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US Open : Der Abschied der Lieblinge

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Abschied für immer? Agassi läßt es offen Bild: dpa/dpaweb

Gleich alle drei Lieblinge des New Yorker Publikums Thomas Haas, Andre Agassi und Andy Roddick schieden bei den von Sturm und Regen durcheinandergewirbelten US Open an einem Abend aus.

          2 Min.

          Höhere Gewalt und ein Wirbelwind namens Lleyton Hewitt haben Thomas Haas in der entscheidenden Phase der US Open übel mitgespielt, doch entnervt waren auch Andy Roddick und Andre Agassi. Das Viertelfinal-Aus des Titelverteidigers gegen den neuen schwedischen Tennis-Star Joachim Johansson war die bisher größte Überraschung im Herren-Wettbewerb der US Open. Auch wenn Agassis Ausscheiden gegen Roger Federer wohl noch nicht das Ende seiner Karriere bedeutet, daß der 34jährige im nächsten September noch einmal in New York spielt gilt als unwahrscheinlich.

          Der 22jährige Joachim Johansson spielt im Halbfinale am Samstag gegen Hewitt, mit dessen Schwester Jaslyn er befreundet ist. „Sie kann sich den Freund aussuchen, aber nicht den Bruder. Also wird sie sicher mich unterstützen“, sagte Johansson, der Donnerstagabend (Ortszeit) bis auf eine 45minütige Regenunterbrechung im ersten Satz bessere Bedingungen als Haas vorfand.

          „Fantastische Wochen in New York“

          „Gegen Mutter Natur kann man nicht viel machen. Es ist frustrierend und nervig, daß es so zu Ende geht“, sagte Haas nach seiner 2:6, 2:6, 2:6-Pleite. Doch er betonte auch: „Man muß realistisch bleiben. Es waren für mich zwei fantastische Wochen in New York.“ So sehr der 26jährige zuvor auch schimpfte, fluchte und den Kopf schüttelte: Der heftige Wind von Hurrikan „Frances“ und das dennoch fast fehlerfreie Spiel von Hewitt bedeuteten den Abschied. So wie vor drei Jahren im Achtelfinale, als Haas eine Führung in einem wegen Regens über zwei Tage ausgetragenen Match noch einbüßte. Der Australier holte sich kurz darauf seinen ersten Grand-Slam-Titel.

          Abschied für immer? Agassi läßt es offen Bilderstrecke

          Vor dem befreundeten Johansson, den zu Jahresanfang nur Insider kannten, ist Hewitt längst aus gemeinsamen Trainingstagen gewarnt. Mit 30 Assen und guter Chancenverwertung schaffte er beim 6:4, 6:4, 3:6, 2:6, 6:4 über Roddick seinen bisher größten Erfolg. Selbst 34 Asse des Amerikaners steckte der 1,98 Meter lange Johansson weg. Als Roddick nach 2:55 Stunden eine Rückhand zu lang geriet, war die Überraschung gegen seinen Doppelpartner aus Juniorenzeiten perfekt.

          Federer nun Titelfavorit

          Seinen Frust verarbeitete der Wimbledon-Finalist in Begleitung eines Sicherheitsbeamten mit Jogging-Runden in den Katakomben des Arthur-Ashe-Stadiums. Fotos verbat sich Roddick und beschimpfte die erstaunt zuschauenden Journalisten als „verrückt“.

          Favorit auf seinen verwaisten Thron ist der topgesetzte Schweizer Roger Federer, der nach seinem Erfolg über Andre Agassi gegen seinen Angstgegner Tim Henman spielt. Der Brite gewann sechs der bisher acht Vergleiche. Auch das Match zwischen Federer und Agassi hatte nach dem Ende der schweren Regenfälle unter dem heftigen Wind gelitten.

          Vorbereitung auf Daviscup

          „Es war wie ein Hurrikan. Das waren wohl die härtesten Bedingungen, unter denen ich gespielt habe“, sagte Hewitt, fügte aber hinzu: „Ich habe versucht, so positiv zu bleiben wie möglich und mich nicht stören zu lassen. Das ist mir extrem gut gelungen. Ich habe mir Zeit gelassen und Prozent-Tennis gespielt.“ Das schaffte Haas mit seinem riskanteren Spiel nicht. „Man versucht, sich zu sagen: 'Der Wind ist dein Freund, ich liebe ihn.' Aber es ist anders“, bekannte Haas, der sieben Monate nach seiner Rückkehr nur mit seinem besten
          Tennis und unter optimalen Bedingungen eine Chance gegen Hewitt gehabt hätte.

          Nach einer Pause im vom Hurrikan gezeichneten Florida bereitet sich Haas auf das Daviscup-Aufstiegsspiel in der Slowakei (24. bis 26. September) vor. Dort trägt er nach der Verletzung von Nicolas Kiefer und einer stolzen Bilanz von bisher 13:1-Siegen die Hauptlast. Gut für Haas: Die Begegnung findet in der Halle statt.

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