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Uefa-Cup : "Mackie Messer" rächt die Reds

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Hoch das Bein: Duell zwischen Heskey und Puyol Bild: ap

„Mackie Messer“ spielte den Rächer und lässt Markus Babbel & Co. beim FC Liverpool vom „Triple“ und einem der glorreichsten Jahre der Club-Historie träumen. Dank Gary McAllisters Elfmetertor und des um Babbel herum gebildeten Abwehr-Bollwerks zogen die Reds verdient mit 1:0 (Hinspiel 0:0) über den FC Barcelona ins UEFA-Cup-Finale am 16. Mai in Dortmund gegen CD Alaves ein.

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          Gary McAllisters Elfmetertor und die von Markus Babbel gestützte Abwehr haben den FC Liverpool den Weg ins Uefa-Cup-Finale geebnet.

          So zogen die Reds verdient mit 1:0 (Hinspiel 0:0) über den FC Barcelona ins Endspiel am 16. Mai in Dortmund gegen CD Alaves ein. „Das wird für uns im Westfalenstadion ein Heimspiel“, freute sich Babbel, der beim FCL mit Dietmar Hamann und Christian Ziege ein deutsches Trio bildet, auf die erste Endspiel-Teilnahme seines Clubs seit 1985.

          Barca-Coach droht Entlassung

          Nach dem bereits erkämpften Ligapokal kann sich Liverpool binnen vier Tagen auch den FA-Cup (Finale am 12. Mai in Cardiff gegen FC Arsenal London) und den Uefa-Pokal sichern. Dagegen scheint „Barcas“ Erfolgsära abgelaufen. Nach dem erneuten K.o. auf kontinentaler Bühne steht der umstrittene Coach Lorenzo Serra Ferrer vor dem Aus.

          Die in Barcelona erscheinende Zeitung „La Vanguardia“ verteilte schon die Gesamtnote sechs für das Abschneiden des Millionen-Ensembles in dieser Saison, in der auch der nationale Meistertitel früh verspielt wurde. „Marca“ erklärte daher die großspurigen Versprechungen des Clubchefs für gescheitert: „Das Projekt von Joan Gaspart zerfällt in Stücke.“

          Ferrer deprimiert

          So war seinem Kollegen Ferrer („Das Ausscheiden ist ein schwerer Schlag für uns alle“) eher zum Heulen zumute. Nachdem sich Barca vom letzten großen Titel verabschiedet hat, dürften seine Tage als Trainer gezählt sein. Vereinsboss Gaspart erklärte nach dem Spiel zwar, Serra Ferrer bleibe bis zum Saisonende Coach.

          Doch danach sieht es für ihn schlechter aus. Gaspart: „Danach wird er als Technischer Direktor selbst entscheiden, was besser für den Club ist, ob er bleibt oder uns einen anderen Coach vorschlägt.“ Die mitgereisten Fans forderten bereits lautstark die Rückkehr von Johan Cruyff.

          Hat Kluivert den Ball mit der Hand gespielt?

          Dagegen hat das Team von der legendären Anfield-Road, das nur der verpassten Titelchance in der Premier League nachtrauert, erstmals seit dem „schwarzen Mittwoch“ des 29. Mai 1985, als vor dem Finale gegen Juventus Turin (0:1) 39 Tote und 400 zum Teil Schwerverletzte bei der Katastrophe im Brüsseler Heysel-Stadion beklagt wurden, die Gelegenheit, den Prestige trächtigen Europacup-Triumph zu feiern. Und ausgerechnet der Schotte McAllister geizte nicht mit Mut, als es drauf ankam.

          Kluiverts „hilfreiche Hand“ (The Guardian) führte zum umstrittenen Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Meier (Schweiz) - McAllister traf zum Sieg. „Mackie Messer schnitt Barcelona herunter“, kommentierte der „Daily Express“ messerscharf.

          Große Zeiten an der Anfield Road

          „Liverpool kehrt zu großen Zeiten zurück. McAllister gab die perfekte Antwort auf Barcelonas Hohn“, schrieb die „Daily Mail“ und sprach damit auf die herablassenden Kommentare der Katalanen nach dem Hinspiel an. Liverpools Coach Gerard Houllier, der auch Hamann und später den Ex-Dortmunder Patrick Berger, nicht aber den im Wartestand schmorenden Ziege am Sieg teilhaben ließ, lobte vor allem die Standhaftigkeit seiner Hintermannschaft, die bei der Abwehrschlacht gegen Spielende stets im Bilde war. „Unsere Verteidigung mit Babbel, Hyypia und Henchoz war herausragend, aber es war eine geschlossene Mannschaftsleistung voller Charakter“, meinte der Franzose.

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