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Uefa-Cup : Schalkes Flucht vorm Alltag

  • Aktualisiert am

Improvisationskünstler: Frank Neubarth Bild: dpa

Vor dem Uefa-Cup-Hinspiel der dritten Runde bei Wisla Krakau am Donnerstag (17.30 Uhr/ZDF) wird die Verletztenliste bei Schalke 04 immer länger.

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          Die Reise nach Polen kommt Schalke 04 gerade recht. „Es ist wohl ganz gut, wenn wir jetzt erstmal auswärts spielen“, meinte Trainer Frank Neubarth vor dem Hinspiel der dritten Uefa-Cup-Runde am Donnerstag (17.30 Uhr/live im ZDF) beim polnischen Vizemeister Wisla Krakau.

          Nach zuletzt schwachen Leistungen in der Arena AufSchalke und ersten Symptomen eines Heimkomplexes soll ein Erfolgserlebnis in der Ferne den Patienten kurieren.

          „Muss ständig improvisieren“

          Allerdings ohne die Hilfe von Andreas Möller „Er ist beim Röntgen, weil er im Training einen Schlag gegen den Fuß bekommen hat. Und der ist über Nacht angeschwollen. Er läuft an Krücken“, berichtete Neubarth vor dem Abflug nach Polen am Mittwochmorgen.

          Panik brach bei ihm deswegen nicht aus. „Ich muss ja schon seit einem halben Jahr ständig improvisieren.“ Dass auch der Einsatz von Gerald Asamoah, der sich ebenfalls eine Fleischwunde am Schienbein zugezogen hatte und genäht werden musste, keineswegs gesichert ist, verkam beinahe zur Randnotiz.

          Galgenhumor

          „Ich gehe davon aus, dass er spielen kann. Er muss auf die Zähne beißen“, sagte Neubarth, der ohnehin auf die Langzeitverletzten Nico van Kerckhoven, Tomasz Waldoch, Victor Agali und Gustavo Varela verzichten muss.

          Die Personalmisere nimmt der leidgeprüfte Trainer mittlerweile mit einer gehörigen Portion Galgenhumor. „Das hat ja auch sein Gutes. So erleichtert es mit die Auswahl der Spieler, weil ich keine Alternativen mehr habe.“

          „Gas geben“

          Hinzu kommt, dass einige Profi nach den englischen Wochen „auf dem Zahnfleisch gehen“. Das gilt insbesondere für den Dänen Christian Poulsen, dem Neubarth gern mal eine Pause gönnen würde.

          „Den Luxus kann ich mir aber im Moment nicht leisten“, sagte Neubarth nach der Ankunft in Polen. „In 18 Tagen ist Pause. Bis dahin muss der Rest noch mal Gas geben“, verlangte auch Kapitän Ebbe Sand.

          Sand in der Möller-Rolle

          Da Möller passen muss, dürfte Sand beim polnischen Tabellenführer in die Doppelrolle des Spielmachers und der hängenden Spitze schlüpfen. Davor soll Emile Mpenza auf Konter lauern.

          „Dass Andi nicht dabei ist, ist natürlich kein Vorteil für uns. Aber ich habe diese Position schon häufiger gespielt. Zuletzt gegen Mönchengladbach im Pokal, und da hat es ja sehr gut geklappt“, sagte der dänische Torjäger, der gegen die Borussia im DFB-Pokal aus der Position im offensiven Mittelfeld drei Tore erzielte.

          „Überragende Spieler“

          Das 2:2 daheim gegen Hansa Rostock sei „abgehakt“, meinte Neubarth, allerdings könne man sich Konzentrationsschwächen und eine ähnlich schwache Abwehrleistung gegen Wisla nicht leisten. „Wir müssen sehr kompakt stehen. Wisla hat eine technisch sehr starke Mannschaft und überragende Spieler in der Offensive“, erläutert Neubarth nach ausführlichem Studium des Video-Materials.

          Respekt vor dem Team von Henryk Kasperczak sei angesagt, Angst aber nicht. „Wir wollen ein, zwei Tore schießen, weil Auswärtstreffer im UEFA-Cup bekanntlich sehr wichtig sind.“

          „Gute Ausgangsbasis schaffen“

          Manager Rudi Assauer will am liebsten im DFB-Pokal, wo die Elf in der kommenden Woche bei Bayern München antreten muss, und im UEFA-Cup überwintern.

          „Ich denke, gegen Krakau weiter zu kommen, ist nicht unmöglich“, sagte Assauer. „Ich glaube, schwieriger wird es, in München zu gewinnen.“ Aber zunächst müsse man sich eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel in zwölf Tagen in der Arena schaffen.

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