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Uefa-Cup : „Beinahe-Berliner“ läßt Hertha hoffen

  • Aktualisiert am

Alles im Griff: Gabor Kiraly Bild: dpa

Trotz des mühevollen 2:1 gegen den FC Fulham träumt Hertha BSC Berlin weiter von der vierten Runde des Uefa Cups.

          2 Min.

          Den FC Bayern vor der Brust, den FC Fulham im Genick und die Angst vor bösen Überraschungen im Hinterkopf: Auf Hertha BSC wartet eine turbulente Vorweihnachtszeit.

          Zwar schufen sich die Berliner im UEFA-Pokal mit einem 2:1-Heimsieg gegen den internationalen Neuling FC Fulham eine verheißungsvolle Ausgangslage, um erstmals nach der Saison 1978/79 wieder ins Achtelfinale vorzustoßen.

          „Schritt nach vorn“

          Doch Belgiens Nationalspieler Bart Goor warnte seine Kollegen: „Das Ergebnis ist sehr gefährlich. Aber wir sind auch nicht die schlechtere Mannschaft.“ In Köpfe und Beine der Hertha-Profis zurückgekehrte Leidenschaft, Einstellung und Kampf wertete Manager Dieter Hoeneß zumindest als „Schritt nach vorn“.

          Torjubel: Stefan Beinlich

          In den restlichen drei Bundesliga-Partien 2002 (in München, gegen Wolfsburg und in Kaiserslautern) und dem UEFA-Pokal-Rückspiel am 12. Dezember in London geht es um mehr als einen guten Abschluss. Es geht schon um das Jahr 2003, in dem der Hauptstadtclub seinen zuletzt auf der Mitgliederversammlung erneuerten hohen Ansprüchen endlich besser gerecht werden will.

          „Gefahr, dass Depressionen da sind“

          „Wir sind auf dem Weg dazu, so zu werden wie Real und Bayern“, hatte Trainer Huub Stevens dort verkündet, ohne den aktuellen Rückstand zu verschweigen. Gegen Fulham präsentierte sich Hertha optisch bereits wie die Vorbilder, erstmals in Weiß mit den „Trikots für die Zukunft“ (Hoeneß). Sportlich ist für die „alte Dame“ indes „noch Luft nach oben“, formulierte Hoeneß.

          „Vor der Winterpause müssen wir noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um unsere Ziele erreichen zu können“, forderte Jung- Nationalspieler Arne Friedrich. „Die Gefahr besteht, dass Depressionen da sind“, schätzte Manager Hoeneß angesichts der Berg- und Talfahrt des Clubs ein.

          „Der Vorteil liegt bei uns“

          Insofern wirkt der 33. Europacup-Sieg auch als Therapie. „Ich bin überzeugt, dass wir uns bis zum Rückspiel steigern können und eine reelle Chance auf das Weiterkommen besitzen“, sagte Hoeneß trotz des bitteren Gegentors. „Der Vorteil liegt bei uns“, meinte Pal Dardai.

          Personell ergeben sich mit der Rückkehr von Dick van Burik, der nach längerer Verletzungspause als Abwehrchef gleich überzeugte, und von Joe Simunic neue Möglichkeiten. Marko Rehmer könnte am Samstag bei den Bayern wieder fit sein. Torschütze Stefan Beinlich kommt besser in Schwung. Allerdings fällt neben Weltmeister Luizao nun auch Alex Alves (Muskelfaserriss) für den heißen Advent vorerst aus.

          „Nach Fulham fahren, um zu gewinnen“

          „Man muss ein großes Spiel machen, um weiter zu kommen“, sagte der Manager vor dem Auftritt beim Londoner Premier-League-Club. Auf eine weitere Hilfe von Fulham kann man dort nicht hoffen.

          Der argentinische Stürmer Facundo Sava, den Hertha im Frühjahr als mögliche Verstärkung selbst im Visier hatte, bescherte den Gastgebern mit einem Eigentor den Sieg. „Über dieses Ergebnis brauchen wir gar nicht nachzudenken. Wir müssen nach Fulham fahren, um zu gewinnen“, betonte Friedrich, denn schon ein 0:1 bringt das Aus.

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