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Triathlon-Tagebuch : Schlechte Stimmung bei Dauerregen

  • -Aktualisiert am

Hoffnung auf Sonne in Hawaii: Lothar Leder Bild: dpa

Lothar Leder dokumentiert seine Vorbereitungen auf die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Jede Woche neu, und nur bei FAZ.NET.

          Am liebsten würde ich mich jetzt ins Flugzeug setzen und auf Mallorca wieder aussteigen. Oder irgendwo anders, hauptsache, die Sonne scheint. Denn das Wetter zu Hause zermürbt mich. Regen, Regen, Regen.

          Am Dienstag bin ich fünf Stunden Rad gefahren, 150 Kilometer - im Dauerregen. Sicher, man kann sich mit solchen Einheiten mentale Härte holen. Aber auch jede Menge Frust. Noch drei Wochen bis zum Rennen auf Hawaii, und ich kann nicht so trainieren, wie ich eigentlich müsste. Denn Radfahren geht ja kaum, bei diesem Wetter. Also bin ich viel gelaufen in der vergangenen Woche, 120 Kilometer, 40 mehr als beabsichtigt.

          Durchbeißen fällt schwer

          Nun ist es ja nicht so, dass ich dadurch wirkliche Nachteile hätte, meine Grundlage auf dem Rad ist eigentlich gut. Diese Störungen des Trainingsplans sorgen bei mir aber für mentale Unruhe, meiner Frau Nicole geht es da nicht besser. Die Nerven sind bei uns ziemlich angespannt. Wir können eben nicht einfach so schnell ins Warme reisen, das würde wegen unserer Tochter Mia gar nicht gehen. Also durchbeißen, aber das fällt täglich schwerer.

          Wenn man nur zwei Radeinheiten schafft, aber eigentlich fünf bräuchte, dann kratzt das auch ein wenig an der Selbstsicherheit. Spaß macht das Training derzeit wirklich nicht, schließlich findet auch das Schwimmen im Freien statt, nur noch mit Neoprenanzug - aber das ist keine gute Lösung. Immerhin können wir ab nächster Woche ins Hallenbad.

          Wettkampftest wegen des Wetters ausgefallen

          Mein letzter Wettkampftest ist dann wegen des Wetters auch noch ausgefallen, am Sonntag wollte ich eigentlich beim Nachttriathlon in Gelsenkirchen starten. Nichts da. Und deswegen reise ich in diesem Jahr mit einem ganz neuen Gefühl nach Hawaii: Ich habe vier Wochen vor diesem Rennen überhaupt keinen Wettkampf bestritten, nur trainiert. Ist das jetzt gut oder schlecht? Ich weiß es nicht.

          Meine Formüberprüfungen fallen wenigstens gut aus, der übliche Lauf über zweieinhalb Stunden war flott und locker, die Tempoheinheit mit 15 Läufen über 400 Meter ebenso. Mit einer Minute und zehn Sekunden für die ersten Runden ging es los, die schnellsten waren dann 63 Sekunden. Immer eine Minute Pause, das ist schon okay. Ich hätte aber gerne noch einmal meine Leistung im Wettkampf überprüft, ich brauche diese Tests zur Sicherheit, aber auch, um den Trainingsalltag aufzulockern.

          Zum Triathlon gehört Leidensfähigkeit

          Viele Konkurrenten sind da ganz anders, Thomas Hellriegel oder Jürgen Zäck zum Beispiel, die können sich stur und nur mit dem täglichen Training auf das wichtige Rennen vorbereiten. Ich nicht. Doch ich darf ja nicht nur herumjammern, schließlich gibt es ja Schlimmeres. Eine Verletzung zum Beispiel. Zum Triathlon gehört eben eine Portion Leidensfähigkeit, bei mir muss sie eben derzeit etwas größer ausfallen.

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