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US Open : Russisches Finale in New York

  • Aktualisiert am

New York sieht rot: Jelena Dementjewa Bild:

Jelena Dementjewa und Swetlana Kusnetsowa bestreiten das Damenfinale bei den US Open. Tennis-Amerika aber wird weiter gebeutelt: Jennifer Capriati und Lindsay Davenport unterlagen im Halbfinale nur knapp.

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          Die russische Revolution im Damen-Tennis geht auch in Amerika weiter. Der Sieg bei den US Open und damit der dritte Grand-Slam-Titel nacheinander ist den Nachfolgerinnen der schönen, aber meist erfolglosen Anna Kurnikowa nicht mehr zu nehmen.

          Nach dem frühen Aus für French-Open-Siegerin Anastasia Myskina und Wimbledon-Champion Maria Scharapowa stießen in New York Jelena Dementjewa und Swetlana Kusnetsowa ins Finale vor. Kusnetsowa greift dort zudem wie schon im vorigen Jahr nach dem Titel im Doppel, ihre Partnerin ist nach Martina Navratilova inzwischen Jelena Lichowtsewa - natürlich eine Russin.

          „Das überrascht mich genauso wie Sie. Noch ein russisches Finale, nachdem zwei russische Mädchen Grand Slams gewonnen haben - das ist erstaunlich. Ich finde es unglaublich“, versicherte Jelena Dementjewa vor ihrem zweiten Grand-Slam-Finale, drei Monate nach dem mißratenen Auftritt in Paris. Weniger bekannt ist bisher Swetlana Kusnetsowa. „Das ist mir egal. Ich bin unter den Top Ten. Wenn ich mich weiter verbessere, wird mich jeder bemerken“, sagte die 19jährige, die bei den French Open im Achtelfinale gegen Anastasia Myskina schon Matchball hatte und dann doch verlor.

          „Es sind so viele, und sie sind alle gut“

          Der Durchbruch der Russinnen auch in New York ging auf Kosten der Gastgeber, die eine desaströse Schlußphase in Flushing Meadows erlebten. Nach dem Aus von Titelverteidiger Andy Roddick und Andre Agassi war im Herren-Halbfinale erstmals seit 1986 kein Amerikaner vertreten, bei den Damen unterlagen Lindsay Davenport und Jennifer Capriati wie im Vorjahr im Halbfinale auf fast schon tragische Weise.

          Eine vor dem Match erlittene leichte Zerrung stoppte Davenport beim 6:1, 2:6, 4:6 gegen Kusnetsowa, danach scheiterte Capriati mit 0:6, 6:2, 6:7 (5:7) gegen Dementjewa denkbar knapp auch beim vierten Versuch, endlich das Finale in ihrer Geburtsstadt zu erreichen. Vor 13 Jahren hatte es schon gegen Monica Seles beim ersten Versuch im abschließenden Tiebreak nicht zum Sieg gelangt, im vorigen Jahr reichten gegen Justine Henin-Hardenne Vorsprünge von 5:3 im zweiten und 5:2 im dritten Satz nicht.

          Diesmal genügten in einem dramatischen Spiel ein 6:5-Vorsprung und eigener Aufschlag gegen die extrem langsam servierende Dementjewa nicht, dazu störte abermals böiger Wind. Dementjewa behielt wie schon im Viertelfinale gegen die neue Weltranglisten-Erste Amélie Mauresmo aus Frankreich im entscheidenden Tiebreak die Nerven, um nach dem rein belgischen Vorjahresfinale zwischen Henin-Hardenne und Kim Clijsters das nächste russische Endspiel perfekt zu machen.

          „Ich vermute, sie sind einfach ziemlich hungrig. Es sind so viele, und sie sind alle gut. Es geht wohl dahin, daß es künftig immer mindestens eine Russin ins Halbfinale schaffen wird. Ich habe so hart gekämpft wie ich konnte, um die Punkte zu gewinnen“, sagte die 28jährige Capriati. Die Olympiasiegerin von 1992 scheiterte nach einem knapp anderthalb Stunden langen dritten Satz. Genau so lange hatte Davenports gesamtes Match gedauert. Die Olympiasiegerin von 1996 dachte danach nicht gleich an Rücktritt, so wie nach ihrem Aus gegen Maria Scharapowa in Wimbledon. Doch ob sie noch einmal in New York spielen wird, ließ die US-Open-Siegerin von 1998 offen.

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