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Trotz Fifa-Suspendierung : Uefa-Mitglieder halten Platini die Treue

  • Aktualisiert am

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Michel Platini bei einem Länderspiel 2012 Bild: dpa

In einer gemeinsamen Erklärung stellen sich die 54 Verbände der Uefa hinter ihren Präsidenten Michel Platini. Der Franzose sei auch weiterhin Kandidat für das Amt des Fifa-Präsidenten.

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          Michel Platini ist noch nicht am Ende seiner Funktionärslaufbahn angekommen: Die Exekutive der Europäischen Fußball-Union (Uefa) und die Repräsentanten der 54 nationalen Verbände Europas haben auf ihrer Dringlichkeitssitzung am Donnerstag beschlossen, dem Franzosen Zeit zu lassen, damit er um seinen Posten, seine Kandidatur als Präsident des Weltverbandes und seinen persönlichen Ruf weiterkämpfen kann.

          Der Uefa-Exekutive gehören auch der deutsche Fußball-Präsident Wolfgang Niersbach und Karl-Heinz Rummenigge als Vertreter der europäischen Klubs an. Die Haltung der europäischen Repräsentanten könnte sich allerdings rasch ändern. Die Diskussionen am Schweizer Uefa-Sitz in Nyon sollen kontrovers geführt worden sein. Und es gilt als denkbar, dass sich die Europäer anlässlich der Sitzung der Exekutive des Weltverbandes Fifa am kommenden Dienstag doch noch auf einen Ersatzkandidaten für Platini verständigen werden.

          Platini, der von der Fifa in der vergangenen Woche wegen einer dubiosen Millionenzahlung für 90 Tage suspendiert worden war und einem ordentlichen Verfahren der Fifa-Ethik-Kommission entgegensehen muss, wird von der Uefa nach wie vor als Präsident geführt. Ein Interimspräsident wird nicht berufen. In einer gemeinsamen Erklärung der Verbände und der Exekutive heißt es: „Wir unterstützen Michel Platinis Recht auf ein angemessenes Verfahren, einen fairen Prozess und sein Recht, seinen Namen reinzuwaschen.“

          Spielraum für die Kandidatur

          In der Erklärung wird ein schnelles Verfahren gefordert. „Wir appellieren an alle betroffenen Instanzen, ... sehr schnell zu arbeiten, um sicherzustellen, dass es eine endgültige Entscheidung in der Hauptsache spätestens bis Mitte November gibt.“ Nach Angaben von Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino werde Platini auch weiterhin als Kandidat für das Amt des Fifa-Präsidenten ansehen. Der 60 Jahre alte Franzose hatte kurz vor seiner Suspendierung seine Unterlagen mit den Empfehlungsbriefen von fünf Verbänden noch rasch bei der Fifa eingereicht.

          Doch die Uefa-Mitglieder seien sich einig gewesen, dass die Wahl des Fifa-Präsidenten nicht verschoben werden und weiter am 26. Februar 2016 in Zürich stattfinden solle. Platini wollte mit einem solchen Manöver eigentlich Spielraum erhalten für die eventuelle Fortsetzung seiner Kandidatur.

          Keine Entlastungsargumente für Platini

          Platini hatte für Dienste zwischen Januar 1999 und Juni 2002 erst knapp neun Jahre später von Fifa-Chef Joseph Blatter zwei Millionen Schweizer Franken erhalten. Der Verdacht, es könnte sich um eine Schmiergeldzahlung handeln, führte zu einem Strafverfahren gegen Blatter durch die Schweizer Bundesanwaltschaft, in dessen Zuge Platini als „Auskunftsperson“ befragt wurde.

          Daraus resultierte das Verfahren der Fifa-Ethik-Kommission. Die Fifa-Berufungskammer muss über Platinis Einspruch gegen die Suspendierung entscheiden. Vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Cas) will der französische Fußballverband gegen die Suspendierung vorgehen. Von eventuellen Entlastungsargumenten, die sich unter anderen Wolfgang Niersbach von seinem Freund Platini erhofft hatte, war in der Erklärung keine Rede. Weder er noch Rummenigge wollten nach der Sitzung in Nyon einen Kommentar abgeben.

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