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US-Leichtathletik : Weltrekordler Powell scheitert beim Comeback

  • -Aktualisiert am

Mike Powell ist es nach fünfjähriger Auszeit bei den US-Titelkämpfen in Eugene nicht gelungen, sich für die WM in Edmonton zu qualifizieren.

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          Trotz unzulässiger Windunterstützung, den Anfeuerungen der Zuschauer und heroischen Kampfgeists ist es Mike Powell nach fünfjähriger Auszeit bei den US-Titelkämpfen in Eugene (US-Bundesstaat Oregon) nicht gelungen, sich für die im August in Edmonton stattfindenden Weltmeisterschaften zu qualifizieren.

          Der seit zehn Jahren mit 8,95 m den Weltrekord im Weitsprung haltende Amerikaner kam mit 8,10 m hinter Savante Stringfellow (8,47), Miguel Pate (8,35) und Dwight Philipps (8,23) lediglich auf den vierten Rang. „Ich bin mächtig enttäuscht. Ich hatte mir mehr ausgerechnet, sonst wäre ich nicht hierher gekommen“, sagte der 37-Jährige.

          Powell:“ Ich war zu fett“

          Der Olympia-Zweite von 1988 und 1992, der sich vier Jahre später nach seinem fünften Platz (8,17 m) bei den Jahrhundertspielen in Atlanta aus den Arenen zurückzog, hatte sich im November 2000 entschieden, wieder die Spikes anzuziehen. „Ich war zu fett, nichts passte mehr. Ich habe mich furchtbar gefühlt“, berichtete er. Fast zwei Zentner brachte er vor acht Monaten auf die Waage. Nach einer eisernen Abmagerungskur und einem hartem Training weist er jetzt wieder sein Idealgewicht von 79 kg auf, mit dem er vor einem Jahrzehnt in Tokio bei den Weltmeisterschaften mit Weltrekord triumphiert hatte.

          In seinem ersten Comeback-Wettkampf am 12. Mai im kalifornischen Modesto siegte er auf Anhieb mit 8,06 m.
          Ursprünglich plante Powell, nach den US-Trials bei Meetings in Europa zu starten, doch darauf verzichtet er jetzt. „Ich komme, aber noch nicht jetzt, denn ich komme nur, wenn ich absolut topp bin. Ich brauche noch etwas Zeit, um vor allem meine Technik zu verbessern“, sagte Powell, dessen langfristiges Ziel die Olympischen Spiele 2004 sind.

          Olympiasieger scheitern

          Powell war nicht der einzige Altstar, der scheiterte: Zaungäste beim WM-Championat sind auch die einstigen Supersprinter Dennis Mitchell und Jon Drummond. Der 35-jährige Mitchell, Staffel- Olympiasieger 1992, Olympia-Dritter 1992 sowie WM-Dritter 1991 und 1993 jeweils über 100 m, überquerte die Ziellinie nach 100 m in 10,07 Sekunden als Vierter und verkündete anschließend das Ende seiner 16- jährigen Karriere.

          Der vier Jahre jüngere Drummond, der im vorigen Jahr Olympiasieger mit der Staffel und Fünfter über 100 m geworden war, lief in 10,13 gar nur als Sechster ein. Vor den Augen des sich schonenden Weltrekordlers Maurice Greene gewann Tim Montgomery in 9,95 seinen ersten Landesmeistertitel. Der WM-Dritte von 1997 siegte vor Bernard Williams (9,98) und Curtis Johnson (10,01), die neben dem mit einer Wild Card ausgestatteten Greene die US-Farben beim WM- Championat vertreten werden.

          Marion Jones nur über 200 Meter

          Wie beim Weitsprung und im 100 m-Finale der Frauen (+3,5 m/s) herrschte auf dem „Hayward Field“ auch beim Endlauf der Männer (+3,1 m/s) unzulässiger Rückenwind. Durch die zusätzliche Schubkraft trieb es Staffel-Olympiasiegerin Chryste Gaines in Abwesenheit der nur die 200 m laufenden Olympiasiegerin Marion Jones zur Siegerzeit von 10,89. Es folgten Kelli White (10,93) und Angela Williams (11,01). Nur Rang sieben erreichte in 11,18 die WM-Zweite Inger Miller.

          Im Gegensatz zu Marion Jones zählte Maurice Greene zu den ersten Gratulanten seiner Nachfolger. „Das ist mein Team für die Weltmeisterschaft“, kreischte der Olympiasieger wie ein übermütiges Kind im Medienzelt dem Trio entgegen, klatschte mit ihnen ab, dass ihnen fast die Hand abgefallen wäre und tönte: „Ich habe aber keine Angst vor euch.“

          Der Weltmeister hatte am Vortag seinen Vorlauf in der Jahresbestzeit von 9,90 gewonnen. Da er damit seine WM-Teilnahme gesichert hatte, verzichtete er auf weitere Starts und betätigte sich lieber als Entertainer oder Motivator - wie im Fall seines Trainingskollegen Mike Powell.

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