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Serena Williams bei US Open : Über das Ziel hinaus

  • -Aktualisiert am

Viel Diskussionsstoff: Serena Williams (rechts) spricht mit Oberschiedsrichter Brian Earley. Bild: dpa

Mit ihrem Verhalten während und nach dem verlorenen Finale des Tennisturniers in New York sorgt Serena Williams für einen Eklat. Damit überschreitet sie eine Grenze – nicht zum ersten Mal. Ein Kommentar.

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          Kurz vor dem Ende der Pressekonferenz packte Serena Williams die große Keule aus. Sie kämpfe für die Rechte der Frauen und allerlei andere Dinge, ließ sie mit bebender Stimme wissen. Einen Mann hätte der Schiedsrichter niemals so bestraft, wenn er von ihm als Dieb bezeichnet worden wäre, das sei also ein Fall von Sexismus. Das sei einfach unfassbar, doch sie sehe sich nach wie vor als Beispiel für alle Frauen, die stark sein und sich ausdrücken wollten.

          Es ist sicher so, dass Serena Williams in ihrem Leben mit diversen Formen von Sexismus und Rassismus konfrontiert wurde. Das kann niemand bestreiten und schon gar nicht tolerieren. Aber an diesem Nachmittag schoss sie so weit übers Ziel hinaus wie ein Ball, der außerhalb des Stadions landet. Jede einzelne der drei Strafen, die Schiedsrichter Carlos Ramos gegen sie verhängte, entsprach den Regeln. Natürlich kann man darüber diskutieren, dass es längst Zeit ist, die Coaching-Regel abzuschaffen. Alle Coaches geben Zeichen. Jeder weiß es. Aber das ändert nichts am aktuellen Fall. Fürs Demolieren des Schlägers steht ebenfalls eine Strafe im Regelbuch, und es war auch nicht überzogen von Ramos, nach der Tirade und den drohenden Gesten von Williams ihm gegenüber die dritte Verwarnung auszusprechen.

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