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Triathlon-Tagebuch : Noch fünf Wochen bis zum größten Triathlon der Welt

  • -Aktualisiert am

Das Triathlon-Trainings-Tagebuch Bild: FAZ.NET

Mit Lothar Leder zum Ironman in Roth: Einer der drei großen deutschen Triathleten führt Tagebuch und beschreibt die letzten fünf Wochen vor seinem ersten Saisonhöhepunkt.

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          In den vergangenen vierzehn Tagen bin ich im Training ein bisschen kürzer getreten. Die Zeiten mit den gewaltigen Umfängen sind vorerst vorbei, beispielsweise Dreitagesblöcke auf dem Rad mit 150, 180 und 200 Kilometern.

          In der abgelaufenen Woche komme ich gerade einmal auf 15 Trainingsstunden. 350 Kilometer Radfahren, 70 Kilometer Laufen und 12 Kilometer Schwimmen standen auf dem Programm. Das sind keine hohen Umfänge, aber dafür habe ich sehr intensiv trainiert, mit zwei Darmstädter Freunden.

          Training mit Rad- und Lauf-Spezialisten

          Beim Tempotraining auf dem Rad hat mich Holger Loew unterstützt. Er ist Radprofi beim Schweizer Post Swiss Team, aber derzeit verletzt. Um mir die nötige Tempohärte zu vermitteln, hat er sich auf einen Vespa-Roller gesetzt und ich bin im seinem Windschatten gefahren. Eine Stunde lang, teilweise mit 50 Stundenkilometer. So trainieren Radprofis.

          Ironman: Lothar Leder

          Auch beim Laufen habe ich einen Spezialisten als Partner, Thorsten Naumann vom USC Mainz ist einer der besten deutschen Läufer über 10.000 Meter. Mit ihm habe ich auf der Bahn Tempotraining gemacht, fünfmal 1000 Meter in drei Minuten, dazwischen eine Minute Pause. Gutes Training, schlechte Nachwirkungen. Erstmals habe ich dabei Spikes angehabt - und habe mir gleich ordentliche Blasen gelaufen.

          Jedermannrennen in Hamburg und Bad Homburg

          Aber es gab noch Schlimmeres: Als Prominenter war ich in Hamburg beim Auftakt der Deutschland Tour dabei und bin beim Jedermann-Rennen mitgeradelt. Eine wunderbare Sache - aber für mich mit bösen Folgen: In einer Kurve ist mir das Rad weg gerutscht und ich bin heftig auf den Asphalt aufgeschlagen. Die Prellungen wären ja noch zu verschmerzen, viel schlimmer sind aber die Hautabschürfungen: Denn bei jedem Duschen brennen die wunden Stellen wie Feuer.

          Aber es gab auch viel Schönes in der dieser Woche: Am letzten Sonntag im Mai bin ich bei einen Gesundheitstriathlon in Bad Homburg gestartet, 200 Meter Schwimmen, 10 Kilometer Mountainbikefahren und 2 Kilometer Laufen waren die Distanzen. Für jede Minute, die ich vor dem Zweiten lag, hat ein Sponsor 1000 Mark für einen guten Zweck gespendet. Am Ende hatte ich drei Minuten Vorsprung, der Sponsor hat dann noch mal einfach aufgerundet und 5.000 Mark an eine Schule überwiesen.

          Deutsche Meisterschaften als Zwischenetappe

          Entgegen meiner Routine mache ich in dieser Woche am Samstag frei und werde zwei schöne Veranstaltungen besuchen: Erst geht's auf den Hockenheimring, zum Grand Prix für getunte Autos, danach rüber nach Weinheim, wenn dort das Zeitfahren der Deutschland-Tour.

          Am Montag wird es deutlich ernster für mich, auch wenn ich ein Heimspiel habe. Ich starte bei einem Sprintrennen meines Vereins Compex Team DSW Darmstadt, 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Rad fahren und 5 Kilometer Laufen stehen auf dem Programm und meine stärksten Gegner gehören zu den besten deutschen Kurzdistanzathleten: Daniel Unger und Maik Petzold. Beide werde ich eine Woche später wieder sehen, bei den Deutschen Meisterschaften über die Olympische Distanz in Frankfurt (1,5/40/10).

          Das wird ein hartes Rennen, ob ich meinen Titel verteidigen kann, ist ziemlich ungewiss. Trotzdem, ich brauche diese kurzen, harten Wettkämpfe, um in Form zu kommen für Roth. Dieses Rennen ist zwar noch ein bisschen weit weg, aber ich muss schon viel daran denken. Wenn ich ehrlich bin, dann ist der Ironman Europe für mich wichtiger als Hawaii, denn ich habe mehrheitlich deutsche Sponsoren - und die werden dort so richtig in Szene gesetzt.

          Das war meine Woche. Fazit: Ich fühle mich gut.

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