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Triathlon-Tagebuch : Viel Ruhe vor dem stürmischen Rennen

  • -Aktualisiert am

Lässig: Lothar Leder Bild: dpa

Der deutsche Triathlonmeister Lothar Leder führt exklusiv für FAZ.NET Tagebuch und beschreibt seine Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt: den Ironman in Roth.

          Was soll man machen in der letzten Woche vor dem großen Rennen? Trainiert man zu viel, ist man beim Wettkampf müde. Trainiert man zu wenig, schlafft man ab und verliert die Anspannung. Es ist gar nicht so einfach, einen Mittelweg zu finden.

          Ich habe noch einmal zwei Kerneinheiten absolviert: Am Montag, einen Tag nach meinem Sieg beim Kurztriathlon in Leipzig, bin ich noch mal 20 Kilometer gelaufen. Zwei Tage später stand eine 90 Kilometer lange Radfahrt auf dem Programm. Ziemlich schnell bin ich da gefahren, meine Kohlehydratspeicher mussten geleert werden. Danach hieß es nur noch: Erholen und entspannen. Zweimal wurde ich massiert - wunderbar.

          Kein Stress daheim

          An diesem Freitag wird nichts mehr gemacht, Füße hoch, Sachen packen, Auto voll tanken und Zeitung lesen. Ich bin überrascht, wie ruhig es bei mir und Nicole zugeht, vergleichsweise natürlich. Wir haben uns schon ein bisschen gezankt in dieser Woche. Aber so wie früher, als meine Frau einfach mal ausgezogen ist, weil sie meine Hektik nicht mehr ertragen konnte, war es nicht. Vielleicht liegt es daran, dass wir beide in guter Form sind für das Rennen am Sonntag - und wir haben eine ziemliche Selbstsicherheit.

          Räder putzen, Sattelschrauben fest ziehen

          Nicole und ich haben viele Wettkampfvorbereitungen gemeinsam erledigt. Unsere beiden Räder haben komplett neue Reifen bekommen, wir haben eine gemeinsame Probefahrt gemacht, gemeinsam die Räder blitzblank geputzt und die Wettkampfverpflegung präpariert. Und auf eines haben wir besonders geachtet: Unsere Sattelschrauben sitzen schön fest. So etwas wie Jürgen Zäck im vorigen Jahr, dem nach ein paar Radkilometer der Sattel eine Etage tiefer gerutscht ist, soll uns nicht passieren. Dieser Vorfall hat in Roth ja einige Diskussionen ausgelöst und Kritik an den Sicherheitsbedingungen im Radpark aufkommen lassen. In diesem Jahr werden unsere Räder von Videokameras überwacht, die mögliche Saboteure abschrecken sollen. Ich finde diesen Aufwand ein bisschen übertrieben, wir haben doch keine Formel 1-Autos!

          Wenn der Wind bläst

          Vel wichtiger ist für mich die Frage nach dem Wetter. Ich rechne damit, dass wir einen windigen Wettkampf haben werden, so wie 1998. Und weil in Roth die Radstrecke auch über freie Felder führt, werden wir ordentlich gegen den Wind ankämpfen müssen. Auch beim Laufen wird uns der Wind behindern, schließlich werden wir kilometerlang schnurgerade am Europakanal entlang geschickt. Und dort wird es uns ordentlich ins Gesicht blasen. Deswegen kann ich jetzt schon eines vorhersagen: Wir werden keine Weltklassezeiten erzielen. Dass jemand gar einen neuen Weltrekord aufstellen und die 100000 Mark-Prämie erhalten wird, halte ich für ausgeschlossen. Für einen Weltrekord brauchen wir optimale Witterungsbedingungen - und die haben wir am Sonntag nicht.

          Alle Kraft gilt dem Sonntag

          Am Samstag Vormittag werden wir anreisen, Nicole und ich. So wie seit Jahren. Schnell die Räder einchecken, und dann wieder ab in unsere Pension in Schwabach. Ich will niemanden mehr sprechen, nur keine Hektik. Normalerweise stehe ich für Interviews immer zur Verfügung - an diesem Tag mache ich aber eine Ausnahme. Alle Kraft gilt dem Sonntag. Ich bin bereit.

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