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Uefa-Cup : Schalke weigert sich zu siegen

  • Aktualisiert am

Torschütze: Emile Mpenza (l.) Bild: ap

Trotz des 1:1 im Hinspiel der dritten Uefa-Cup-Runde machte sich bei Schalke 04 Unmut über die vergebenen Chancen breit.

          Trainer Frank Neubarth schüttelte verständnislos den Kopf, Manager Rudi Assauer machte seinem Ärger Luft: Nach dem 1:1 (0:1) von Schalke 04 im Hinspiel der dritten Uefa-Cup-Runde bei Wisla Krakau hielt sich die Freude über die gute Ausgangsposition beim DFB-Pokalsieger in Grenzen, der Frust über ein Dutzend ausgelassener hochkarätiger Torchancen überwog.

          Vor allem Nationalspieler Gerald Asamoah musste sich einiges anhören. „Aus zwei, drei Metern muss man schon in der Lage sein, das leere Tor zu treffen“, kommentierte Assauer das Kunststück von Asamoah, der kurz nach dem Seitenwechsel aus kürzester Distanz den Ball erst an den Pfosten und dann ans Außennetz setzte.

          Hochkarätige Chancen

          Der Nationalspieler konterte indes schlagfertig: „Wenn ich jeden reinmache, würde ich bei Real Madrid spielen.“ Der 24-Jährige zeigte sich aber dennoch einsichtig. „Ich weiß, das ist meine große Schwäche. Den muss ich einfach reinmachen“, bekannte Asamoah, der schon in den vergangenen Spielen mit seinen Aussetzern vor dem Tor Trainer Neubarth, einst erfolgreicher Torjäger bei Werder Bremen, zur Verzweiflung gebracht hatte.

          „Dazu fällt mir nichts mehr ein“, sagte der Coach kopfschüttelnd. Im Auslassen hochkarätiger Chancen befand sich Asamoah allerdings in prominenter Gesellschaft. Auch Jörg Böhme, Ebbe Sand und der spätere Schalker Torschütze Emile Mpenza scheiterten kläglich.

          Sieg vergeben

          „Vorher wären wir mit einem 1:1 zufrieden gewesen. Aber nach dem Spielverlauf hätte ein Sieg herausspringen müssen“, meinte Neubarth: „In der zweiten Halbzeit haben wir klarste Möglichkeiten fahrlässig vergeben. Da kannst du noch von Glück reden, ein Tor zu machen. Normalerweise verlierst du so ein Spiel nämlich.“

          So verpassten die Königsblauen leichtfertig den vierten Sieg im laufenden Wettbewerb und ein bequemes Polster für das Rückspiel am 10. Dezember in der Arena AufSchalke. Daran hatte auch Christian Poulsen großen Anteil. Der Däne verlängerte einen Freistoß der Polen per Kopf ins eigene Netz (39.) und brachte sein Team kurzzeitig völlig aus dem Rhythmus.

          Eigentor von Poulsen

          „Ich habe nur den Ball gesehen und keinen hinter mir“, kommentierte der 22-Jährige das erste Eigentor in seiner Profi-Laufbahn. Den Schnitzer machte Poulsen neun Minuten vor Schluss allerdings mit seinem Pass auf Emile Mpenza wieder gut.

          Der Stürmer nutzte einen katastrophalen Fehler des Wisla-Torhüters Angelo Hugues leichtfüßig zum 1:1. „Gut, dass Emile den rein macht, sonst hätte ich mir in der Kabine sicher noch andere Sachen anhören müssen“, dankte Asamoah dem Sturmkollegen.

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