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US Open : Nicolas Kiefer belohnt sich

  • Aktualisiert am

Mit Biß: Nicolas Kiefer Bild: AP

Mit Wut im Bauch hat sich Nicolas Kiefer bei den US Open ins Achtelfinale gespielt. Eindrucksvoll revanchierte sich der Hannoveraner gegen Thomas Johansson für die bittere Niederlage von Wimbledon.

          2 Min.

          Nicolas Kiefer will nach dem ersten Achtelfinal-Einzug bei den US Open seit vier Jahren am Montag seinem britischen Gegner Tim Henman den 30. Geburtstag vermiesen. Mit dem fünften Einzug in ein Grand-Slam-Viertelfinale würde Kiefer zudem seine besten Ergebnisse bei den vier größten Tennis-Turnieren egalisieren.

          Am Samstag beglich er zunächst seine Rechnung mit Thomas Johansson. In Wimbledon war er dem Schweden vor zwei Monaten nach einer 2:0-Satzführung im Auftaktmatch noch unterlegen und hatte im letzten Durchgang mit 0:6 sogar die Höchststrafe bekommen. Johanssons Kommentare nach dem damaligen Aufeinandertreffen hatten Kiefer zusätzlich geärgert. „Das war die beste Antwort darauf“, kommentierte der Niedersachse voller Genugtuung die nur 98 Minuten dauernde Demontage des Australian-Open-Siegers von 2002, die sich mit 6:4, 6:0, 6:1 auch im Ergebnis angemessen ausdrückte.

          „Werde mich nicht zurücklehnen“

          Kiefers schwedischer Trainer Thomas Hogstedt hatte vorher einen Zeitungsartikel aus seiner Heimat besorgt, der seine Wirkung nicht verfehlte. Als Kiefer im dritten Satz nach einem eigenem Break zum 2:0 wie in Wimbledon ein Aufschlagverlust drohte, stachelte er sich auf dem Grandstand an: „Ich habe den Artikel vor Augen gehabt und gesagt: Hey, nicht noch einmal mit mir!“ Danach brachte er das aus seiner Sicht „fast perfekte Match“ in trockene Tücher.

          Belohnung ist der erstmalige Einzug des 27jährigen in ein Grand-Slam-Achtelfinale seit 2001 in Wimbledon. Damals unterlag der einstige Weltranglisten-Vierte Andre Agassi glatt. Mit seinem Durchmarsch in Flushing Meadows, wo Kiefer die ersten drei Runden ohne Satzverlust meisterte, hatte der Olympia-Zweite nach den Strapazen der bisherigen Saison selbst nicht gerechnet: „Von der zweiten Woche hatte ich vorher auch nicht geträumt. Alles, was jetzt noch kommt, ist Bonus. Ich werde mich aber nicht zurücklehnen, die zweite Woche bei einem Grand-Slam-Turnier ist neue Motivation.“

          Scharapowa ausgeschieden

          Nun wartet der „ewige“ Wimbledon-Halbfinalist Henman, der sich gegen den starken tschechischen Qualifikanten Michal Tabara zu einem 4:6, 6:3, 5:7, 6:4, 6:3-Erfolg quälte. Der Brite hat in diesem Jahr seinen bisher größten Erfolg mit dem unerwarteten Einzug ins Semifinale der French Open verbucht. „Ich habe genügend Mittel, um ihn zu schlagen“, verkündete Kiefer mit neuem Selbstbewußtsein. Fünf der bisherigen acht Vergleiche gewann jedoch Henman.

          Nicht mehr dabei ist dagegen Wimbledon-Siegerin Maria Scharapowa. Die 17jährige verlor 6:4, 2:6, 3:6 gegen die Französin Mary Pierce, einst Siegerin bei den Australian und French Open. Rußlands andere Grand-Slam-Gewinnerin dieses Jahres, French-Open-Siegerin Anastasia Myskina, war schon in der zweiten Runde ausgeschieden. Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Justine Henin-Hardenne aus Belgien kam dagegen ebenso weiter wie die ehemaligen US-Open-Siegerinnen Venus Williams und Lindsay Davenport, die im Achtelfinale am Montag aufeinander treffen werden.

          Konditionswunder Sargsian

          Auch der topgesetzte Australian-Open- und Wimbledon-Sieger Roger Federer aus der Schweiz und Andre Agassi kamen ins Achtelfinale. Federer trifft auf den in Deutschland lebenden Rumänen Andrei Pavel, Agassi auf den Armenier Sargis Sargsian. Zwei Tage nach seinem 5:09 Stunden langen Match gegen Olympiasieger Nicolas Massu, wo er einen Matchball abwehrte, lieferte Konditionswunder Sargsian das nächste Marathon-Spiel. Nach 4:41 Stunden und Abwehr zweier Matchbälle triumphierte er 4:6, 4:6, 6:2, 6:2, 7:6 (7:4) über den Franzosen Paul-Henri Mathieu. Gescheitert ist der an Nummer drei gesetzte Spanier Carlos Moya in fünf spannenden Sätzen gegen den Belgier Olivier Rochus, dem damit die Revanche für Olympia glückte.

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