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Uefa-Cup : Dortmunder Nachdenklichkeit nach Nullnummer

  • Aktualisiert am

Konnte auch keine Akzente setzen: Tomas Rosicky (r.) Bild: dpa

Die Aussichten, das Uefa-Cup-Halbfinale zu erreichen, sind für Borussia Dortmund glänzend. Doch der Nullnummer gegen OSC Lille fehlte jeglicher Glanz.

          Wenig Applaus von den Zuschauern, kein Jubel bei den Spielern: Die Begeisterung über den Einzug in das Viertelfinale des Uefa-Cups hielt sich im Lager von Borussia Dortmund nach dem 0:0 gegen den OSC Lille in Grenzen.

          Fast schien es, als sei die Sorge um den Zustand der Mannschaft größer als die Vorfreude auf die Duelle mit dem tschechischen Vertreter Slovan Liberec am 14. und 21. März. Auch Sportmanager Michael Zorc wirkte nachdenklich: „Der Mannschaft fehlt internationale Erfahrung. Wir müssen uns gewaltig steigern, wenn wir unsere Ziele noch erreichen wollen.“

          Ein 0:0 mit Müh und Not

          Auch im 12. Saisonspiel auf kontinentaler Bühne blieb der Bundesliga-Zweite vor 43.000 Zuschauern im Westfalenstadion den Nachweis seiner Klasse schuldig. Die nach der peinlichen 0:4-Schlappe in Leverkusen vollmundig angekündigten Trotzreaktion blieb aus.

          Nur mit Müh' und Not brachten die Borussen das 1:1 aus dem Hinspiel nach passablem Beginn über die Zeit. Michael Meier warb um Verständnis für das nunmehr fünfte sieglose Spiel der Dortmunder in Folge: „Es ist normal, dass eine Mannschaft nach einem Erlebnis wie in Leverkusen verkrampft“, sagte der Manager voller Hoffnung auf bessere Zeiten. Und: „Wir haben das 0:4 aus den Köpfen gekriegt. Und diese positive Erkenntnis müssen wir mitnehmen.“

          Kaufmännische Sicht erfreulich

          Die zwischenzeitlichen Pfiffe der Fans sorgten auch bei Christian Wörns für Unverständnis. „Leverkusen ist in London ins offene Messer gerannt, das wollten wir heute vermeiden“, meinte der Manndecker und gab den „Schwarzen Peter“ weiter an die lange Zeit sehr defensiv ausgerichteten Gäste: „Die haben doch nur auf unsere Fehler gewartet, wir wollten aber keine machen. Eine Galavorstellung war deshalb nicht zu erwarten.“

          Zumindest aus kaufmännischer Sicht konnte Meier dem Spiel gegen Lille Erfreuliches abgewinnen. Denn die Begegnungen mit Viertelfinal- Gegner Liberec, der überraschend den französischen Club Olympique Lyon mit einem beeindruckenden 4:1-Rückspielerfolg aus dem Wettbewerb warf, garantieren nach seiner Einschätzung weitere Einnahmen in Höhe „von mindestens drei Millionen Euro“.

          Sammer denkt nicht ans Halbfinale

          Damit hält sich der durch das frühe Aus in der Champions League befürchtete finanzielle Schaden in Grenzen. Gleichwohl fließt nicht so viel Geld in die Vereinskasse wie das bei einem Einzug in die Zwischenrunde der Königsklasse mit garantierten Einnahmen von rund 15 Millionen Euro der Fall gewesen wäre. „Dazu müssten wir nochmals eine Runde weiterkommen“, so Meier.

          Doch so weit mochte Matthias Sammer noch nicht denken. Angesichts der wenig erfreulichen Form seiner Profis bereitet ihm nun die Liga-Partie gegen den bisher auswärts sieglosen FC St. Pauli am Sonntag reichlich Kopfzerbrechen. „Heute stand die Mannschaft phasenweise am Scheideweg“, monierte der Coach, der gegen den Bundesliga-Vorletzten eine deutliche Steigerung erwartet.

          Angreifer Giuseppe Reina, der sich gegen Lille mit zwei Rettungstaten auf der Torlinie als Verteidiger verdient gemacht hatte, brachte die Sache auf den Punkt: Es wird Zeit, dass wir mal wieder ein Spiel gewinnen."

          Viertelfinale (14.03.2002/21.03.2002):

          Inter Mailand - FC Valencia
          Hapoel Tel Aviv - AC Mailand
          Slov. Liberec - Borussia Dortmund
          PSV Eindhoven - Feyenoord Rotterdam


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