https://www.faz.net/-gtl-3vog

Uefa-Cup : Jungen Wilden winkt Weihnachtsgeld

  • Aktualisiert am

Schoss den Siegtreffer: „Multi-Kulti”-Schwabe Kevin Kuranyi Bild: dpa

Nach dem 2:1 im Drittrunden-Hinspiel des Uefa-Cups gegen den FC Brügge dürfen die Spieler des VfB Stuttgart erstmals auf eine Prämie hoffen.

          Trainer Felix Magath konnte sich nur noch wundern. „Irgendwie warte ich die ganze Zeit auf einen Einbruch, aber der kommt nicht, und Gott sei Dank gibt es auch keine Anzeichen dafür“, sagte der Coach nach dem 2:1 (0:1) seiner Mannschaft.

          Mit dem Sieg im Drittrunden-Hinspiel des Uefa-Cups beim belgischen Fußball-Vizemeister FC Brügge und der damit bestandenen Reifeprüfung der „jungen Wilden“ auf europäischer Bühne, haben die Schwaben eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel geschaffen.

          Magaths Zweifel wiederlegt

          „Ich habe mich vor diesem Spiel gefragt, ob wir wirklich in die Bundesliga-Spitze gehören“, gab Magath zu und stellte zufrieden fest: „Um das zu beweisen, muss man auch mal im Europapokal auswärts so auftreten, wie wir es hier getan haben.“

          Den 0:1-Rückstand durch Peter van der Heyden (42.) steckte der Bundesliga-Dritte weg und drehte die Partie nach der Roten Karte gegen Birger Maertens wegen einer „Notbremse“ gegen Jochen Seitz (71.) durch Treffer von Krassimir Balakow (72.) und Kevin Kuranyi (90.) noch in einen Sieg.

          Kuranyis Empfehlungsschreiben

          Für den 20-Jährigen mit drei Staatsangehörigkeiten war es Treffer Nummer drei im laufenden Uefa-Cup-Wettbewerb und somit ein weiteres Empfehlungsschreiben in Richtung Nationalmannschaft.

          Sein Trainer ist unterdessen zuversichtlich die nächste Runde zu erreichen: „Ich glaube nicht, dass wir uns das noch nehmen lassen“, verkündete Magath selbstbewusst im Hinblick auf das Rückspiel am 12. Dezember im Gottlieb-Daimler-Stadion: „Wenn wir Brügge dann nicht unterschätzen, dürften wir keine Schwierigkeiten kriegen, das Achtelfinale zu erreichen.“

          Erstmals Prämien

          Im Falle eines Weiterkommens gegen den Champions-League-“Absteiger“ könnten sich die VfB-Profis rechtzeitig vor Weihnachten eine fast schon nicht mehr erwartete Erfolgsprämie sichern.

          „Ich bin heilfroh, dass die Mannschaft mal belohnt wird“, meinte Magath: „Es war frustrierend, dass ausgerechnet wir keine Prämien zahlen konnten, obwohl die Mannschaft bisher so gnadenlos gut aufgetreten ist. Aber bei solchen Leistungen kann der Vorstand nicht mehr länger den Kopf schütteln.“

          „Mannschaft hat Charakter gezeigt“

          Wird er auch nicht. „Wenn die Mannschaft weiterkommt, wird sie eine Prämie bekommen. Diese wird zwar nicht sehr üppig ausfallen, aber wir wollen ein Zeichen setzen“, bestätigte Manager Rolf Rüssmann, der Sonderzahlungen angesichts von 16,6 Millionen Euro Schulden bisher stets verweigern musste: „Wir haben immer noch schwierige Zeiten, aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt und diese Situation durch ihre Leistungen mit gelindert.“

          Ohne Prämien hatte sich die junge Stuttgarter Mannschaft über den UI-Cup für das internationale Geschäft qualifiziert und in der Bundesliga Platz drei erstürmt. So euphorisiert hatte Magath unter der Woche offen davon gesprochen, irgendwann deutscher Meister und Europapokalsieger werden zu wollen.

          Sonderlob für Balakow

          „In diesem Jahr träume ich aber noch nicht davon“, beteuerte der 49-Jährige: „Man darf nicht vergessen, mit welchen Erwartungen wir gestartet sind.“ Außerdem fand der Coach im Gegensatz zum 3:0-Sieg in der Bundesliga gegen Hannover 96 diesmal auch ein Haar in der Suppe: „Wir dürfen uns nicht zu sehr auf die Schultern klopfen, denn wir haben nicht 90 Minuten gut gespielt, sondern nur 45.“

          Ein Sonderlob verdiente sich Balakow, der nach dem Ausgleich noch den Siegtreffer durch Kuranyi vorbereitete. „Er hat das Spiel für uns entschieden“, erklärte Magath. Erstmals seit zweieinhalb Jahren hatte der Bulgare wieder ein Freistoßtor erzielt.

          „An neue Schuhe gewöhnen“

          Auf die Frage, warum er so lange darauf habe warten müssen, reagierte der 36-Jährige aber gereizt: „Solche Statistiken interessieren mich nicht. Ich muss niemandem etwas beweisen, denn ich habe vielleicht die meisten Freistoß-Tore in der Bundesliga erzielt.“

          Schließlich fand der Bulgare dann aber doch noch eine mögliche Begründung: „Vielleicht lag es daran, dass ich mich erst einmal an meine neuen Schuhe gewöhnen musste.“

          Weitere Themen

          Hütters Geduldsspiel

          Eintracht Frankfurt : Hütters Geduldsspiel

          Eintracht-Trainer Hütter braucht noch Zeit für den Umbau seiner Mannschaft – doch die nächste schwere Aufgabe wartet schon an diesem Sonntag. Borussia Dortmund kommt nach Frankfurt.

          Topmeldungen

          Länger leben : Kerle, macht’s wie die Frauen

          Von der Gleichstellung der Geschlechter profitieren auch Männer – sie sind gesünder und leben länger. Die regionalen Unterschiede, die in einer Studie sichtbar werden, überraschen.
          Viele Fragen an den Präsidenten in der Whistleblower-Affäre: Donald Trump beantwortet Reporterfragen vor dem Weißen Haus.

          Telefonat mit Selenskyj : Trumps Erpressung

          Für Donald Trump ist das Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten nicht verwerflich. Er sieht nichts Schlimmes darin, seine Macht zu nutzen, um politischen Konkurrenten wie Joe Biden zu schaden. Dabei beginnt der Skandal schon an anderer Stelle.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.