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US Open : Tommy Haas wieder in „Elite Eight“

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Zurück in der Weltspitze: Tommy Haas Bild: REUTERS

Thomas Haas hat erstmals das Viertelfinale bei den US Open erreicht. „Ich bin tief im Innern überrascht, daß es so gut läuft“, sagte der Tennis-Profi. Nun muß er sich gegen Topspieler Lleyton Hewitt behaupten.

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          Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten steht für Thomas Haas die Tür zur Rückkehr in die absolute Tennis-Elite ganz weit offen. „Für mich selbst ist das eine Wahnsinns-Geschichte. Ich bin tief im Innern überrascht, daß es so gut läuft“, sagte Haas nach seinem erstmaligen Viertelfinal-Einzug bei den US Open - und das nur sieben Monate nach seinem Comeback und einer mehr als einjährigen Pause wegen zweier Schulter-Operationen.

          Nüchterner sieht es John McEnroe. „Tommy hat sich das verdient. Es ist gut, daß er wieder da ist“, sagte der sonst um keinen kritischen Kommentar verlegene amerikanische Ex-Profi nach dem 7:6 (8:6), 6:1, 7:5-Erfolg von Haas über den aufstrebenden Tschechen Tomas Berdych. Nachdem er im Tiebreak drei Satzbälle abgewehrt und einen 3:6-Rückstand umgedreht hatte, ließ sich Haas nicht mehr aufhalten.

          Jetzt bin ich wieder im Top-Club“

          Erfreut, wenn auch noch ein wenig ungläubig, reagierte der gebürtige Hamburger auf den Einzug unter die letzten Acht, von den Amerikanern auch plakativ als „Elite Eight“ tituliert. „Vor einem Jahr habe ich die US Open auf der Couch verfolgt und wußte nicht, ob ich jemals wiederkommen würde. Jetzt bin ich wieder im Top-Club drin. Ich werde das später bestimmt besser realisieren“, meinte Haas, der seine Freude direkt nach dem zweistündigen Match im Arthur-Ashe-Stadium mehr heraus ließ als später mit etwas Abstand.

          „Es ist gut, daß er wieder da ist”, sagt John McEnroe

          Derart weit vorgestoßen wie in Flushing Meadows ist der 26jährige bei Grand-Slam-Turnieren bisher nur bei den Australian Open, wo er 1999 und 2002 im Halbfinale stand. Dem dritten Auftritt in einer Vorschlußrunde steht nun der Australier Lleyton Hewitt im Weg, der extra auf die Olympischen Spiele in Athen verzichtet hat und nach 14 Siegen in Serie zu den Titelanwärtern zählt. Auf dem Weg zum US-Open-Sieg 2001, seinem Durchbruch in die Weltspitze, hatte Hewitt in einem verregneten Achtelfinale über zwei Tage Haas noch vom anfänglichen Erfolgsweg abgedrängt. Auch für die nächsten Tage ist Regen angesagt.

          Gegen Hewitt „einige Dinge anders machen“

          Neun Mal haben beide bisher gegeneinander gespielt, fünf Mal gewann Hewitt, zuletzt im Mai in Hamburg. „Es ist schwierig, gegen ihn die Geduld zu behalten. Das Wichtige ist, im richtigen Moment das Richtige zu tun“, meinte Haas über den Dauerläufer an der Grundlinie. Hewitt gab den Respekt zurück: „Er ist ein Klassespieler. Da muß ich einige Dinge anders machen als gegen einen Top-50-Spieler.“

          Wozu Haas in der Lage, hat er seit seiner Rückkehr im Februar mit Turniersiegen in Houston und Los Angeles bewiesen, auf dem Weg dahin verbuchte er Erfolge über die amerikanischen Stars Andy Roddick und Andre Agassi, die ebenfalls im Viertelfinale von New York stehen. Roddick gewann am Dienstag 6:3, 6:2, 6:4 gegen den Spanier Tommy Robredo und trifft nun auf den schwedischen Aufsteiger Joachim Johansson.

          Slowaken vor Daviscup optimistisch

          Die starke Form von Haas macht nach dem Ausfall von Nicolas Kiefer auch Hoffnung für das Daviscup-Aufstiegsspiel in der Slowakei vom 24. bis 26. September. „Wenn er nicht fit wird, haben wir doch gute 'Back-Ups' mit Rainer Schüttler und Florian Mayer“, sagte Haas, auf den im Daviscup vor allem dank seiner kämpferischen Qualitäten bisher stets Verlaß war. Allerdings bestreitet der erkrankte und nicht in Bestform spielende Schüttler vorher noch das ATP-Turnier in Peking.

          Der im Achtelfinale klar gegen Hewitt unterlegene Slowake Karol Beck ist nach Kiefers Handgelenksblessur dagegen optimistisch für das Duell in Bratislava. „Das ist gut für uns. Nicolas hat sehr gutes Tennis gespielt, jetzt haben wir sicher bessere Chancen.“ Top-Mann Dominik Hrbaty, der in New York erstmals ein Grand-Slam-Viertelfinale erreichte, tritt anders als Beck und Kucera vorher noch in Peking an.

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