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Triathlon-Training : „Hawaii ist doch ein schönes Ziel“

  • -Aktualisiert am

Ironman auf Hawaii: Lothar Leder Bild: dpa - Sportreport

Alle Triathleten haben einmal klein angefangen, an Ironman dachten zu Beginn wenige. Lothar Leder sagt, wie der Start funktioniert.

          Was ist eigentlich so faszinierend, an Triathlon? Wohl, dass man drei Disziplinen beherrschen muss, aber auch, dass man innerhalb eines Wettkampfes schwanken kann zwischen totaler Erschöpfung und plötzlicher Erholung, zwischen Hoch und Tief, zwischen Aufgabe und Weitermachen.

          Denn wer gut das Schwimmen beendet hat, muss noch lange kein schnelles Radfahren hinbekommen, kann sich aber beim Laufen wieder berappeln und doch noch ein Rennen gewinnen. Oder wenigstens ankommen.

          Ums Ankommen geht es

          Und das Ankommen ist immer noch das Maß der Dinge im Triathlon, ums „Finishen“ geht es, selbst für einen Profi wie Lothar Leder ist das Erreichen des Ziels das Mindeste. Doch was muss man tun, um manierlich einen Triathlon zu bewältigen? Es muss ja nicht gleich ein Ironman auf Hawaii sein, über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen.

          Für Neulinge gibt es in Deutschland die Einsteigerklasse. Kurze Distanzen sind das, 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen. Das ist nicht ohne für Anfänger, schnell ist man anderthalb Stunden unterwegs. Das bedeutet anderthalb Stunden Ausdauerbelastung, neunzig Minuten, in denen der Puls heftig schlägt, in denen das Herz-Kreislauf-System mächtig gefordert ist - die Psyche natürlich auch. Immer daran denken, Ankommen ist das Primärziel.

          „Man ist ausgeglichener“

          „Wer Triathlon macht, ist ausgeglichener“, sagt Lothar Leder und wirbt heftig um jeden Einsteiger. Der Darmstädter ist zwar ein Star der Branche, hat aber immer ein Ohr für Breitensportler. Und denen rät er, dass fünf Wochenstunden Training zu Beginn ausreichen, um in vier, fünf Monaten manierlich einen Schnuppertriathlon zu beenden.

          Und der Trainingsplan? „Nur nicht übertreiben“, sagt Lothar Leder, „das Schöne beim Triathlon ist doch, dass man so trainieren kann, wie die Bedingungen sind und wie man sich selber einrichten kann.“ Regnet es, dann wird statt geradelt eben gelaufen. Und umgekehrt.

          Fünf Stunden Training in der Woche

          Lothars Leders Frau Nicole rät wenigstens zu einer groben Systematik für den bevorstehenden Winter. Ein- bis zweimal in der Woche sollte geschwommen werden, denn das ist ja meist das Hauptproblem bei Einsteigern. Je älter man ist, desto schwerer tut man sich im Becken.

          Zum Laufen sollte man auf jeden Fall die örtlichen Lauftreffs frequentieren, sagt Nicole Leder, in der Regel werden pro Woche zwei Termine angeboten - nichts wie hin. „Und dann hat ja noch jeder ein Trekkingrad oder Mountainbike im Keller, wenn man damit noch ein Stündchen in der Woche radelt, dann reicht das völlig aus.“

          Ein Bierchen schadet nicht

          Auf fünf, sechs Wochenstunden kommt man somit schnell, weniger ist eigentlich nicht genug, um sich im Wettkampf nicht zu übernehmen. Auf keinen Fall sollte man sich von den Verheißungen der Ernährungsmittel-Hersteller verrückt machen lassen, und alle möglichen und angeblich leistungssteigernden Präparate konsumieren, sat Lothar Leder. „Die normale Ernährung reicht völlig aus.“

          Selbst ein Bierchen am Abend schade nicht, er selbst kann das bezeugen. Hat man den ersten Wettkampf dann zu Ende gebracht, dann kann man schon einmal über mehr nachdenken. „Hawaii“, sagt Lothar Leder, „ist doch ein schönes Ziel“. Am besten, man kauft sich ein Buch über dieses Rennen, lässt sich fesseln - der Rest kommt von ganz allein.

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