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Triathlon-Tagebuch : Viele Gerüchte und falsche Fährten

  • -Aktualisiert am

Siegertyp: Lothar Leder Bild: dpa-Sportreport

Mit Lothar Leder zum Ironman in Roth: Einer der drei großen deutschen Triathleten führt Tagebuch und beschreibt die letzten Wochen vor dem Saisonhöhepunkt.

          Diese Woche hat mit einem Wettkampf für mich angefangen. Am Montag war in Darmstadt der Bürgerpark-Triathlon über die Sprintdistanz. 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen - nach 50 Minuten war alles vorbei, ich bin hinter Maik Petzold und Matthew Reed Dritter geworden.

          So ein schnelles Rennen ist schon ein krasser Gegensatz zu dem, was am 8. Juli stattfindet. Schließlich sind wir dann über 8 Stunden unterwegs. Am Dienstag habe ich mir einen Pausentag gegönnt, das hat gut getan. Denn die Haupteinheit am Mittwoch war ein hartes Tempotraining auf der Bahn. Wie immer habe ich das mit meinem Laufpartner Thorsten Naumann gemacht, 6x600 Meter sind wir gelaufen.

          Die Konkurrenz hat große Ohren

          Über Tempo und Pausenzeiten möchte ich lieber nichts verraten, schließlich will die Konkurrenz schon gerne wissen, was ich so in den letzten Wochen vor dem Rennen so mache. Denn es ist wie jedes Jahr: Man beginnt sich zu belauern, hört herum, was die Gegner so trainieren.

          Lothar Leders Triathlon-Tagebuch

          Ich habe jetzt gehört, dass Thomas Hellriegel ein bisschen müde sein soll wegen seines harten Trainings. Aber so etwas wird ja in jedem Jahr erzählt, da gebe ich nicht viel drauf. Je näher der Termin in Roth rückt, umso heißer geht es in der Gerüchteküche zu.

          Scharfes Schwimmtraining vor den deutschen Meisterschaften am Sonntag

          Ich habe schon festgestellt, dass die Szene bereits am selben Abend von meinen Trainingsergebnissen vom Morgen wusste. Früher haben wir deswegen schon einmal falsche Fährten gelegt und von absurden Leistungen berichtet. Aber das ist albern und aus dem Alter bin ich heraus.

          Für mich war diese Woche eine gute und vor allem ruhige Woche. Ich bin ruhig Rad gefahren, meistens ruhig gelaufen - aber scharf geschwommen. Denn das Schwimmen ist am Sonntag in Frankfurt, bei den internationalen deutschen Meisterschaften über die Kurzdistanz, rennentscheidend. Wer nicht in der ersten Gruppe aus dem Wasser kommt, wird kaum eine Chance haben, das Rennen zu gewinnen.

          Am Montag beginnt die heiße Trainingsphase

          Mit Sicherheit werden wir am Sonntag mieses Wetter haben mit Regen und Kühle. Deswegen wird wahrscheinlich mit einem wärmenden Neoprenanzug geschwommen, das habe ich sicherheitshalber schon einmal trainiert. Problem: Die Wunde, die ich mir bei meinem Radsturz bei der Deutschland-Tour zugezogen habe, brennt ganz schön, wenn ich den hautengen Gummianzug trage.

          Nach dieser Woche und den deutschen Meisterschaften ist dann die Zeit vorbei, mit den kurzen, aber intensiven Einheiten. Einen Vorteil hatte dieses Training: Ich hatte viel Freizeit und konnte einiges mit meiner Familie unternehmen. Schon am nächsten Montag beginnt der entscheidende Dreiwochenblock vor dem Ironman in Roth.

          Lange Stunden der Einsamkeit

          Dann werden die Umfänge noch einmal gewaltig nach oben geschraubt. Und darauf freue ich mich auch. Endlich kommen wieder die langen Radausfahrten, die langen, ruhigen Laufeinheiten. Keine Tempobolzerei mehr. Das ist ein Vorteil. Aber einen Nachteil gibt es auch: Bei diesem Training bin ich wieder viel für mich allein, es beginnen wieder die Stunden der Einsamkeit.

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