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Ärger bei den US Open : Tsitsipas’ erholsame Pause

Der Erfolg gibt ihm recht: Stefanos Tsitsipas ist der Entschleuniger der Woche Bild: AP

Er braucht mehr Zeit für den Toilettengang bei den US Open als Jeff Bezos für seinen Flug ins All. Doch auf Marsgestein wird kein Tennis gespielt. Stefanos Tsitsipas ist der Entschleuniger der Woche.

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          Neulich, von der Krankenkasse kam Pandemiepost, noch von den Vorzügen der Entschleunigung gelesen. Mal den Computer runterfahren. Einen Gang zurückschalten. Oder den Schläger aus der Hand legen. Wurde ja nun wirklich überall empfohlen, weshalb die Antwort auf die Frage, wer Stefanos Tsitsipas versichert, einstweilen keine große Rolle spielt.

          Fest steht: Tsitsipas ist der Entschleuniger der Woche. Lässt sich Zeit, wenn ihm danach ist, anschließend geht’s weiter. Acht Minuten Toilettenpause während der US Open? Ja, warum denn nicht? Der Erfolg gibt ihm recht. Andy Murrays wenig amüsierte Feststellung, dass Jeff Bezos die Hälfte der Zeit gebraucht habe, um ins Weltall zu fliegen, bringt zwar ein paar Herzchen auf Twitter (83.200, als wir zuletzt geschaut haben), ist aber ansonsten bis auf Weiteres noch uninteressanter als die Frage nach Versicherungspolicen für aufstrebende ATP-Profis.

          Amazons Alphamännchen hatte bei seinem Raketentrip im Juli jedenfalls weder Toilette noch Tennisschläger an Bord. Und nach allem, was über die Prioritätenliste in der bemannten Raumfahrt bekannt ist, wird Tennis bis auf Weiteres auf Hartplatz, Asche und Rasen gespielt und eher nicht auf Mond- und Marsgestein. Was insbesondere für die Pausengestaltung keine schlechten Aussichten sind. In Runde drei halbierte Tsitsipas seine Auszeit. Es bekam ihm nicht. Er flog – aus dem Turnier. Und hat kommende Woche frei. 

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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