Die Favoriten bei den US Open sind andere – Angelique Kerber und Alexander Zverev nehmen dennoch einen neuen Anlauf. Bild: AFP

Zu den Favoriten der US Open zählen Alexander Zverev und Angelique Kerber nicht. Doch die beiden sind zufrieden mit der Ruhe und planen einen neuen Anlauf. Doch das ist gar nicht so einfach.

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          Ein paar Tage vor dem ersten Spiel eines Grand-Slam-Turniers steht für die besten Spieler ein verbaler Dauerlauf auf dem Programm. Dieses Programm nennt sich „Media Day“, und es sieht gewöhnlich so aus, dass die Akteure zuerst im großen Interviewraum Fragen der schreibenden Presse beantworten und danach vor aufgereihten Fernsehkameras, manchmal 20 an der Zahl, ein paar Sätze von sich geben; oft immer wieder dieselben. Das ist gewissermaßen ein Schnelldurchlauf, um viele Interessen unter einen Hut zu bringen, aber Spaß sieht anders aus.

          In New York sind sie im vergangenen Jahr auf die Idee gekommen, das ganze Prozedere in eine Arena zu verlegen, mit Zuschauern drum herum, und obwohl es danach reichlich Beschwerden über das von vielerlei Tönen begleitete Durcheinander gab, stand es nun in der gleichen Form wieder auf dem Programm. Als Alexander Zverev diesmal auf dem Podium saß, schrieb die amerikanische Japanerin Naomi Osaka, begleitet von spitzen Schreien ihrer Fans, ein Weilchen Autogramme, und Zverev verstand sein eigenes Wort nicht mehr.

          Im kleinen Kreis wenig später abseits des Podiums wurde die Sache dann ein wenig genauer und verständlicher, nicht nur, was die Akustik betraf. Vor ein paar Wochen, während des Turniers in seiner Heimatstadt Hamburg, hatte er angedeutet, es gebe in Kürze vielleicht gute Nachrichten, und jetzt ist klar, welche Nachrichten das sind. Direkt nach dem Turnier in Hamburg habe offiziell seine Zusammenarbeit mit Team8 begonnen, sagte Zverev am New Yorker Medientag kurz vor dem Beginn der US Open, und es war nicht zu überhören, wie gern er diese Nachricht verbreitete.

          Team8 gehört dem Kollegen Federer und dessen Manager Tony Godsick, und die ersten Andeutungen einer potentiellen Zusammenarbeit waren bereits im März während des Turniers in Indian Wells aufgetaucht. Zuerst hatte Zverev die Gerüchte weder bestätigt noch dementiert, doch danach war schnell klargeworden, dass es vorher andere Probleme zu lösen gab. Er hatte sich zu jenem Zeitpunkt schon von seinem früheren Manager Patricio Apey getrennt, die Auseinandersetzung um das abrupte Ende eines Vertrages, der noch mehrere Jahre Laufzeit hat, landete vor Gericht, und in dieser Sache, so Zverev, sei nach wie vor kein Land in Sicht. „Da gibt's immer noch viel Kopfschmerzen drum herum“, sagt er, aber mit dem Gegengewicht des neuen Managements von Team8 werde hoffentlich vieles leichter werden. „Jetzt kann sich halt jemand um mich kümmern, und ich hab mehr Zeit für mich selber.“

          So allmählich kommen die Dinge also ins Lot. Fürs Training ist nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Ivan Lendl vor ein paar Wochen wieder Alexander Zverev senior zuständig, die Freundin kehrte zurück, nun geht Godsick ans Werk. Aber es wäre natürlich noch besser, wenn er wieder öfter so spielen würde wie im vergangenen Jahr und im Jahr davor, als er in seine Rolle als Herausforderer des Trios an der Spitze - Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer - gesprintet war. Auftritte wie zuletzt beim Turnier in Cincinnati, als er in einem einzigen Spiel 20 Doppelfehler produziert hatte, helfen sicher nicht, um verlorenes Selbstvertrauen wiederaufzubauen. „20 Doppelfehler, ich bin zwei Meter groß – das ist unmöglich“, sagt er, „wenn ich so serviere wird es schwierig - egal, gegen wen. Aber ich fühle mich gut, ich muss jetzt einfach mein Spiel wieder auf die Reihe bekommen. Dann wird schon alles.“

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