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Triathlon : Thomas Hellriegel und Nina Kraft Dritte auf Hawaii

  • Aktualisiert am

„Das war brutal”: Thomas Hellriegel Bild: dpa

„Es war das härteste Rennen, das ich je gemacht habe“ sagte Thomas Hellriegel nach seinem dritten Platz beim Ironman auf Hawaii.

          2 Min.

          Der Sieg blieb ihnen verwehrt, doch die deutschen Triathleten haben sich beim legendären Ironman auf Hawaii mit zwei dritten Plätzen und einer glanzvollen Gesamtleistung in der Weltspitze etabliert.

          Bei den Damen schaffte Nina Kraft aus Braunschweig als erste Deutsche überhaupt in Kailua-Kona den Sprung aufs Treppchen. Bei den Männern meldete sich Thomas Hellriegel aus Bruchsal bei der 25. Auflage des Mega-Triathlons nach langer Durststrecke als Dritter zurück. Beide kassierten nach der Quälerei in drei Akten bei schwierigsten äußeren Bedingungen ein „Schmerzensgeld“ in Höhe von umgerechnet je 43.000 Mark.

          „Fast vom Rad geweht“

          „Das war brutal, einfach grausam, das härteste Rennen, das ich je gemacht habe. Es herrschte ein derartiger Sturm, dass wir gar nicht geradeaus fahren konnten auf bestimmten Passagen. Mich hätte es mehrfach fast vom Rad geweht. Im Ziel musste ich mich hinlegen. Aber ich habe allen gezeigt, dass ich es noch kann“, sagte der völlig erschöpfte Hellriegel nach 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad fahren und 42,195 km Laufen.

          Triathlon-Geschichte geschrieben: Nina Kraft

          Der „Eisenmann“ hatte 1997 bei dem historischen Dreifach-Triumph als erster Deutscher auf Hawaii gewonnen. Hellriegel fehlten diesmal in 8:47:40 Stunden 16:22 Minuten auf Sieger Timothy deBoom aus den USA (8:31:18) und lediglich 90 Sekunden auf den Zweiten, Cameron Brown aus Neuseeland (8:46:10). Der Pforzheimer Vorjahres-Dritte Normann Stadler als Vierter (8:49:43), Roth-Sieger Lothar Leder aus Darmstadt auf Platz fünf (8:49:49) und Andreas Niedrig aus Oer-Erkenschwick als Siebter (8:53:00) komplettierten das ausgezeichnete deutsche Ergebnis.

          Hoffnung auf Sponsoren

          Die 32 Jahre alte Nina Kraft konnte ihren Erfolg beim dritten Start auf Hawaii nicht fassen. „Das ist der beste Platz, den eine deutsche Frau hier je erreicht hat. Damit habe ich nie gerechnet“, sagte die technische Zeichnerin. Kraft hatte sich vor Ort eine Erkältung zugezogen und deshalb erst in letzter Minute für eine Teilnahme entschieden.

          „Jetzt hoffe ich, dass ich ein paar Sponsoren finde. Ich lebe ja nur von den Preisgeldern“, sagte sie, die in 9:41:01 Stunden 12:24 Minuten hinter Natascha Badman aus der Schweiz blieb, die vor Lori Bowden (Kanada/9:32:59) ihren dritten Hawaii-Erfolg feierte und ebenso wie Tim deBoom 150.000 Mark kassierte.

          „Viele hat es regelrecht zerbröselt“

          Weniger die drückenden Temperaturen oder hohe Luftfeuchtigkeit, sondern vielmehr die berüchtigten Mumuku-Winde, böige Seitenwinde mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h, verlangten den 1468 Startern aus 46 Ländern alles ab. Viele gaben vorzeitig auf, darunter auch Titelverteidiger Peter Reid aus Kanada, der zweimalige Hawaii-Sieger und Streckenrekord-Inhaber Luc van Lierde aus Belgien, der sechsmalige Hawaii-Champion Dave Scott (USA) bei seinem Comeback oder der fünfmalige Roth-Sieger Jürgen Zäck (Koblenz). „Viele hat es zum Schluss regelrecht zerbröselt“, sagte Hellriegel.

          Auch er stand während des abschließenden Marathons vor der Aufgabe: „Mir sind große Zweifel gekommen, weil ich so weit hinten lag und sich die ganze Zeit gar nichts getan hat nach vorne, der Abstand blieb immer gleich. Das ist mental unheimlich schwer zu verkraften.“

          Stadler zufrieden mt Platz vier

          Erst wenige Kilometer vor dem Ziel überholte Hellriegel seine Konkurrenten, darunter auch Stadler, der auf der Radstrecke von Kilometer 80 bis 160 geführt hatte. Dann jedoch kam ein Einbruch, „wie ich ihn noch nie erlebt habe“, sagte Stadler, der dennoch ein positives Fazit zog: „Nach meinem Ausstieg in Roth wurde ich schon abgeschrieben. Jetzt bin ich froh, Vierter in der Welt zu sein.“

          Auch Kraft, die schon in Roth und Südafrika triumphierte, hatte zwischenzeitlich 120 Kilometer auf dem Rad in Führung gelegen. „Das wusste ich erst gar nicht. Aber plötzlich war niemand mehr vor mir“, sagte die Braunschweigerin. Doch auch sie musste dem hohem Tempo Tribut zollen, rettete aber den Podestplatz vor der achtmaligen Hawaii-Siegerin Paula Newby-Fraser (Simbabwe) ins Ziel.

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