https://www.faz.net/-gtl-8la6w

Kerber gewinnt US Open : „Es ist unglaublich!“

  • Aktualisiert am

Siegerin der US Open: Angelique Kerber kann es noch nicht so wirklich glauben. Bild: dpa

Nach einem dramatischen Match gewinnt Angelique Kerber das Endspiel in New York. Beglückwünscht wird die neue Nummer 1 im Tennis aus allen Ecken der Welt.

          2 Min.

          Tennisspielerin Angelique Kerber hat die US Open in New York gewonnen. Nach einem dramatischen und über weite Strecken hochwertigen Match setzte sich die neue Nummer 1 der Tennis-Welt im Endspiel des Grand-Slam-Turniers von Flushing Meadows vor mehr als 20.000 Zuschauern in drei Sätzen (6:3, 4:6, 6:4) gegen die Tschechin Karolina Plishkova durch. 

          Nach dem Gewinn der Australian Open Anfang des Jahres ist dies bereits der zweite große Titel für die Kielerin innerhalb einer grandiosen Saison. Zudem erreichte die 28-Jährige auch die Finalspiele in Wimbledon und bei den Olympischen Spielen. Schon vor dem Endspiel der US Open stand sie als neue Nummer 1 der Tennis-Welt fest.

          Strahlender Mittelpunkt: Angelique Kerber posiert für die Fotografen Bilderstrecke

          Kerber verwandelte nach zwei Stunden und sieben Minuten Spielzeit im Arthur-Ashe-Stadion gleich ihren ersten Matchball gegen Pliskova und krönte damit ihr ohnehin schon außergewöhnliches Jahr. „Es ist unglaublich! 2011 hat hier alles für mich begonnen. Und fünf Jahre später stehe ich jetzt hier mit der Trophäe", sagte sie nach dem Match gerührt über ihr neuerliches Meisterstück.

          Kerbers vier Jahre jüngere Final-Gegnerin Karolina Pliskova gab im größten Tennisstadion der Welt keinesfalls die nervöse Debütantin. Obwohl sie bislang noch nie über die dritte Runde eines Grand Slams hinausgekommen war, forderte sie die Weltranglistenerste enorm. Zu keinem Zeitpunkt der Partie zeigte sie auch nur Anzeichen von Nervosität.

          Im ersten Satz lag Kerber stets in Führung, sie nahm ihrer 1,86 Meter großen Gegnerin zweimal den Aufschlag ab. Nur drei vermeidbare Fehler unterliefen ihr. Bis um 3:3 im zweiten Durchgang sah es so aus, als könne sie auch ihre siebte Partie in New York ohne Satzverlust gewinnen. Doch dann drehte Pliskova auf. Und ein Break reichte ihr, um nach Sätzen auszugleichen. Im entscheidenden dritten Satz ging die große, schlanke Tschechin mit einem weiteren Break sogar in Führung. Doch Kerber konterte im Stile einer Klassefrau und verwandelte nach gut zwei Stunden gleich den ersten Matchball.

          Die Fußstapfen von Steffi Graf

          Sie revanchierte sich damit auch für ihre deutliche Niederlage beim Turnier in Cincinnati vor drei Wochen. Damals hatte sie die Chance auf den Sprung an die Spitze der Weltrangliste vorerst noch verpasst. Nun hatte ihr ausgerechnet Pliskova mit ihrem Halbfinalsieg über Serena Williams den Weg zur Nummer eins freigeräumt.

          Im Arthur-Ashe-Stadion trat Angelique Kerber gleich zweimal in die Fußstapfen ihres Kindheitsidols Steffi Graf. Die Tennis-Ikone hatte dort vor 20 Jahren den letzten letzten Titel einer deutschen Spielerin gewonnen. Und Kerber ist auch die erste Deutsche seit Steffi Graf, die in der Weltrangliste ganz oben steht. Die „Gräfin“ führte zuletzt im März 1997 die Weltrangliste an - zuvor stand sie insgesamt 377 Wochen an Nummer 1. Kerber wird es an diesem Montag zum ersten Mal sein.

          Direkt nach der Siegerehrung kamen aus allen Ecken dieser Welt die Glückwünsche für Kerber. So auch von ihrem Idol Steffi Graf, die ihr via Facebook zum Sieg bei den US Open und zum Sprung auf Weltranglistenplatz eins gratuliert. „Klasse erarbeitet, gekämpft und Nervenstärke bewiesen!“, schrieb die ehemalige Nummer eins der Welt auf Facebook. „SUPER Angie !!!“

          Auch Bundespräsident Joachim Gauck hat Angelique Kerber zum Gewinn der US Open in New York gratuliert. „Spiel, Satz und Sieg: Mit Ihnen freuen sich heute viele Menschen in Deutschland über Ihren großen Erfolg“, erklärte Gauck am Sonntag in Berlin. „Mit Ihren Spielen - sei es bei den Australian Open, in Wimbledon oder bei den Olympischen Spielen - begeistern Sie die Tennisfreunde und haben sicher auch Viele neu für diesen traditionsreichen Sport gewinnen können

          Und auch die Fußballvereine aus Deutschland beglückwünschten die Kielerin zu ihrem Sieg.

          Aus allen Ecken der Welt regnet es Glückwünsche für die Kielerin.

          Weitere Themen

          Gigantische Olympische Ringe Video-Seite öffnen

          Sommerspiele in Japan : Gigantische Olympische Ringe

          Die Installation ist 32,6 Meter breit und 15,3 Meter hoch. Sie soll in der Bucht von Tokio vor Anker gehen, in der Schwimm- und Triathlonwettbewerbe stattfinden. Die Olympischen Sommerspiele beginnen am 24. Juli.

          Kerber und die Liebesgrüße von Melbourne

          Australian Open : Kerber und die Liebesgrüße von Melbourne

          Die Australian Open freuen sich auf Angelique Kerber, wie an einem riesengroßen Schriftzug abzulesen ist. Aber freut sich auch die Tennisspielerin auf das Turnier? Die Lage ist nicht einfach.

          Topmeldungen

          Die Weichen werden gerade neu gestellt, es geht raus aus der Kohleförderung.

          „Soziale Wendepunkte“ : Wenn der Klimaschutz ansteckend wird

          Irgendwann kippt das gesellschaftliche Klima, dann kann es doch noch klappen mit dem Stopp der Erderwärmung. Eine Illusion? Forscher haben sechs „soziale Wendepunkte“ ausgemacht, die allesamt bereits aktiviert sind – und ein Umsteuern einläuten könnten.
          Niederlage für Boris Johnson: Das House of Lords votiert für eine Anpassung seines Brexit-Gesetzes zum Bleiberecht für EU-Ausländer in Großbritannien.

          Anpassung des Brexit-Gesetzes : Johnson erleidet Schlappe im Oberhaus

          Das House of Lords will die rund 3,6 Millionen europäischen Ausländer in Großbritannien stärker schützen – und erteilt den Brexit-Plänen des Premiers in diesem Punkt eine Absage. Nun entscheidet das Unterhaus. Droht ein Ping-Pong-Prozess?

          F.A.Z. Podcast für Deutschland : Die neue deutsche Rolle im Libyen-Konflikt

          Kann es wirklich Frieden geben in Libyen? Der politische Herausgeber Berthold Kohler und Nahost-Korrespondent Christoph Ehrhardt sprechen darüber mit Moderator Andreas Krobok. Außerdem: Wikipedia-Gründer Jimmy Wales über Fakenews und Sportwissenschaftler Professor Daniel Memmert über immer jüngere Fußballstars.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.