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US Open : Fiktiver Tennisstar hält Szene in Atem

  • Aktualisiert am

Star-Appeal: Simonya Popova Bild: screenshot / cbs

Ihr Name ist Simonya Popova. Ihre Markenzeichen: Endlose Beine, blonde Löwenmähne und ein sündiger Schmollmund. Ihr Problem: Sie existiert nicht.

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          Ihr Name ist Simonya Popova. Ihre Markenzeichen: Endlose Beine, blonde Löwenmähne und ein sündiger Schmollmund. Ihr Problem: Sie existiert nicht.

          Ein Spaß des US-Magazins Sports Illustrated hat bei den US Open für erhebliche Verwirrung gesorgt. Nachdem die „Bibel“ des US-Sports in dieser Woche ein Porträt der angeblich neuen Tennis-Sensation veröffentlichte, war die kesse 17-Jährige ein paar Tage lang das Hauptgesprächsthema beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

          „Ach, gäbe es sie doch“

          Erst als sich die Story von Autor Jon Wertheim als fiktiv und die Bilder der angeblich aus Usbekistan stammenden Hauptdarstellerin als computeranimiert herausstellten, durften Anna Kurnikowa und Co. aufatmen: Die lästige Konkurrenz verschwand so schnell wie sie aufgetaucht war.

          Sports Illustrated hatte seine Leser erst im Schlusssatz („Ach, gäbe es sie doch“) über den Scherz aufgeklärt, doch offensichtlich lasen einige Redakteure der New Yorker Tageszeitungen die Story nicht bis zum Ende. Schon einen Tag nach dem Erscheinungsdatum machten sie sich auf die Suche nach der Popova. Auch Fernsehsender wie CBS räumten Simonya Popova Sendezeit ein.

          WTA „not amused“

          Die Spielerinnen-Vereinigung WTA war zunächst irritiert und dann „not amused“: „Die Idee ist nicht besonders witzig“, blaffte WTA-Sprecher Chris De Maria beleidigt. Dass die WTA ein neues Sexsymbol braucht - immerhin trägt Simona Popova sehr kurze Gewänder, wies De Maria ebenfalls weit von sich: „Tennis bietet viele großartige Geschichten. Wir müssen keine erfinden. Sports Illustrated hätte die fünf Seiten für bessere Stories verwenden können.“

          Der mit vielen körperlichen Details gespickte Text verfehlte aber seine Wirkung nicht. Die vorher eingeweihte Spielerin Corina Morariu, Agent Max Eisenbud und Trainer Nick Bollettieri bezeichneten Popova als „gelungene Mischung aus atemberaubender Optik und Ausstrahlung“ - womit sie die Suche nach Simonya weiter anheizten.

          Derweil amüsierte sich das Magazin köstlich über die Reaktionen. „Jeder konnte sehen, dass die Fotos nicht echt waren“, sagte Tennis-Redakteur Chris Hunt. „Die WTA nimmt sich selbst zu ernst, die Leute sollten etwas relaxen“, meinte Unruhe-Stifter Wertheim.

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