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UEFA-Cup : BVB ohne Zehn nach Wien

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Furcht vor steigendem Druck: Matthias Sammer Bild: ddp

Koller fällt mit einer Lungenentzündung aus; Rosicky mußte am Blinddarm operieren werden: Die Verletzten-Liste der Dortmunder hat sich vor dem UEFA-Cup-Auftakt gegen Austria Wien auf zehn Spieler verlängert.

          Die Personalnot bei Borussia Dortmund spitzt sich dramatisch zu. Das tschechische Star-Duo Jan Koller und Tomas Rosicky trat wegen schwerer Erkrankungen die Reise zum Erstrunden-Hinspiel am Mittwoch im UEFA-Pokal bei Austria Wien (20.40 Uhr/ZDF) erst gar nicht an.

          Bei Torjäger Koller wurde eine Lungenentzündung diagnostiziert; Spielmacher Rosicky mußte am Dienstag in Bochum wegen einer akuten Reizung am Blinddarm operieren werden. Damit hat sich die Verletzten-Liste der Dortmunder auf zehn Spieler verlängert. „Das ist ein herber Verlust“, sagte BVB-Chefcoach Matthias Sammer.

          Heiko Herrlich soll stürmen

          Er muß nun mit einem B-Team um Image-Aufbesserung und die verlorene Gunst der Fans - nach dem 0:1 in Stuttgart gingen sie auf die Barrikaden - sowie um den Verbleib im Millionen-Geschäft des Europacups kämpfen. Fest steht, daß Rosicky dabei frühestens am 15. Oktober im Rückspiel gegen Austria wieder helfen kann. Koller wird zunächst eine Woche pausieren müssen. Als einzige Sturm-Alternative steht Sammer nur der lange verletzte Heiko Herrlich zur Verfügung.

          Die BVB-Spitze forderte trotz der vielen Ausfälle und Handicaps eine „Jetzt erst recht“-Reaktion: „Es ist zu wenig, was auswärts angeboten wird. Unsere Profis sind dran, endlich wieder zu überzeugen“, gab BVB-Präsident Gerd Niebaum dem arg dezimierten Star- Ensemble mit auf den Weg.

          Niebaum: Keine Diskussion um Sammer

          „Wir werden in Wien ganz anders spielen“, kündigte Sammer vor der 156. Europacuppartie des Vereins an. Doch der Chefcoach weiß, daß dies nach den schwachen Auftritten nicht leicht ist: „Irgendwann wird der Druck so groß, daß du kaum mehr reagieren kannst. Und dann wird es richtig schlimm.“

          Frank Verlaat, Abwehrorganisator im Wiener Meister-Team des deutschen Trainers Joachim Löw, sieht Dortmund „ein wenig mit dem Rücken zur Wand“. Das Champions-League-Aus habe Spuren hinterlassen. „Die müssen ja mindestens ins Finale kommen, wenn sie finanziell nicht hohe Verluste einstecken wollen“, sagte der frühere Bremer.

          Fünf deutsche Teams im UEFA-Cup

          Eine Diskussion um Sammers Posten kann und soll es nach Auffassung von Präsident Gerd Niebaum angesichts der Personalprobleme auch bei einer Niederlage im Ernst-Happel-Stadion nicht geben: „Darüber spreche ich gar nicht“, wehrt Niebaum alle Spekulation ab und verweist auf die lange Ausfall-Liste (Christoph Metzelder, Frings, Evanilson, Demel, Conceicao, Fernandez, Leandro, Amoroso, Koller, Rosicky). „Wir zollen dem Substanzverlust Tribut, das kann man dauerhaft nicht verkraften und schlägt sich in Ergebnissen und Tabellenstand negativ nieder.“

          Während für die Dortmunder bereits ein Unentschieden eine gute Ausgangsposition wäre, will Hertha BSC am Mittwoch (17.30 Uhr) gegen den polnischen Nobody Groclin Grodzisk mit einem klaren Heimsieg den Grundstein zum Weiterkommen setzen. Von Revanchegelüsten begleitet, empfängt der 1. FC Kaiserslautern am Mittwoch (18.15 Uhr) den tschechischen Vertreter FK Teplice. Im vergangenen Jahr gingen die Pfälzer im UI-Cup mit 0:4 in der nordböhmischen Kleinstadt unter.

          Zum letzten Mal K.o.-Runden

          Der Hamburger SV (gegen Dnjepr Dnjepropetrowsk) und der FC Schalke 04 (bei Kamen Ingrad) nehmen ihre Auftakthürden erst am Donnerstag in Angriff. Neben der Bundesliga - in der Champions League mit zwei Teilnehmern nur Mitläufer - sind nur England und Dänemark noch mit jeweils fünf Teams vertreten. An prominenten Namen mangelt es nicht. Wie Dortmund müssen sich auch der FC Barcelona, FC Liverpool, AS Rom und FC Valencia nach verpaßter Champions League mit dem internationalen Trostpflaster begnügen. Dabei geht es zum letzten Mal von Beginn bis zum Finale im K.o.- System um Alles oder Nichts, ehe im nächsten Jahr die Reform in Kraft tritt. Dann werden nach einer ersten Ausscheidungsrunde acht Fünfer-Gruppen gebildet, aus denen sich jeweils die ersten drei Mannschaften gemeinsam mit den acht Gruppendritten der Champions League für die folgende K.o.-Runde qualifizieren.

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