https://www.faz.net/-gtl-8htj4

Rekord-Ablöse für Weinzierl : Trainer schießen keine Tore

Deutscher Rekord: Kein Trainer war teurer in der Ablöse als Markus Weinzierl Bild: dpa

Neuer deutscher Rekord: Kein Trainer war bezüglich Ablösesumme bislang teurer als der neue Schalker Trainer Markus Weinzierl. Es passt, dass Christian Heidel den Rekord verantwortet.

          Drei Millionen Euro überweist Schalke 04 sofort für die Freigabe von Markus Weinzierl an dessen ehemaligen Arbeitgeber FC Augsburg. Bei entsprechenden sportlichen Erfolgen von Champions-League-Qualifikationen über Pokalsiege bis zur von Schalke-Fans seit 1958 herbeigesehnten Meisterschaft oder gar einem Sieg in der Königsklasse kann sich diese Summe bis Ende der Vertragslaufzeit auf bis zu fünf Millionen erhöhen.

          Es ist kein Zufall, dass Christian Heidel der Manager ist, der bei seiner ersten großen Amtshandlung als Schalker Sportvorstand einen Ablöserekord für einen Bundesligatrainer zu verantworten hat. Heidel hatte vor einigen Jahren als Mainzer Manager flapsig, aber mit ernstem Hintergrund bekundet, dass sein Fußballklub erst bei einem Ablöseangebot von 70 Millionen Euro über eine Freigabe für Thomas Tuchel nachdenken würde, da der Trainer dem Verein mit seiner Arbeit die Bundesligazugehörigkeit Jahr für Jahr garantiere.

          Letztlich ließ Tuchel seinen Vertrag in einem Sabbatjahr auslaufen und wechselte ohne Ablöse nach Dortmund. Seine Überzeugung, dass größere Transfersummen für Trainer angemessen sind, äußerte Heidel schon damals unmissverständlich: „Der Trainer ist der Chef von Spielern, die für Millionenbeträge die Vereine wechseln.“

          Weltrekordler Villas-Boas

          Die Bundesliga hinkt in dieser Hinsicht selbst nach dem Weinzierl-Rekord noch deutlich den Gepflogen im Ausland hinterher: Der FC Chelsea ließ sich einst Andres Villas-Boas rund 15 Millionen Euro kosten, José Mourinho soll Real Madrid 2010 acht Millionen wert gewesen sein, und Real-Präsident Florentino Perez bestätigte, dass Paris Saint-Germain 2013 sieben Millionen für den künftigen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti erhalten habe, zur Hälfte vom Coach bezahlt.

          Selbst diese Beträge sind weit entfernt von den Summen, die für Gareth Bale, Cristiano Ronaldo und Co bezahlt werden. 100 Millionen Euro scheinen keine Utopie mehr. Bis sich Heidels Traum von einer 70-Millionen-Ablöse für Trainer erfüllt, is es noch ein weiter Weg. Zu Recht: Denn bei allem Respekt vor dem Wert der Strategen wie Guardiola: Trainer schießen keine Tore.

          Der Teuerste: Andres Villas-Boas kostete einst 15 Millionen Euro

          Weitere Themen

          Wada verlangt Erklärung für Daten-Abweichungen

          Russisches Doping : Wada verlangt Erklärung für Daten-Abweichungen

          Wegen manipulierter Daten hat die Wada abermals ein Verfahren gegen Russland eingeleitet. Damit ist der Start unter russischer Flagge bei der Leichtathletik-WM in Doha vom Tisch. Doch die Konsequenzen könnten noch weiter reichen.

          Topmeldungen

          Thunberg beim Klimagipfel : „Wie könnt Ihr es wagen!“

          Greta Thunberg kritisiert beim UN-Klimagipfel in New York die zögerliche Haltung der Politik beim Klimaschutz und reicht eine Menschenrechtsbeschwerde ein. Bundeskanzlerin Merkel antwortet: „Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört.“

          Pendlerpauschale : Habecks Eigentor

          Es sei doch sympathisch, wenn Politiker mal zugeben, dass sie keine Ahnung haben, heißt es. Das stimmt – bei Robert Habeck und der Pendlerpauschale aber ist es fatal.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.