https://www.faz.net/-gtl-9qiew

US Open : Serena Williams fegt Scharapowa vom Platz

  • Aktualisiert am

Überzeugender Auftakt: Serena Williams schlägt Maria Scharapowa deutlich. Bild: USA TODAY Sports

Das erste Spektakel der US Open verläuft sehr einseitig: Serena Williams lässt einer alten Rivalin keine Chance. Roger Federer leistet sich einen Satzverlust. Laura Siegemund und Dominik Koepfer gelingen die ersten deutschen Siege.

          2 Min.

          Serena Williams hat bei den US Open das mit Spannung erwartete Auftaktduell mit der früheren Weltranglistenersten Maria Scharapowa klar für sich entschieden. Gegen die Russin, der Williams auch schon in drei Grand-Slam-Endspielen gegenüberstand, hatte die 23-malige Major-Siegerin keine Mühe und zog durch ein 6:1, 6:1 in nur 58 Minuten in die zweite Runde ein. Dort wartet Wildcard-Inhaberin Caty McNally (USA). Zuletzt hatte Williams beim WTA-Turnier in Toronto im Finale gegen die Kanadierin Bianca Andreescu wegen Rückenschmerzen aufgeben müssen, gegen Scharapowa machte sie aber einen beschwerdefreien Eindruck und feierte im 22. Duell mit der Russin den 20. Sieg.

          Im Gegensatz zum skandalösen Finale gegen die Japanerin Naomi Osaka im Vorjahr zeigte sich Williams gegen die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin Scharapowa auch hoch konzentriert. Vor gut einem Jahr im verlorenen Endspiel gegen Osaka hatte sich die 37 Jahre alte Williams nach einer Verwarnung wegen illegalen Coachings mit Schiedsrichter Carlos Ramos angelegt, für ihren Ausraster wurde sie mit einer Geldstrafe belegt. In diesem Jahr wird Ramos weder Partien von Serena Williams noch von ihrer Schwester Venus leiten, wie der veranstaltende nationale Tennisverband (USTA) im Vorfeld des Turniers bekannt gab.

          Djokovic problemlos, Federer mit Mühe

          Titelverteidiger Novak Djokovic ist derweil souverän in die zweite Runde eingezogen. Der Wimbledonsieger und Weltranglistenerste aus Serbien setzte sich gegen den Spanier Roberto Carballes Baena mit 6:4, 6:1, 6:4 durch und trifft nun auf Juan Ignacio Londero aus Argentinien. Beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres in New York hat Djokovic bereits dreimal den Titel gewonnen.

          Mehr Mühe hatte hingegen Roger Federer. Der Schweizer Grand-Slam-Rekordsieger musste gleich den Startsatz gegen den frechen indischen Qualifikanten Sumit Nagal (Nummer 190 der Welt) abgeben, gewann nach 2:29 Stunden aber 4:6, 6:1, 6:2, 6:4. In der zweiten Runde bekommt es Federer mit Damir Dzumhur (Bosnien und Herzegowina) zu tun. "So einen ersten Satz auszublenden, ist nie leicht", sagte Federer, der sich 57 unerzwungene Fehler (61 Winner) leistete, aber meinte: "Vielleicht ist es gar nicht schlecht, so ein Spiel am Anfang zu überstehen. Die letzten drei Sätze waren gut, das macht Mut."

          Deutsche Siege

          Qualifikant Dominik Koepfer und Laura Siegemund haben den deutschen Tennisprofis bei den US Open den Auftakt gerettet. Nachdem Angelique Kerber ihre Krise mit dem 5:7, 6:0, 4:6 gegen die Französin Kristina Mladenovic auch in New York fortgesetzt hatte und Routinier Philipp Kohlschreiber sich gegen den an Nummer 25 gesetzten Franzosen Lucas Pouille mit 3:6, 6:4, 4:6, 4:6 geschlagen geben musste, schafften die Spieler aus der zweiten Reihe die ersten deutschen Siege.

          Koepfer bezwang den Spanier Jaume Munar mit 6:4, 7:6 (7:2), 5:7, 7:5 und steht bei seiner zweiten Grand-Slam-Turnier-Teilnahme zum zweiten Mal in der zweiten Runde. Siegemund rang die Polin Magdalena Frech mit 5:7, 6:3, 6:4 nieder. An diesem Dienstag haben sieben weitere Deutsche die Chance auf den Sprung in die zweite Runde. Unter anderem spielt Deutschlands Spitzenspieler Alexander Zverev gegen Radu Albot aus der Republik Moldau.

          Koepfer zeigte gegen den Mallorquiner Munar eine kämpferisch starke Leistung und steckte dabei auch Krämpfe in beiden Oberschenkeln weg, die ihn ab dem dritten Satz behindert hatten. „Das ist einfach nur unglaublich“, sagte der 25-Jährige, der im Juli in Wimbledon erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier im Hauptfeld gestanden hatte. „Ich habe einfach versucht, dranzubleiben“, sagte der Qualifikant bei Eurosport nach der Partie.

          Die lange verletzte Siegemund tat sich gegen die Polin Frech anfangs sehr schwer und gab den ersten Satz unnötig ab. Danach kontrollierte sie aber das Geschehen und steht zum zweiten Mal nach 2016 in Flushing Meadows in der zweiten Runde.

          Für Kohlschreiber ist das letzte Grand-Slam-Turnier der Saison dagegen schon wieder vorbei. Der in diesem Jahr von sehr vielen Verletzungen geplagte Augsburger wehrte sich gegen Pouille zwar nach Kräften, dennoch reichte es nach dem Achtelfinale im vergangenen Jahr dieses Mal nicht zum Weiterkommen.

          Weitere Themen

          Wachsen im Verborgenen

          Handball in Hannover-Burgdorf : Wachsen im Verborgenen

          Die „Mission Understatement“ läuft bestens. Die Handballer aus Hannover-Burgdorf sind die Senkrechtstarter der Saison. An diesem Donnerstag könnten sie ihren Vorsprung an der Tabellenspitze ausbauen.

          Topmeldungen

          Abkommen steht : Unerwarteter Durchbruch beim Brexit

          Die Unterhändler der EU und Großbritannien haben sich auf einen Brexit-Vertrag geeignet. Das bestätigten Jean-Claude Juncker und Boris Johnson auf Twitter. Ein Scheitern des Abkommens ist jedoch dennoch möglich.

          Amtsenthebungsverfahren : Verfassung und Verschwörungstheorie

          Bis jetzt gab es zwei Amtsanklagen gegen Präsidenten in Amerika, beide jedoch scheiterten – aus gutem Grund. Welche Wege zur Absetzung von Donald Trump wahrscheinlicher sind.

          Bernd Lucke : Nazischweine und Gesinnungsterror

          Vom AStA kann man nicht viel erwarten. Aber die Hamburger Regierung und die Universität leisten sich in Sachen Bernd Lucke eine peinliche Vorstellung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.